Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) will die verbalen Angriffe auf Helferinnen und Helfer des gestrandeten Wals nicht akzeptieren. «Bedauerlicherweise nehmen seit dem Zeitpunkt, als klar wurde, dass das Tier nicht zu retten sein wird, die Anfeindungen gegen Beteiligte an der Hilfsmassnahme zu – bis hin zu Morddrohungen», sagte er laut einer Mitteilung. «Natürlich verstehe ich, dass die Situation für die Menschen sehr emotional ist», so Backhaus weiter. Auch er sei traurig. «Aber ich akzeptiere es nicht, dass Mitarbeitende auch im Privaten bedroht werden.»
Würden strafrechtlich relevante Aussagen getätigt werden, ob in sozialen Medien, per Zettel im Briefkasten oder per E-Mail, würden sie ein solches Verhalten anzeigen, sagte Backhaus. Er sei aber zuversichtlich, dass sich die Lage beruhigen werde.
Einsatzkräfte der Feuerwehr haben am Vormittag damit begonnen, den an der Ostseeküste vor Wismar gestrandeten Buckelwal mit Wasser zu benetzen. Das bestätigte ein Sprecher des Innenministeriums. Die Experten hätten die Hilfsaktion empfohlen, um lindernde Umstände für den Wal zu schaffen. «Wir werden das Tier weiter begleiten – bis zum Schluss. Um ihm seine Situation angenehmer zu machen, wurde heute damit begonnen, den Rücken des Wals, der aus dem Wasser ragt, zu benetzen», sagte Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD). «Der Vorgang soll alle zwei bis drei Stunden wiederholt werden.»
Auch ein Schlauchboot der Polizei war in der Nähe des Wals im Einsatz, wie ein dpa-Reporter vor Ort berichtete.
Der Zustand des Wals ist nach Angaben von Wasserschutzpolizei und Greenpeace unverändert. Die Rettungsversuche waren am Mittwoch eingestellt worden. Den Fachleuten und Meeresschützern vor Ort zufolge wird das Tier in dieser Bucht wohl sterben. Wie lange es noch überleben wird, lässt sich nach Einschätzung der Experten nicht vorhersagen. Am Donnerstagvormittag erkundete bereits ein Vermessungsboot die Umgebung des Wals, um eine mögliche Bergung des Buckelwals vorzubereiten. (dpa)



