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«Wirkt perfekt, ist es aber nicht:» Donald Trump lästert schon wieder über die Schweiz

US-Präsident Donald Trump hat sich erneut über Karin Keller-Sutter und ihre Art der Zollverhandlungen ausgelassen. Seine Zollpolitik scheint nun aufzugehen, auch wenn er einen Aspekt ausblendet.

US-Präsident Donald Trump gibt in einem Interview zu, dass er die Zölle für die Schweiz erhöht habe, weil ihm die Art der damaligen Bundespräsidentin Karin Keller-Sutter nicht passte.

US-Präsident Donald Trump stichelt mal wieder gegen Karin Keller-Sutter.
Bild: AP

Bei der Schweiz denke man an ein «ultra perfektes» Land, sagte Trump in einem Interview mit dem Sender Fox Business am Dienstagabend. «Ist es aber nicht», legte er nach. Dass man so denke, sei jedoch nur, weil die USA es ihr erlaube, viel Geld zu machen, sagte der US-Präsident. Und: «Sie bezahlten keine Zölle und schickten Waren zu uns rüber. Das konnte ja keiner glauben.» Er könnte noch 40 weitere Länder nennen, bei denen dies auch der Fall sei, so Trump.

Warum Trump die Zölle überhaupt angehoben hat

Vor rund vier Wochen stichelte der 79-Jährige am WEF in Davos bereits gegen unser Land. Er knöpfte sich Keller-Sutter vor und kam auf das Telefonat im vergangenen Sommer zu sprechen.

Die Schweiz habe angerufen, so Trump. «Die Premierministerin», glaube er. «Eine Frau.» Präsidentin sei sie nicht gewesen. Ständig habe sie wiederholt, dass die Schweiz ein kleines Land sei. «Das können Sie nicht tun», habe sie immer wieder gesagt. «Sie hat mich irritiert», meinte Trump.

Karin Keller-Sutter wird erneut zur Zielscheibe von Donald Trump.
Bild: Keystone

Dieses Mantra wiederholte er nun auch im Interview mit dem TV-Sender, in welchem auch das Handelsdefizit (circa 40 Milliarden Dollar) Thema war. Keller-Sutter habe mehrfach betont, dass die Schweiz ein kleines Land sei. «Ich bekam sie nicht vom Telefon weg», sagte Trump. Statt einer Reduktion habe er so die US-Importzölle auf 39 Prozent angehoben. Dass er am WEF mit ihr gelacht hat und sie gelobt hat, vergisst der US-Präsident aber zu erwähnen.

Im Herbst sind Schweizer Wirtschaftsvertreter zu Trump gereist, um mit ihm noch einmal über die Zölle zu sprechen. Der US-Präsident lenkte ein und senkte sie auf 15 Prozent. Allerdings war der Besuch umstritten, weil die Schweizer auch teure Geschenke mitgebracht haben.

Im Interview wiederholte Trump einen Aspekt, den er auch schon am WEF thematisiert hatte. Die Schweiz wäre nichts ohne die USA und würde «gar nichts» verdienen.

Investitionen: Ein Teil des Zoll-Deals

Für den US-Präsidenten selbst geht seine Zollpolitik offenbar auf. Denn viele Firmen, die keine Zölle zahlen wollen, hätten ihre Produktion mittlerweile in die USA verlegt. Auch die Schweizer Pharmakonzerne Roche und Novartis wollen in den USA offenbar Milliarden in neue Werke investieren.

Die Investitionen sind Teil des mit der Trump-Regierung im November erzielten Zoll-Deals, der auch 200 Milliarden Dollar an Investitionen von Schweizer Firmen in den USA vorsieht. Im Gegenzug soll der US-Strafzoll auf zahlreiche Güter von 39 Prozent auf 15 Prozent gesenkt werden.

Die negativen Folgen der Politik, wie die anhaltende Inflation oder erschwerte Bedingungen für bereits in den USA ansässige Unternehmen, scheint Trump hingegen auszublenden

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