Trotz fortschreitender Digitalisierung: Nur wenige Schweizerinnen und Schweizer bezahlen per Smartphone. Das zeigt eine Umfrage des Internet-Vergleichsdienstes Comparis, welche am Montag publiziert wurde.
Nur 1,2 Prozent der Befragten gaben in der Umfrage an, das Handy als Zahlungsmittel zu bevorzugen. Knapp zwei Drittel der Umfrageteilnehmer nutzen das Zahlen per Handy überhaupt nie. Das Bezahlen mit dem Handy wird von den Schweizer Banken (Twint) sowie Techkonzernen wie Apple, Samsung oder Google immer wieder mit aufwändigen Werbekampagnen propagiert – bislang ohne nennenswerten Erfolg.
«Die Bezahlung mit dem Smartphone erscheint vielen Nutzern kompliziert, wozu die drei untereinander inkompatiblen Systeme Apple Pay, Twint und Samsung Pay in der Schweiz massgeblich beitragen», wird Jean-Claude Frick, Telecom-Experte bei Comparis.ch, in der Mitteilung zur Umfrage zitiert. Klarer Marktführer bei den mobilen Bezahldiensten in der Schweiz ist Twint, das für Android und iOS verfügbar ist und von grossen Online-Shops wie Digitec unterstützt wird. Im Gegensatz zu Samsung Pay und Apple Pay ist Twint direkt an das Bankkonto des Nutzers gekoppelt, man braucht also keine Kreditkarte.
Mehr Erfolg als an der Ladenkasse könnten Twint und Co. beim Onlineshopping oder beim Transferieren von kleineren Beträgen unter Freunden und Kollegen haben – beispielsweise um nach einem gemeinsamen Restaurantbesuch die Rechnung aufzuteilen.
Beliebt bleibt das Zahlen mit Karte
Fast die Hälfte der Befragten denken nicht, dass Bezahlen mit dem Handy Kartenzahlungen ablösen wird. Bei Kreditkarten ist das kontaktlose Bezahlen bereits Standard und inzwischen unterstützen auch die in der Schweiz viel beliebteren Maestro-Karten kontaktloses Bezahlen.
Allerdings zeigt sich eine Kluft zwischen der deutschen und der lateinischen Schweiz: 44,7 Prozent der Romands und sogar 66,4 Prozent der Italienischsprachigen glauben, dass das Handy dereinst Kredit- und Debitkarten ersetzen wird. Von den Deutschschweizern glauben dies jedoch nur 34 Prozent.
Im vergangenen Jahr seien über eine Milliarde Transaktionen mit Kredit- oder Debitkarten getätigt worden – das sei Rekord, schreibt Comparis.ch. 17 Millionen Kredit- und Debitkarten seien in der Schweiz in Umlauf. Comparis.ch beruft sich dabei auf Informationen der Schweizerischen Nationalbank.
(oli/sda)