notifications
Pharma

Abnehmspritzen sorgen für Traumrenditen – platzt bald die Blase?

Experten der Beratungsagentur Deloitte warnen vor einem Klumpenrisiko.
Abnehmspritzen und -Pillen treiben die Rendite der Hersteller nach oben.
Bild: Getty Images

Die 20 weltweit grössten Pharmafirmen erwarten erstmals mehr Umsätze mit Abnehmmedikamenten als mit Krebsmitteln. Das zeigt eine Studie des Beratungsunternehmens Deloitte. Untersucht wurden auch die Schweizer Konzerne Roche und Novartis. Insbesondere Roche möchte bei den Abnehmspritzen zur weltweiten Nummer 3 aufsteigen.

Die durchschnittliche erwartete Rendite auf Forschungsinvestitionen stieg gemäss der Studie auf 7 Prozent im Jahr 2025. Ein wichtiger Treiber sind die Behandlungen für Übergewicht, die aber auch andere Krankheiten wie chronische Herzinsuffizienz, Osteoarthritis und Leberfibrose adressieren.

«Diese Medikamente machen inzwischen rund 38 Prozent der erwarteten Umsätze der Spätphasen-Pipeline aus – also jener Projekte, die sich in den letzten klinischen Entwicklungsphasen befinden oder bereits zur Zulassung eingereicht wurden», heisst es in der Studie. Ohne diese Mittel wäre die Rendite mit nur 2,9 Prozent nicht einmal halb so hoch. Auch der durchschnittlich erwartete Spitzenumsatz pro Medikament stieg von 510 auf 598 Millionen US-Dollar. Ohne diese Wirkstoffklasse läge er mit 353 Millionen deutlich tiefer.

Alexander Mirow, Leiter Life Sciences bei Deloitte Schweiz, warnt: «Der GLP-1-Boom treibt die Renditen der Pharmaunternehmen, macht sie aber auch fragil.» Die Branche hänge zunehmend an wenigen Wirkmechanismen. «Kippt der Markt – etwa bei einer Verschärfung der Preisregulierung und des Marktzugangs, bei zunehmendem Wettbewerbsdruck oder Engpässen in der Produktion – geraten ganze Portfolios unter Druck.» Dies führe zu einem erheblichen Klumpenrisiko. Die Branche müsse deshalb auch Wirkstoffe gegen Krankheiten erforschen, die ein ähnliches Potenzial hätten. Dazu gehörten Alzheimer, Herzkrankheiten oder Depressionen.

Mehr zum Thema: