14:12 Uhr
Dienstag, 28. Juli
Offiziell 31 Verletzte bei CSD-Anschlag in Berlin
Bei dem mutmasslich islamistisch motivierten Anschlag auf den Christopher Street Day (CSD) in Berlin mit einer Toten sind nach offiziellen Angaben 31 Menschen verletzt worden. Das sagte der Regierende Bürgermeister der deutschen Hauptstadt, Kai Wegner, auf einer Pressekonferenz. Bisher hatten die Behörden stets von 29 Verletzten gesprochen, darunter mehrere Schwerverletzte. Weitere Details nannte Wegner zunächst nicht. Der CSD in Berlin war am Samstagabend abgebrochen worden, nachdem ein Auto am Rande der Grossveranstaltung in eine Menschenmenge gefahren war. Am Sonntagabend wurde der mutmassliche Täter Abdul B. bei einem Polizeieinsatz getötet. (dpa)
13:18 Uhr
Dienstag, 28. Juli
Polen ermittelt nach Tod von Mutter bei CSD-Anschlag
Nach dem Tod einer polnischen Mutter bei einem mutmasslich islamistischen Terroranschlag am Rande des Christopher Street Days (CSD) in Berlin hat die Staatsanwaltschaft in Warschau Ermittlungen aufgenommen. Ermittelt werde wegen eines Terroranschlags, teilte die Behörde auf X mit. Nach Angaben von Berlins Regierendem Bürgermeister Kai Wegner handelt es sich bei dem Todesopfer um eine polnische Staatsangehörige, die mit ihrer Tochter in Berlin gewesen ist. Aus dem Aussenministerium in Warschau hiess es am Montag, die erwachsene Tochter werde in einer Klinik behandelt, schwebe aber nicht in Lebensgefahr. Sie wurde demnach über den Tod ihrer Mutter informiert. (dpa)
12:19 Uhr
Montag, 28. Juli
Bekennervideo auf Handy von Abdul B.
Nach dem Terroranschlag am Rande des Christopher Street Days (CSD) in Berlin haben Ermittler auf dem Handy des mutmasslichen Täters Abdul B. ein Bekennervideo gefunden. Eine Sprecherin der Bundesanwaltschaft - Deutschlands oberster Anklagebehörde - bestätigte einen entsprechenden Bericht der «Bild». Das Video beinhalte unter anderem einen Treueschwur auf die Terrororganisation Islamischer Staat (IS). Ob es sich bei der Person in dem Video sicher um Abdul B. handelt, blieb zunächst offen.
Nach Informationen des «Spiegel» ist der Mann auf dem Video verhüllt, es soll sich aber mutmasslich um Abdul B. handeln. Laut «Bild» wurde das Video am 25. Juli aufgenommen - also am Tag des Anschlags. (dpa)
06:26 Uhr
Dienstag, 28. Juli
Schweizer Prides fordern nach Anschlag in Berlin mehr Schutz
Schweizer LGBTIQ-Dachverbände und Pride-Organisatoren haben sich nach dem Anschlag auf den CSD in Berlin besorgt gezeigt.
Die Ereignisse in Berlin hätten nicht nur Fragen zur Sicherheit der Prides in der Schweiz aufgeworfen, sondern auch zum Sicherheitsgefühl der queeren Community, teilten die LGBTIQ-Dachverbände und die Schweizer Pride-Organisationskomitees am Montag mit. Am letzten Samstag hätten an der Bern Pride über 10'000 Leute für die Rechte der LGBTIQ+-Community demonstriert. Der Angriff in Berlin zeige klar auf, warum dies auch in Zukunft nötig sein werde.
Die Dachverbände sehen trotz bestehender Unterstützung durch den Bund weiteren Handlungsbedarf. Zwar habe der Bundesrat 2025 die Finanzhilfen für die Sicherheit von Minderheiten aufgestockt. Jann Kraus vom Vorstand von Transgender Network Switzerland kritisierte jedoch in der Mitteilung, dass im Aktionsplan des Bundesrates gegen Hassverbrechen die Täterprävention, Massnahmen gegen Hassgruppen und ein Monitoring fehlten. (watson.ch)
15:09 Uhr
Montag, 27. Juli
Merz prüft Konsequenzen nach CSD-Anschlag
Nach dem mutmasslich islamistisch motivierten Anschlag auf den Christopher Street Day in Berlin lässt Bundeskanzler Friedrich Merz prüfen, wie die Bewegungsfreiheit potenzieller Gefährder eingeschränkt werden kann. Hintergrund ist die Frage, warum der mutmassliche Täter trotz einer Verurteilung wegen Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat auf freiem Fuss war.
Bei dem Angriff wurden eine Frau getötet und 29 weitere Menschen teils schwer verletzt. Der 21-jährige Deutsche mit libanesischen Wurzeln soll Verbindungen zum IS gehabt haben und wurde bei seiner Festnahme von der Polizei erschossen. Unionspolitiker fordern nun unter anderem schärfere Regeln für islamistische Gefährder und eine Überprüfung des Jugendstrafrechts. (dpa)
13:45 Uhr
Montag, 27. Juli
Attentat in Berlin: Todesopfer war Mutter aus Polen
Bei dem Todesopfer des Attentats am Berliner CSD vom Samstagabend handelt es sich laut Informationen der «Bild»-Zeitung um eine Mutter aus Polen. Sie stützt sich dabei aus einer Meldung aus «diplomatischen Kreisen».

Die 65-Jährige sei zusammen mit ihrer Tochter aus Warschau angereist, um den Christopher Street Day in Berlin zu feiern. Die Tochter soll die Tat im Berliner Tiergarten verletzt überlebt haben, schreibt die «Bild» weiter. Offiziell gelte die Frau jedoch noch nicht als endgültig identifiziert, weil die Angehörigen die Leiche noch nicht gesehen haben.
Bis zur offiziellen Identifizierung werde die Tote in der Gerichtsmedizin bleiben. Danach werde sie freigegeben und der Familie zur Bestattung übergeben.
Nebst dem Todesopfer wurden bei der Amokfahrt am Samstagabend 29 Personen verletzt, einige davon schwer. Am Montag waren alle Verletzten ausser Lebensgefahr. Der Attentäter wurde nach einer intensiven Fahndung am Sonntag von der Polizei in einer Berliner Gartenlaube gestellt und erschossen. (watson.ch)
11:45 Uhr
Montag, 27. Juli
Schwerverletzten Opfern des Berliner Terroranschlags geht es besser
Den schwerverletzten Opfern des Terroranschlags vom Samstag, die im Berliner Universitätsklinikum Charité behandelt werden, geht es besser.
«Der körperliche Gesundheitszustand der vier Patienten stabilisiert sich erfreulicherweise weiter», sagte ein Sprecher des Krankenhauses. «Drei Patienten konnten inzwischen auf eine Normalstation verlegt werden, einer ist weiterhin auf einer Intensivstation, aber auch auf dem Weg der Besserung.» (dpa)
06:06 Uhr
Montag, 27. Juli
Tatverdächtiger Abdul B. tot – warum war er auf freiem Fuss?
Der nach dem CSD-Anschlag bei einem Polizeieinsatz getötete Tatverdächtige war den Behörden bekannt – und verurteilt. Weshalb war er trotzdem frei? Innenminister Dobrindt verspricht eine Prüfung.
22:10 Uhr
Sonntag, 26. Juli
Brandenburger Tor leuchtet in Regenbogenfarben nach Angriff
Nach dem mutmasslich islamistisch motivierten Terroranschlag am Rande des Christopher Street Day (CSD) in Berlin ist das Brandenburger Tor in den Regenbogenfarben angeleuchtet worden. Die Farben gelten als Symbol der queeren Szene und stehen für Vielfalt und Toleranz. Sie sind seit Sonnenuntergang an das Wahrzeichen in Berlins Mitte projiziert.
Bei dem Angriff am Samstagabend mit dem Auto sowie anschliessend mit einer Stichwaffe, mutmasslich eine Machete, wurde laut Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) eine Frau getötet, 29 Menschen wurden verletzt. Sie befanden sich laut Polizei am Nachmittag nicht mehr in Lebensgefahr. (dpa)
19:46 Uhr
Sonntag, 26. Juli
Mutmasslicher CSD-Täter soll Polizisten angegriffen haben
Der mutmassliche Täter des Anschlags am Berliner Christopher Street Day (CSD) hat nach Polizeiangaben Einsatzkräfte mit einer Stichwaffe angegriffen. Der Mann sei am Sonntagabend in einer Kleingartenanlage im Berliner Bezirk Spandau aufgespürt worden und mit der Waffe auf die Polizisten zugelaufen. Daraufhin habe ein Spezialeinsatzkommando das Feuer eröffnet. Trotz sofortiger Reanimationsversuche sei der Mann noch am Einsatzort gestorben. (dpa)
19:16 Uhr
Sonntag, 26. Juli
Mutmasslicher CSD-Angreifer ist tot
Der mutmassliche Täter des Anschlags auf den Christopher Street Day (CSD) in Berlin ist nach Informationen des Rundfunks Berlin-Brandenburg (rbb) bei einem Polizeieinsatz erschossen worden. Einsatzkräfte seien zu einer Gartenlaube im Berliner Bezirk Spandau ausgerückt.
Der Einsatz stehe im Zusammenhang mit dem Angriff vom Samstagabend, sagte ein Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft. Der Einsatz dauere noch an. Ob es eine oder mehrere Festnahmen gegeben habe, konnte der Sprecher zunächst nicht sagen. Eine offizielle Bestätigung, dass es sich bei dem Erschossenen um den mutmasslichen Täter handelt, lag zunächst nicht vor. (chm)
18:13 Uhr
Sonntag, 26. Juli
«Liebe ist halal» – Gedenken an die Opfer des CSD-Angriffs
Nach dem Angriff am Rand des Christopher Street Day (CSD) haben Hunderte Menschen am Sonntag in der Berliner Marienkirche der Opfer gedacht. Unter den Gästen waren Bundeskanzler Friedrich Merz sowie mehrere Ministerinnen und Minister. Im Mittelpunkt der Feier standen Trauer, Zusammenhalt und ein Zeichen gegen Hass.
Die Berliner Imamin Seyran Ates erinnerte an einen Koranvers, wonach die Tötung eines Menschen der Tötung der ganzen Menschheit gleichkomme. Wer im Namen Gottes Hass gegen queere Menschen verbreite oder Gewalt ausübe, missbrauche den Glauben, sagte sie. «Liebe ist halal, sie ist erlaubt.» Für Gott seien Herkunft, Religion oder sexuelle Orientierung eines Menschen nicht entscheidend.

Auch der evangelische Bischof Christian Stäblein rief zum Zusammenhalt auf. Berlin lasse sich Freiheit und Offenheit nicht nehmen, sagte er. Es gebe nicht «die Queeren» und «die Anderen», sondern nur eine gemeinsame Gesellschaft.
Bundeskanzler Merz dankte den Kirchen für die Gedenkfeier und versprach der queeren Community, Freiheit und Toleranz zu schützen. Zugleich sagte er, inzwischen befinde sich niemand der Verletzten mehr in Lebensgefahr. Trotz der Trauer rief er dazu auf, sich die Freude und Offenheit der Gesellschaft nicht nehmen zu lassen. (dpa)
17:52 Uhr
Sonntag, 26. Juli
Ermittler: Abdul B. wollte sich der Terrormiliz Islamischer Staat anschliessen
Der mutmassliche Täter des Angriffs am Rand des Christopher Street Day in Berlin hat laut den Ermittlern im vergangenen Jahr mehrfach versucht, sich der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) anzuschliessen. Wie die Berliner Generalstaatsanwaltschaft mitteilt, reiste Abdul B. dafür über die Türkei nach Mauretanien und später in den Libanon, um von dort nach Syrien zu gelangen.

Im Libanon wurde er im Juli 2025 festgenommen und später zu drei Monaten Haft verurteilt. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland wurde er erneut festgenommen. Im Mai verurteilte ihn das Amtsgericht Tiergarten wegen der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat zu einer Jugendstrafe von einem Jahr und zehn Monaten und hob den Haftbefehl auf.
Dagegen legte die Generalstaatsanwaltschaft Berufung ein und forderte eine höhere Strafe sowie die weitere Inhaftierung. Laut Mitteilung zeigte sich Abdul B. vor Gericht weitgehend geständig und distanzierte sich vom IS. (dpa)
16:51 Uhr
Sonntag, 26. Juli
Berlin: Polizei nimmt mehrere Personen in Gewahrsam
Die Polizei hat nach dem Angriff am Rande des Christopher Street Day in Berlin mehrere Menschen in Gewahrsam genommen. Von Tatverdächtigen sprach Polizei-Sprecher Florian Nath dabei aber nicht. Er sagte zugleich auch: «Wir haben immer noch die Ermittlungshypothese, dass es nicht nur einen Tatverdächtigen sein könnte.»
Der Sprecher weiter: «Wir haben mehrere Personen, die wir natürlich im Zusammenhang mit dieser ganzen Tat befragt haben, die wir auch teilweise im Gewahrsam hatten, die wir im Gewahrsam haben», sagte er. «Wir müssen diesen Personen aber konkrete Tatverdachtsmomente zuordnen. Wenn wir das nicht können, dann sind diese Personen nach Ablauf von 48 Stunden zu entlassen.»
In dem betroffenen Bereich im Tiergarten war die Polizei am Nachmittag weiter mit der Tatortarbeit befasst. Derzeit werde das Fahrzeug, das zu dem Angriff genutzt wurde, von einem Unfallgutachter akribisch untersucht, sagte Polizei-Sprecher Nath am Nachmittag. Die Mordkommission habe hier sozusagen die Federführung der Ermittlungen.
«Wir sind die ganze Zeit dabei, Spuren zu analysieren und dann tatsächlich auch diese Spuren aneinanderzulegen, um nachher ein komplettes Tatbild, einen Tathergang rekonstruieren zu können und den dann auch gerichtsfest beweisen zu können», sagte Nath.
Bei dem Angriff scheine eine Hieb- oder Stichwaffe eingesetzt worden zu sein. «Das ist von Zeugen hier auch bestätigt worden. Das ist aber auch Bestandteil unserer Ermittlungen, jetzt genau zu verifizieren, was für eine Stich- oder Hiebwaffe eingesetzt worden ist, wie das Verletzungsmuster bei denjenigen ist, die hier die Opfer, die Geschädigten sind.» (dpa)
16:35 Uhr
Sonntag, 26. Juli
Merz nach Attacke beim CSD: «Lassen wir uns nicht einschüchtern»
Friedrich Merz rief nach der Attacke am Rande des CSD zum Zusammenhalt in Deutschland auf. «Diese Attacken haben nur einen Zweck: Sie wollen unsere Gesellschaft spalten», sagte der deutsche Bundeskanzler.
16:23 Uhr
Sonntag, 26. Juli
Bundesanwaltschaft wird CSD-Ermittlungen übernehmen
Die Bundesanwaltschaft wird die Ermittlungen zu dem mutmasslich islamistischen Terroranschlag am Rande des Berliner Christopher Street Days (CSD) übernehmen. Das kündigte Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) an. (dpa)
16:00 Uhr
Sonntag, 26. Juli
Bereits in der Vergangenheit «auffällig» und verurteilt
Der mutmassliche Angreifer sei schon in der Vergangenheit «auffällig» geworden. Dobrindt sprach von einem «hohen Mass von Straftaten» und einer «islamistischen Radikalisierung» des 21-Jährigen. In der Vergangenheit sei der Beschuldigte zu einem Jahr und zehn Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden, sagte Dobrindt. Dagegen habe die Staatsanwaltschaft Beschwerde eingelegt.
Der Tatverdächtige sei 2005 in Deutschland geboren und deutscher Staatsbürger, sagte der Innenminister. Der Mann habe einen libanesischen Hintergrund, seine Mutter sei 2002 in Deutschland eingebürgert worden. (dpa)
15:20 Uhr
Sonntag, 26. Juli
«Alles deutet auf islamistischen Terroranschlag»: Deutscher Innenminister zur Attacke beim CSD
Am Tatort, wo am Samstagabend ein Auto am Rande des CSD in Berlin in eine Menschenmenge gefahren war, äusserte sich der deutsche Innenminister Alexander Dobrindt zu dem Vorfall. «Alles, was wir sehen, deutet auf einen islamistischen Terroranschlag hin», sagte der CSU-Politiker.
14:44 Uhr
Sonntag, 26. Juli
Verdächtiger vom CSD ist Deutscher mit libanesischem Hintergrund
Der mutmassliche Täter von dem Angriff am Rande des CSD in Berlin ist nach Angaben von Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) deutscher Staatsbürger. Der 2005 in Deutschland geborene Mann habe einen libanesischen Hintergrund, sagte Dobrindt. Seine Mutter sei 2002 eingebürgert worden. «Er ist also als deutscher Staatsbürger hier zur Welt gekommen.» (dpa)
12:06 Uhr
Sonntag, 26. Juli
Von der Party zum Albtraum: Nach dem Anschlag am Berliner CSD sucht die Polizei einen Islamisten
Bei einer Amokfahrt am Samstagabend wurde eine Frau getötet und 16 weitere Menschen verletzt. Der Tatverdächtige soll ein Islamist sein, der schon vor seiner Tat mit dem Gesetz in Konflikt geraten war. (chm)
11:45 Uhr
Sonntag, 26. Juli
Amsterdam verstärkt Schutz für Grossereignis World Pride
Nach dem tödlichen Angriff am Rande der Berliner Christopher-Street-Day-Feier werden für die gegenwärtig in Amsterdam stattfindende World Pride zusätzliche Sicherheitsmassnahmen getroffen. Dies geschehe, wo immer es nötig erscheine, teilte Amsterdams Bürgermeisterin Femke Halsema am Sonntag laut der niederländischen Nachrichtenagentur ANP mit. Polizei, Staatsanwaltschaft und Stadtverwaltung arbeiteten dabei eng zusammen. Einzelheiten wurden nicht genannt.
Die World Pride gilt als eines der grössten internationalen Events der LGBTQ+-Bewegung. Das Festival findet in diesem Jahr zum ersten Mal in Amsterdam statt. Die mehrtägigen Veranstaltungen wurden am Samstag im Beisein von Königin Máxima ohne Zwischenfälle feierlich eröffnet. Als Höhepunkt ist für den kommenden Samstag die Bootsparade Pride Amsterdam über die Grachten der niederländischen Hauptstadt geplant. Zu den verschiedenen Veranstaltungen der World Pride werden insgesamt hunderttausende Besucher erwartet.
Der niederländische Ministerpräsident Rob Jetten bezeichnete den Berliner Angriff als «abscheuliche Gewalttat» und versicherte Bundeskanzler Friedrich Merz der Solidarität seines Landes: «In schwierigen Zeiten stehen wir Schulter an Schulter mit unseren deutschen Nachbarn.» (dpa)
10:04 Uhr
Sonntag, 26. Juli
Auto rast in Menschenmenge beim CSD in Berlin – eine Frau gestorben, Täter flüchtig
Beim Christopher Street Day (CSD) in Berlin wurden am Samstagabend mehrere Personen von einem Auto angefahren. Eine Frau kam dabei ums Leben, 16 weitere Personen wurden verletzt. Die Polizei geht davon aus, dass es sich beim Täter um einen 21-Jährigen aus dem islamistischen Milieu handelt.
07:10 Uhr
Sonntag, 26. Juli
Abdul B. soll den Anschlag verübt haben
Wie Generalstaatsanwaltschaft und Landeskriminalamt Berlin mitteilten, handle es sich beim Verdächtigen um den 21-jährigen Abdul B. Die Behörden ermitteln «aufgrund des Verdachts eines Anschlags».

Er habe Familie in Berlin und wurde erst im Mai 2026 aus dem Jugendarrest entlassen. Nach dem Mann wird nun auch öffentlich mit einem Foto gefahndet. (dpa)
07:04 Uhr
Sonntag, 26. Juli
Das sind die Reaktionen
Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) reagierte bestürzt auf den Vorfall: «Es ist ein Angriff auf unsere freie und weltoffene Gesellschaft – nach einem friedlichen und bunten CSD wurde die Versammlung für ein tolerantes und friedliches Berlin auf brutalste Art attackiert. Berlin ist die Stadt der Freiheit – und unsere Freiheit ist heute aufs Schrecklichste angegriffen worden.» Auf die Frage, ob es sich um einen Terroranschlag handle, entgegnete Wegner: «Es ist zu früh, das heute zu sagen.»
Auch der Berliner Stadtentwicklungssenator Christian Gaebler warnte vor Spekulationen über den Hintergrund. Auf die Frage, ob es irgendwelche Hinweise auf einen politischen oder kriminellen Hintergrund gebe, antwortete der SPD-Politiker, dazu könne man im Moment noch nichts sagen. «Es hat sich ja auch nicht in der Veranstaltung selbst abgespielt, sondern tatsächlich im Tiergarten.» Deshalb sei die Lage auch so unübersichtlich.
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) bot noch am Abend den Landesbehörden die Unterstützung des Bundes an. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) wurde laut einem Sprecher der Bundesregierung unmittelbar nach der Tat informiert. Merz und Dobrindt seien in Gedanken bei den Opfern und ihren Familien und «werden sich mit besonderem Nachdruck für Aufklärung und Ahndung der abscheulichen Tat einsetzen», sagte der Sprecher.
«Es trifft unsere Stadt mitten ins Herz»
Der CDU-Spitzenkandidat für die bevorstehende Abgeordnetenhauswahl in Berlin, Stefan Evers, drückte auf der Plattform X sein Entsetzen aus und schrieb: «Es trifft unsere Stadt mitten ins Herz.» Berlins Queerbeauftragter Alfonso Pantisano sagte vor Ort sichtlich betroffen: «Alle versuchen gerade, ihre Netzwerke zu kontaktieren, um zu erfahren, ob die Menschen safe nach Hause gekommen sind.» Für die queere Community sei dies ein grosser Trauertag.
In der Nacht sagten die CSD-Veranstalter dann zwei für Sonntag geplante Veranstaltungen ab. (dpa)
06:15 Uhr
Sonntag, 26. Juli
Tatverdächtiger aus islamistischer Szene
In der Nacht gab die Polizei bekannt, dass sie einen mutmasslichen Verdächtigen identifiziert habe. «Der Mann ist polizeibekannt und wird der islamistischen Szene in Berlin zugerechnet», sagte Polizeisprecher Florian Nath. (dpa)
06:01 Uhr
Sonntag, 26. Juli
Griff der Täter auch mit einer Stichwaffe an?
Was dann geschah, war bis zum Morgen nicht ganz klar. «Es ist Bestandteil der Ermittlungen, ob es eine zweite Tatphase nach der Fahrphase gab. Ob jemand dann das Fahrzeug verlassen hat und mit möglichen Stichwaffen auf Personen eingewirkt und diese verletzt hat», sagte Nath. Nach Zeugenangaben sollen einige Menschen durch Stiche verletzt worden sein, manche wollen einen schwarz gekleideten Mann mit einer Machete gesehen haben.
Die Polizei prüft diese Angaben. Demnach gibt es auch unterschiedliche Aussagen dazu, ob es einen oder mehrere Täter gab. Das Gebiet rund um den Tatort wurde grossräumig abgesperrt, der Tiergarten mit Wärmebildkameras abgesucht, wie Nath schilderte. Die Polizei ging zuletzt nicht davon aus, dass sich der Täter noch in dem Bereich aufhält, sondern anderswo in Berlin ist.
Noch ist unklar, ob der Verdächtige wirklich das Fahrzeug steuerte und wem der weisse Kastenwagen gehört. Es handele sich um ein Privatfahrzeug, nicht um einen Mietwagen, erklärte Polizeisprecher Nath. Das leere und stark demolierte Fahrzeug wurde im Bereich des Tatorts sichergestellt. Bis zum Morgen blieben die genauen Hintergründe des Angriffs unklar.

In den Stunden nach der Attacke gab es nach Angaben des Polizeisprechers mehrere Polizeieinsätze in Berlin, die im Zusammenhang mit der Tat standen. Dazu gehörte eine Durchsuchung gegen 1.10 Uhr in einer Wohnung im Stadtteil Schöneberg. Da dort niemand angetroffen wurde, habe es auch keine Festnahme gegeben, sagte Nath. (dpa)
23:58 Uhr
Samstag, 25. Juli
Zahlreiche Verletzte
Der Täter war mit seinem Transporter laut Polizeisprecher Nath am Ahornsteig parallel zur Lennéstrasse unterwegs gewesen. Dort habe er mehrere Menschen angefahren, möglicherweise auch umgefahren, bevor das Fahrzeug einen Baum rammte. Der Fahrer sei dann ausgestiegen und in unbekannte Richtung geflüchtet. (dpa)
23:55 Uhr
Samstag, 25. Juli
CSD abgebrochen
Das Bühnenprogramm wurde zunächst fortgesetzt, bis wenig später ein Moderator die Menschen aufforderte, das Veranstaltungsgelände umgehend, aber ruhig und geordnet zu verlassen. Auf den Videoleinwänden am Brandenburger Tor erschien auf gelbem Hintergrund das Wort «Evakuierung».
Die Besucher wurden aufgefordert, nicht in Richtung Siegessäule zu gehen, sondern die U-Bahneingänge am Brandenburger Tor zu nutzen. Auch über soziale Medien forderte der Veranstalter die Besucher auf: «Bitte geht nach Hause. Der CSD ist abgebrochen.» (dpa)
23:50 Uhr
Samstag, 25. Juli
Ein Todesopfer – 16 Verletzte
Die Feierstimmung im Herzen der Hauptstadt nahm gegen 22 Uhr ein jähes Ende, als der weisse Kastenwagen in der Nähe des Potsdamer Platzes plötzlich in die Menschenmenge fuhr. Laut Polizei erlitt eine Frau tödliche Verletzungen. Neben ihr gab es nach Angaben von Feuerwehrsprecher Dominik Pretz 16 Verletzte, von denen drei lebensbedrohlich, acht schwer und fünf leicht verletzt wurden. Die lebensbedrohlich und schwer verletzten Menschen seien alle in Krankenhäuser gebracht worden. (dpa)

23:00 Uhr
Samstag, 25. Juli
Hunderttausende bei der Parade
Hunderttausende Menschen hatten in der Hauptstadt am Samstag den Christopher Street Day (CSD) gefeiert. Die Strassenparade – Höhepunkt eines bunten Programms während der Woche – begann am Mittag und endete abends am Brandenburger Tor.

Mit ihrem Demonstrationszug wollten die Veranstalter ein Zeichen für Demokratie, Toleranz und Vielfalt setzen. Am Abend trat unter anderem Popmusikerin Sarah Connor bei der Abschlusskundgebung am Brandenburger Tor auf. (dpa)
22:53 Uhr
Samstag, 25. Juli
Transporter rast in Menschenmenge
Laut der «Bild» hat sich der Vorfall gegen 22 Uhr am Tiergarten zugetragen; die Polizei hat das Geschehnis bestätigt. Augenzeugen schildern gegenüber der Zeitung, dass ein weisser Transporter mit hoher Geschwindigkeit in den Tiergarten gerast sei. Ein Mann soll anschliessend aus dem Wagen gestiegen und zu Fuss geflüchtet sein.

