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Handel

«Die Verhandlungen müssen rasch fortgesetzt werden»: Wirtschaftsminister Guy Parmelin äussert sich zu den Megazöllen

Am Rande einer 1.-August-Veranstaltung im solothurnischen Bellach äussert sich SVP-Bundesrat Guy Parmelin zum Zollhammer.
Die Schweiz habe schon viele Krisen überstanden und werde auch diese meistern, sagte Bundesrat Parmelin in einer Rede an einem 1.-August-Brunch im Kanton Solothurn.
Bild: Hanspeter Bärtschi

Ab dem 7. August soll die Schweiz neu 39 Prozent Zölle auf Warenexporte in die USA zahlen . Wieso kommt die Schweiz so viel schlechter weg als die EU?

Guy Parmelin: Ich bedauere den Entscheid der US-Regierung sehr. Das ist eine schlechte Nachricht für die Schweiz. Wir nehmen schnellstmöglich mit den US-Behörden Kontakt auf. Der Bundesrat wird die neue Sachlage analysieren und über das weitere Vorgehen entscheiden.

Was bedeuten diese Megazölle für die Schweizer Wirtschaft?

Solch hohe Zölle würden sich negativ auf unsere Wettbewerbsfähigkeit auswirken und die betroffene Schweizer Exportindustrie massiv belasten. Kommt hinzu, dass wir derzeit einen starken Franken haben. Die ganze Weltwirtschaft leidet unter den hohen US-Zöllen. Für den Bundesrat ist deshalb klar, dass die Verhandlungen so schnell wie möglich fortgesetzt werden müssen.

Die EU hat im Vergleich einen deutlich besseren Deal gemacht. Muss die Schweiz ihre Verhandlungstaktik ändern?

Die EU hat für 27 Länder verhandelt. Die Schweiz ist unabhängig und sollte das auch bei den Verhandlungen bleiben. Wir haben in der Vergangenheit gezeigt, dass wir gute Handelsabkommen abschliessen können – wie mit Indien oder China. Wichtig ist es in einem ersten Schritt zu verstehen, worum es dem US-Präsidenten nun geht. Präsident Trump fokussiert vor allem auf das Handelsbilanzdefizit zwischen der Schweiz und den USA im Güterbereich. Dabei gilt es zu beachten, dass 99,3 Prozent der US-Güter bereits zollfrei in die Schweiz importiert werden.