
Wer Blocher wählt, wählt einen Zweidrittel-Nationalrat: an 35 Prozent aller Abstimmungen hat der ehemalige Justizminister im letzten Jahr nicht teilgenommen. Das ergibt eine Datenerhebung der Internetplattform Politnetz.ch im Auftrag der „Schweiz am Sonntag".
Auf Platz zwei folgt SVP-Nationalrat Oskar Freysinger, der 33 Prozent aller Abstimmungen fernblieb - was seinem Amt als Walliser Regierungsrat geschuldet sein dürfte. Auf Platz drei: Lega-Nationalrat Lorenzo Quadri mit 324 unentschuldigten Absenzen.
«Wir sind uns bewusst, dass sich das parlamentarische Engagement nicht auf die Präsenzzeit reduzieren lässt. Die Liste offenbart aber einen Einblick in die Arbeitsmoral der Parlamentarier, die für einige wenig schmeichelhaft ausfällt», sagt Politnetz-Geschäftsleitungsmitglied Thomas Bigliel, der aufgrund von Vergleichen mit den Absenzen in Vorjahren feststellt hat, «dass die Disziplin seit Publikation der Liste stark zugenommen hat».
Bigeliel weiter: «Grundsätzlich sind wir der Ansicht, dass eine Abwesenheitsquote von über 10 Prozent Anlass zur Verbesserung bieten sollte.» Gemessen daran hat die SVP-Fraktion am meisten Verbesserungspotenzial: 14 SVP-Nationalräte fehlten 2013 in über 10 Prozent der Abstimmungen unentschuldigt, gefolgt von der SP mit 7 Parlamentariern, der FDP und CVP mit je 5, der BDP mit 4 und Grüne und GLP mit je 2 Schwänzern.
Als einziges Mitglied des Nationalrats keine einzige Abstimmung verpasst hat die Basler SP-Nationalrätin Silvia Schenker. «Das ist kein Zufall», sagt sie zur „Schweiz am Sonntag". «Ich bin gewählt, um an Abstimmungen im Rat teilzunehmen.»