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Drohende Rezession

Britische Regierung kündigt deutliche Steuersenkungen an

Die britische Regierung unter der neuen Premierministerin Liz Truss will mit umfangreichen Steuersenkungen für Verbraucher und Unternehmen das Wirtschaftswachstum ankurbeln.

Erreicht werden soll ein durchschnittliches Wachstum der britischen Wirtschaft von 2,5 Prozent, wie Finanzminister Kwasi Kwarteng bei der Vorstellung der Pläne am Freitag im Parlament sagte. Im Moment bewegt sich die britische Wirtschaft am Rande einer Rezession. Finanziert werden soll das Programm mit höheren Staatsschulden.

«Wir haben uns in diesem Land zu lange mit dem Streit über Umverteilung aufgehalten. Jetzt konzentrieren wir uns auf Wachstum, und nicht nur darauf, wie wir besteuern und Ausgaben machen», sagte Kwarteng.

Unter anderem sollen zuvor beschlossene Erhöhungen der Sozialversicherungsbeiträge, Körperschaftsteuer und Alkoholsteuer rückgängig gemacht werden. Gleichzeitig soll der Basissatz der Steuer für Einkommen bis etwa 50 000 Pfund (57 000 Euro) im Jahr von 20 Prozent auf 19 Prozent sinken. Unterhalb von 12 000 Pfund fällt keine Einkommensteuer an. Der Spitzensatz der Einkommensteuer für Grossverdiener ab 150 000 Pfund (etwa 172 000 Euro) im Jahr soll zudem von 45 Prozent auf 40 Prozent gesenkt werden. Die Schwelle für das Anfallen von Grunderwerbsteuer soll zudem steigen.

Insgesamt sollen Steuerzahler durch die Massnahmen nach Schätzungen der Regierung bis ins Steuerjahr 2026/27 um rund 45 Milliarden Pfund (51,25 Milliarden Euro) entlastet werden. Eine genaue Schätzung der unabhängigen Behörde OBR (Office for Budget Responsibility) soll aber erst bis Ende des Jahres vorliegen.

Die Opposition kritisierte die Massnahmen als verfehlt und vor allem an Wohlhabende gerichtet. «Das ist ein Haushalt ohne Zahlen, eine Speisekarte ohne Preise», sagte die finanzpolitische Sprecherin der Labour-Partei, Rachel Reeves. (dpa)