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Frankreich

Pariser Staatsanwaltschaft leitet neue Epstein-Ermittlungen ein

Staatsanwältin Beccuau hofft, dass sich nach den jüngsten Enthüllungen im Epstein-Skandal mutmassliche Opfer melden werden, die den Behörden bislang noch nicht bekannt sind. In zwei neuen Untersuchungen soll es um Missbrauch und finanzielle Verstösse gehen.

In der Affäre um die Machenschaften des Sexualstraftäters Jeffrey Epstein hat die Pariser Staatsanwaltschaft zwei neue Ermittlungsverfahren eingeleitet. Dabei werde auf die Veröffentlichungen des US-Justizministeriums zum Fall Epstein zurückgegriffen sowie auf Medienberichte und neu eingereichte Anzeigen, teilte Staatsanwältin Laurence Beccuau am Mittwoch mit. Sie appellierte an mutmassliche Opfer, sich zu melden.

Auf diesem Archivbild aus dem 2019 ist das Wohnhaus, das Jeffrey Epstein in Paris gehörte, zu sehen.
Bild: Archivbild: Keystone

Eines der Ermittlungsverfahren werde sich auf Straftaten im Bereich des sexuellen Missbrauchs konzentrieren, das andere auf finanzielles Fehlverhalten, sagte Beccuau. Es gehe darum, ein umfassendes und fundiertes Gesamtbild zu erhalten, sagte sie dem Sender France Info.

Das US-Justizministerium hatte Ende Januar mehr als drei Millionen Dokumentenseiten, Tausende Videos und Hunderttausende Bilder mit Bezug zu Epstein veröffentlicht, der im Jahr 2019 tot in seiner New Yorker Gefängniszelle aufgefunden wurde, während er auf den Beginn eines Prozesses wartete, in dem er sich für den Missbrauch Dutzender Minderjähriger verantworten sollte. Nach Angaben der US-Behörden beging er Suizid.

Beccuau sagte, die jüngste Publikation im Rahmen der Epstein-Dokumente werde mit Sicherheit zu einer Retraumatisierung bestimmter Opfer führen. «Wir sind überzeugt, dass uns einige Opfer noch nicht bekannt sind und diese Veröffentlichungen sie vielleicht dazu bewegen werden, sich zu melden.» Im Lichte der neuen Enthüllungen sei auch geboten, einige Materialien aus früheren Ermittlungen erneut zu sichten.

Dabei bezog sich die Staatsanwältin auf den französischen Modelagenten Jean-Luc Brunel, einen häufigen Begleiter Epsteins. Brunel wurde Vergewaltigung und Menschenhandel zum Zweck des sexuellen Missbrauchs Minderjähriger vorgeworfen. Er stand im Zentrum französischer Ermittlungen zu den Machenschaften Epsteins und von dessen Umfeld, die jedoch im Jahr 2022 eingestellt wurden, nachdem auch Brunel tot in einer Gefängniszelle aufgefunden worden war. Epstein reiste regelmässig nach Paris und unterhielt dort Wohnungen. (dpa)

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