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Zweiter Anlauf

Erstmals eine Frau: Einstige Berset-Vertraute wird Bundesratssprecherin

Der Bundesrat hat am Mittwoch eine neue Sprecherin ernannt: Die Westschweizer Journalistin Nicole Lamon wechselt schon zum zweiten Mal die Seite.

Das Wichtigste in Kürze

Nicole Lamon (53) ist die neue Bundesratssprecherin. Sie startet am 1. August 2025.

Lamon ist die erste Frau auf dieser Position.

Sie folgt auf Andrea Arcidiacono, der nach nur sechs Monaten Anfang Jahr zurücktrat.

So präsentierte sich die neue Bundesratssprecherin:

Der erste Anlauf war ein Flop. Nach gerade einmal sechs Monaten im Amt warf Bundesratssprecher Andrea Arcidiacono Anfang Jahr das Handtuch. Die Suche nach einem Vizekanzler, der die Kommunikation der Landesregierung verantwortet, ging von vorne los.

Die Journalistin Nicole Lamon ist neu für die Kommunikation der Landesregierung verantwortlich.
Bild: Alessandro della Valle / Keystone

Nun hat die Regierung eine neue Bundesratssprecherin gefunden: Die Westschweizer Journalistin Nicole Lamon übernimmt den Posten. Sie galt als Favoritin. Lamon ist die erste Frau auf diesem Posten.

Von Berset in die Verwaltung geholt

Lamon ist seit zwei Jahren Inlandchefin der Zeitung «Le Temps» und war zuvor stellvertretende Chefredaktorin von «Le Matin Dimanche». Was den Seitenwechsel vom Journalismus in die Bundesverwaltung betrifft, hat sie bereits Erfahrung: 2012 holte der damalige Innenminister Alain Berset Lamon, zu jener Zeit Politikchefin von Radio RTS, als Kommunikationschefin in sein Departement. 2019 wechselte sie dann zurück in den Journalismus.

Bundeskanzler Viktor Rossi (rechts) und Ursula Eggenberger (links), Vizekanzlerin und Bundesratssprecherin ad interim, diskutieren mit Nicole Lamon, designierte Vizekanzlerin und Bundesratssprecherin.
Bild: Keystone

Die 53-jährige Romande tritt das neue Amt am 1. August an. Aufgewachsen ist sie in Sion, mittlerweile lebt sie in Bern. Sie betonte an der Pressekonferenz, dass sie sich auf die Aufgabe freue, gleichzeitig aber auch viel Respekt habe. Die Schweiz würde eine gute Kommunikation verdienen, sagte sie bei ihrer Vorstellung vor den Medien.

Ihren Job bei «Le Temps» werde sie bis Ende Juli weiterführen. Allerdings werde sie nicht mehr über innenpolitische Themen berichten, sagte Lamon. Neben ihr seien noch drei weitere Personen im Rennen um den Spitzenjob in Bundesbern gewesen, wie Bundeskanzler Viktor Rossi sagte. Lamon war bereits im vergangenen Jahr als mögliche Kandidatin gehandelt worden, damals hatte sie aber noch abgesagt. Auf diese Entscheidung ist sie mittlerweile offensichtlich zurückgekommen.

Nicole Lamon wurde am Mittwoch vorgestellt.
Bild: Keystone

Der Posten ist – abgesehen vom kurzen Intermezzo Arcidiaconos – bereits seit einem Jahr vakant. Dies, nachdem der langjährige Vizekanzler und Bundesratssprecher André Simonazzi vor einem Jahr unerwartet verstorben war. Er war auf einer Wanderung zusammengebrochen.

Ursula Eggenberger, die ad interim den Posten geführt hatte, kehrt nach dem Amtsantritt von Lamon zurück in die Bundeskanzlei. Dort leitet sie wie bisher die Kommunikation. Eggenberger bleibt Stellvertreterin von Lamon. Sie hatte den Posten als Bundesratssprecherin bereits vorübergehend nach dem Tod von Simonazzi übernommen.