Interview

Ex-Aussenministerin Calmy-Rey: «Ich befürchte, dass wir in das Lager der EU- oder Nato-Turbos gedrängt werden»

Die frühere SP-Magistratin übt scharfe Kritik am Sparkurs bei der Entwicklungshilfe. Der Bundesrat schade damit den Interessen der Schweiz. Im Interview sagt sie zudem, weshalb sie als Linke auf Stimmen für die Neutralitätsinitiative der SVP hofft.
Der Abbau bei der Entwicklungshilfe «schadet den strategischen Interessen der Schweiz»: Ex-Aussenministerin Micheline Calmy-Rey bei einem TV-Auftritt im November 2026 in Genf.
Foto: Salvatore Di Nolfi/Keystone

Auch mit 81 Jahren verfolgt alt Bundesrätin Micheline Calmy-Rey das politische Geschehen noch aufmerksam und schaltet sich immer wieder in Debatten ein. Die Genfer Sozialdemokratin – von 2003 bis 2011 im Amt – war eine der prägendsten Aussenministerinnen der jüngeren Vergangenheit. Mit dem angekündigten Umbau der Internationalen Zusammenarbeit geht sie hart ins Gericht. Bis 2030 will der Bundesrat bei der Entwicklungshilfe 113 Millionen Franken sparen.

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