Schussattacke

«Blutbad» bei Paris: Terrorermittlungen im Gange

Bei der tödlichen Schussattacke nahe Paris halten Ermittler und Politiker einen rassistischen Hintergrund für möglich. Frankreichs Innenminister Laurent Nuñez bezeichnete den Vorfall in den Gemeinden Trappes und La Verrière als «terroristische Tat».

Ein Mann hatte aus einem Auto heraus auf offener Strasse mit einer automatischen Waffe geschossen. Dabei kam ein Mensch ums Leben, fünf weitere wurden teils sehr schwer verletzt, darunter ein zwölfjähriges Kind. Zuvor war von vier Verletzten die Rede. Der Verdächtige wurde kurze Zeit später festgenommen.

Die Pariser Anti-Terror-Staatsanwaltschaft teilte mit, sie habe eine Untersuchung eingeleitet, unter anderem wegen des Verdachts auf gezielte Tötung im Zusammenhang mit einem terroristischen Vorhaben, der Beteiligung an einer terroristischen Vereinigung zur Vorbereitung von Straftaten gegen Personen sowie des Waffenbesitzes. Dabei werde berücksichtigt, dass die Tat «aufgrund der tatsächlichen oder vermeintlichen Zugehörigkeit des Opfers zu einer bestimmten angeblichen Rasse, ethnischen Gruppe, Nation oder Religion begangen wurde».

Als «Blutbad» bezeichnete den Vorfall auch der Bürgermeister von Trappes, Ali Rabeh. Der Angreifer habe offensichtlich ein solches anrichten wollen, sagte er dem Sender BFMTV. Der Mann habe wahllos geschossen. Rabeh hielt insbesondere einen islamfeindlichen Hintergrund für möglich. «Was wir heute miterlebt haben, ist objektiv gesehen ein Anschlag mit rassistischem, wahrscheinlich islamophobem Hintergrund», sagte Rabeh. «Die Menschen, die heute ins Visier genommen wurden, hätten auch meine Mutter, meine Brüder, meine Schwägerinnen sein können», sagte Rabeh. (dpa)