Afrika

WHO warnt: 750 Ebola-Verdachtsfälle und 177 Tote im Kongo

Im Kongo steigt die Zahl der Ebola-Verdachtsfälle weiter. WHO-Chef Tedros spricht von Fortschritten, nennt aber auch Schwierigkeiten im Kampf gegen das Virus.
Besorgte Mienen bei der WHO: Tedros Adhanom Ghebreyesus (rechts) spricht mit dem WHO-Regionaldirektor für Afrika, Mohamed Yakub Janabi.
Bild: Martial Trezzini/EPA

Bei dem Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo steigen die Fallzahlen weiter an. Mittlerweile gibt es nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) fast 750 Verdachtsfälle und 177 mutmassliche Todesfälle in dem zentralafrikanischen Land. Es gebe zwar Fortschritte bei Überwachungsmassnahmen und Labortests, schrieb WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus auf X. Doch Gewalt und Unsicherheit behinderten die Bekämpfung der Epidemie

82 Infektionen und 7 Todesfälle wurden laut Tedros im Labor bestätigt. Die WHO geht davon aus, dass die tatsächliche Zahl der Infektionen deutlich höher liegt, weil nicht alle Krankheitsfälle registriert und gemeldet werden. Im Nachbarland Uganda seien bis auf zwei bekannte Infektionen bislang keine weiteren neuen Fälle gemeldet worden, hiess es weiter.

Medizinisches Personal im Kongo transportiert einen Ebola-Patienten in den Notfall.
Bild: Moses Sawasawa/AP

Seltener Bundibugyo-Typ des Ebolavirus

Der Ebola-Ausbruch begann laut der afrikanischen Gesundheitsbehörde Africa CDC im Kongo in der nordöstlichen Provinz Ituri, die an Uganda und den Südsudan grenzt. Es handelt sich um den insgesamt 17. registrierten Ebola-Ausbruch im Kongo seit 1976. Der Ausbruch des seltenen Bundibugyo-Typs des Ebolavirus, gegen den es weder einen Impfstoff noch eine Therapie gibt, macht die Lage besonders schwierig.

Ebolafieber ist eine ansteckende und lebensbedrohliche Infektionskrankheit. Das Virus wird durch Körperkontakt und Kontakt mit Körperflüssigkeiten übertragen. In den Jahren 2014 und 2015 waren bei einer Ebola-Epidemie in Westafrika mehr als 11.000 Menschen gestorben. (dpa)

Mehr zum Thema: