Pressespiegel

Diese SVP-Männer wittern ihre Chancen auf den Bundesrat – die Sonntagsnews

Gewerkschaftsvertreter sehen einen möglichen Wechsel von SP-Bundesrat Beat Jans ins Wirtschaftsdepartement kritisch, die Ruag wird in Emmen nun doch nur drei statt vier F-35-Kampfjets endmontieren und testen. Das und mehr findet sich in den Sonntagszeitungen.

Gewerkschafter zweifeln an SP-Bundesrat Jans

Nach dem Rücktritt von Bundesrat Guy Parmelin könnte Beat Jans als erster SP-Bundesrat die Führung des Wirtschaftsdepartements übernehmen. Dieses Szenario missfällt überraschenderweise nicht nur den bürgerlichen Wirtschaftsverbänden, sondern auch manchen Linken. «Ein SP-Wirtschaftsminister wäre für die Gewerkschaften nicht nur förderlich», sagt Adrian Wüthrich, Präsident des Gewerkschaftsdachverbands Travail Suisse und ehemaliger SP-Nationalrat gegenüber der «NZZ am Sonntag». Denn ein solcher stünde «permanent unter Verdacht», eine linke Wirtschaftspolitik zu betreiben. Kompromisse zwischen den Sozialpartnern dürften es dadurch im bürgerlich dominierten Bundesrat schwerer haben, befürchtet Wüthrich. Im Vergleich zum SVP-Wirtschaftsminister Parmelin würde Jans «vielleicht eher gestoppt». Hinter vorgehaltener Hand wird Jans in gewerkschaftlichen Kreisen auch vorgeworfen, zu wenig «politisches Geschick» sowie zu wenig «Feuer» für Wirtschaftsfragen zu haben.

Projekt Rigi: Nur 3 Schweizer Kampfjets für die Ruag

Die Ruag kann laut SonntagsBlick-Informationen beim Projekt Rigi nur auf drei statt auf bislang vier geplanten F-35-Kampfjets zählen. Hintergrund ist die Preisexplosion beim F-35 und der nicht vorhandene Fixpreis. Um den vom Stimmvolk bewilligten Rahmen von 6 Milliarden Franken einzuhalten, werden weniger als die geplanten 36 Kampfjets beschafft. Dies hat auch Konsequenzen für die im Rahmen von Offsetgeschäften geplante Endmontage beim staatlichen Rüstungsbetrieb Ruag in Emmen LU. Die Reduktion bedeutet für die Ruag weniger Arbeit, geringere Einnahmen und schwächere Skaleneffekte. Die Inlandsmontage war bereits intern beim VBS umstritten, da Direktimporte aus den USA günstiger gewesen wären. Die Ruag bemüht sich dem Vernehmen nach um Aufträge aus dem Ausland und will kommende Woche informieren.

Parmelin-Nachfolge: Jetzt wittern die SVP-Männer ihre Chance

Nach Esther Friedlis Absage ist das Rennen um die Nachfolge von Guy Parmelin wieder offen – auch für die Männer. Gleich ein halbes Dutzend SVP-Politiker werden inzwischen als mögliche Bundesratskandidaten gehandelt. Darunter Pascal Schmid, der Wunschkandidat von Christoph Blocher. Auch Franz Grüter und Nicolas Kolly zeigen Interesse. Benjamin Giezendanner und Christian Imark würden eine Kandidatur zumindest prüfen, wie die SonntagsZeitung schreibt. Bei den Frauen hingegen schrumpft das Feld der Favoritinnen. Auch hinter Natalie Rickli steht ein Fragezeichen. Die Genferin Céline Amaudruz will zwar offenbar antreten, stösst aber in Teilen der eigenen Partei auf Widerstand.

Reiche Schweizer verlieren Millionen mit Sportwetten

Das System heisst «Cube» und versprach exorbitante Gewinne. Denn es sollte in der undurchsichtigen Welt der Sportwetten den Markt mithilfe eines Algorithmus schlagen. Die Unternehmensberatung KPMG hat eine entsprechende Erfolgsbescheinigung ausgestellt. Gemäss Recherchen der «NZZ am Sonntag» haben danach mehrere Dutzend Schweizer Investoren Geld in das neuartige Anlageprodukt gesteckt. Darunter Family-Offices und vermögende Privatpersonen. Insgesamt sind 45 Millionen Franken in das Anlagevehikel geflossen. Doch von dem Geld fehlt jede Spur. Nun bahnt sich ein Wirtschaftskrimi an. Bei der Thurgauer Staatsanwaltschaft ging eine Strafanzeige ein. Die Vorwürfe richten sich gegen Heinz Haunschild und Giancarlo Tottoli. Sie sind seit vielen Jahren im Wett-Business tätig. 2019 sponserten sie zudem den FC Zürich, ihre Bezahlkarte Antepay war umstritten. Ebenfalls angezeigt ist ein Banker, der bis vor kurzem noch in der Geschäftsleitung des Schweizer Ablegers der Deutschen Bank sass. Eine weitere Spur führt gemäss der «NZZ am Sonntag» zur türkischen Wettmafia.

Bern will Papst Leo für KI-Gipfel in Genf gewinnen

Die Schweiz sondiert derzeit auf diplomatischer Ebene einen möglichen Besuch von Papst Leo XIV. beim kommenden «Geneva AI Summit 2027», der am 21. und 22. Juni 2027 stattfindet. Das Aussendepartement führt nach Informationen von SonntagsBlick hierzu Gespräche mit Vertretern des Heiligen Stuhls in Bern und Genf sowie über die Schweizer Botschafterin beim Heiligen Stuhl in Rom. Das federführende Bundesamt für Kommunikation nimmt zu den laufenden Sondierungen keine Stellung. Der Pontifex hat sich im Mai 2026 mit seiner Enzyklika «Magnifica humanitas» zur ethischen Debatte um künstliche Intelligenz geäussert. Darin warnte er vor den Gefahren der Technologie für den Menschheitsschutz sowie vor der Machtkonzentration der führenden Tech-Konzerne. Seine Haltung macht ihn für die Organisatoren zu einem gefragten Gast neben international erwarteten Digitalministern sowie Staats- und Regierungschefs. Als eine Schlüsselfigur für die Vermittlung gilt die Physikerin und ehemalige CERN-Direktorin Fabiola Gianotti. Sie wirkt als offizielle Delegierte des Bundes für den Gipfel und ist zugleich Mitglied der Päpstlichen Akademie der Wissenschaften. Ob der Papst die Einladung annehmen wird, ist noch unklar.

Brisante Pläne aus dem Departement Rösti: Ampeln an Autobahnzufahrten

Der Bund prüft an über 120 Autobahnzufahrten neue Lichtsignal-Anlagen. Sie sollen den Verkehr auf den Nationalstrassen verflüssigen – auch wenn sich dafür Autos auf Kantons- und Gemeindestrassen zurückstauen. Eine interne Aktennotiz, die der SonntagsZeitung vorliegt, zeigt, wie weit das Bundesamt für Strassen (Astra) dabei gehen will: «Es sollen auch RaDo umgesetzt werden, wenn es dadurch zu Rückstau auf dem nachgelagerten Strassennetz kommt», heisst es im Protokoll einer Sitzung mit Astra-Direktor Jürg Röthlisberger. Gemeint sind sogenannte Rampendosierungen. Ampeln an Autobahnzufahrten lassen Autos nur gestaffelt auf die Nationalstrasse. 15 Anlagen sind bereits in Betrieb, an rund 120 weiteren Standorten prüft das Astra solche Systeme. Besonders viele sind im Raum Zürich, Basel und in der Westschweiz vorgesehen. Das Bundesamt bestätigt gegenüber der SonntagsZeitung den Zielkonflikt. RaDo seien das einzige Instrument, mit dem sich der Zufluss auf Autobahnen gezielt steuern lasse. Rückstaus auf dem übrigen Strassennetz könnten dabei entstehen. Bei Städten und Kantonen löst das Vorhaben Skepsis aus. Der Städteverband warnt davor, die Probleme «einfach von der Autobahn in die Siedlungsgebiete» zu verlagern. Auch politisch ist die Frage umstritten: Grünen-Nationalrätin Franziska Ryser verlangt, das untergeordnete Netz gleichwertig mitzudenken. FDP-Nationalrat Peter Schilliger gewichtet dagegen die Funktionsfähigkeit der Autobahnen höher. (chm)