
Es war kurz nach halb drei Uhr, als es in der Nacht auf Dienstag mal wieder so richtig rumpelte. Ein Erdbeben mit einer Magnitude von 4,4 auf der Richterskala wurde registriert – das Epizentrum lag im Kanton Schwyz in der Nähe des Wägitalersees und des Pragels.
Es handelte sich dabei um das stärkste Beben in der Schweiz seit 2020 – viele Schwyzerinnen und Schwyzer schreckten deshalb wohl aus dem Schlaf. Auf Social Media tauschte sich die Bevölkerung über das Naturereignis auch in den Kommentaren aus: Während zwar viele schreiben, dass sie super geschlafen und nichts bemerkt hätten, meldeten sich auch Personen aus Brunnen, Schwyz oder Studen, die aufgewacht seien. «Wir sind fast aus dem Bett gefallen», heisst es gar von einem User in Studen.
Schäden wurden der Polizei keine gemeldet
Zu Schäden ist es glücklicherweise aber nicht gekommen. Wie Mediensprecher Pascal Weber gegenüber dem «Boten» erklärte, seien bei der Kantonspolizei Schwyz keine Meldungen eingegangen, und es sei kein Einsatz erforderlich gewesen.

Gespürt wurde das Erdbeben aber nicht nur im Kanton Schwyz, sondern fast in der ganzen Schweiz. Das Epizentrum lag etwa sechs Kilometer südwestlich vom Wägitalersee in einer Tiefe von 1,1 Kilometern. Wie der Erdbebendienst der ETH Zürich berichtete, dürfte sich das Beben bis nach Luzern, Winterthur, St. Gallen oder gar ins 109 Kilometer entfernte Birsfelden BL bemerkbar gemacht haben.
Es wurde vom Dienst auf der Gefahrenstufe 3 des Bundes eingeschätzt. Dabei handelt es sich um ein Naturereignis mit einer «erheblichen Gefahr» der Stufe orange. Die Skala reicht von 1 («keine oder geringe Gefahr») bis 5 («sehr grosse Gefahr»). Der Erdbebendienst der ETH registriert in der Regel täglich mehrere Beben in der ganzen Schweiz. Dabei handelt es sich allerdings um solche kleineren Ausmasses.
Auch die stärksten Erdbeben der Vergangenheit lagen in der Region
Das letzte vergleichbar starke Beben wurde am 25. Oktober 2020 registriert. Beim damaligen Erdbeben mit einer Magnitude von 4,5 auf der Richter-skala lag das Epizentrum unter Elm im Kanton Glarus und damit in der Nähe des aktuellen Ereignisses. Auch das stärkste Beben der letzten Jahre in der Schweiz vom 6. März 2017 und einer Magnitude von 4,6 hatte sein Epizentrum in der Region, nämlich bei Linthal im Kanton Glarus. Allerdings ist die Magnitude nicht gleichzusetzen damit, wie viele Schäden ein Erdbeben anrichten kann. (lai/ehs)