notifications
Medien

Die neue Schweizer Medienvielfalt

Schweizer Medien proben den Schulterschluss. Doch Einigkeit gestaltet sich schwierig. Ein Kirchenphilosoph wüsste Abhilfe.
Die SRG schenkt ein: Ist das Glas nun halb voll oder halb leer?
Bild: Urs Flüeler / KEYSTONE

Die Schweizer Medien sind sich einig geworden: Die SRG schraubt ihr Onlineangebot zurück und zeigt sich kooperativ mit Schweizer Medien, etwa beim Aushandeln von Sportrechten. Der Verband Schweizer Medien wiederum spricht sich dafür gegen die drohende Halbierung der SRG-Gebühren aus.

Die Einigkeit ist zugegebenermassen eine relative. So vertritt der Verband nur Deutschschweizer Medienunternehmen, und das grösste dieser Gilde – die TX Group – schert explizit aus. Statt Einheit zu demonstrieren, um nicht zuletzt politisch für die prekäre Situation der Branche zu sensibilisieren, wird dieser Konflikt in aller Öffentlichkeit ausgetragen. Positiv formuliert: Es gibt sie noch, die Medienvielfalt.

Defaitisten könnten dagegen argumentieren, die Branche demontiere sich mit solch konträrem Verhalten selbst. Der spätmittelalterliche Kirchenphilosoph Nikolaus von Kues hätte allerdings das Rezept, wie sich Widersprüchlichkeiten in Luft auflösen. Die katholische Kirche stand vor einer Zerreissprobe, als er den Spruch von der «Einheit in der Vielfalt» prägte, was meint, dass sich gerade in der Vielfalt die Einheit zeige, sich das Wahre gerade im Zusammenfallen von Gegensätzen ergebe.

Was philosophisch fundiert ist, mag für manche Ohren wie höherer Blödsinn klingen. Doch die zerstrittenen Kirchenfürsten von damals konnten sich zusammenraufen. Diesen Schritt haben die Medienfürsten von heute erst noch zu gehen.