Aargau/Engadin

Schwerer Kutschenunfall im Rosegtal: Das Todesopfer ist eine Aargauerin

Die Bremsen streikten, ein Pferd rutschte aus, und die Kutsche prallte gegen einen Baum: Im Rosegtal endete ein Kutschenausflug in einer Tragödie.

Ein Bach, Lärchen- und Arvenwälder, Blick auf das Gletscherpanorama: Das Rosegtal bietet eine idyllische Naturlandschaft. Doch am Samstagnachmittag wurde die beliebte Engadiner Tourismusdestination zum Schauplatz einer Tragödie. Eine Kutsche mit 40 Passagieren, aufgeteilt auf zwei Anhänger, prallte auf der Rückfahrt nach Pontresina gegen einen Baum. Dabei wurden zahlreiche Fahrgäste aus den beiden Anhängern geschleudert. Zwölf Personen wurden verletzt, zwei davon schwer, wie die Kantonspolizei Graubünden am Sonntag mitteilte. Eine 73-jährige Frau erlitt bei der Kollision derart schwere Verletzungen, dass sie noch vor Ort verstarb. Drei Helikopter und vier Ambulanzen brachten die Verletzten in umliegende Spitäler.

Gemäss Informationen dieser Zeitung handelt es sich beim Todesopfer um eine Aargauerin. Organisiert wurde die Reise von der Firma Frey-Reisen aus Schlossrued. Dort bestätigt der Inhaber, dass alle Reisenden der Gruppe aus dem Aargau kommen. «Das Wohlergehen unserer Kundinnen und Kunden steht nun an oberster Stelle», lässt er verlauten und weist darauf hin, dass bis morgen voraussichtlich alle Verletzten aus den Spitälern entlassen würden.

Die Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen aufgenommen und klärt in Zusammenarbeit mit der Polizei den Unfallhergang ab. Gemäss ersten Erkenntnissen bemerkte der Kutscher, dass die Bremsen nicht gut genug funktionierten. Er wollte deshalb das Gefährt auf der abfallenden Strasse auf einen flachen Ausweichplatz stellen. Bei diesem Manöver stürzte ein Pferd, und die Kutsche wurde unsteuerbar.

Pferde brannten durch und kollidierten mit Auto

Beim Unglück im Engadin handelt es sich um das schwerste Kutschenunglück der letzten Jahre in der Schweiz. Unfälle mit Kutschen sind indes keine Seltenheit. Erst im vergangenen Februar hielt ein Kutscher sein Gespann auf einem Werkhof in Lotzwil BE an und stieg ab. Plötzlich brannten die zwei Pferde durch und prallten mit einem Autofahrer zusammen. Dieser erlitt leichte Verletzungen, die Tiere starben.

Im Mai 2022 starb ein 62-jähriger Mann in Oberembrach ZH, nachdem die Kutsche umgekippt war. Im Januar 2020 fiel eine Kutsche auf einer Nebenstrasse in Lupfig AG auf die Seite, als das Zweigespann nach rechts abbiegen wollte. Drei erwachsene Personen und drei Kinder wurden mit leichten Verletzungen ins Spital gebracht, drei weitere Passagiere kamen mit dem Schrecken davon. Die Pferde blieben unverletzt. Im Juli 2020 forderte ein Kutschenunfall in Brittnau AG sieben Verletzte.

Ein Unfall mit mehreren Passagieren passierte im Juli 2015 in Osterfingen SH. Eine mit 16 Personen besetzte Kutsche stürzte auf einer steilen Strasse eine Waldböschung hinunter und blieb zwischen Bäumen hängen. Zwei Personen, darunter der 73-jährige Kutscher, wurden schwer verletzt, acht weitere mittelschwer oder leicht. Von den drei eingespannten Pferden starb eines, ein weiteres wurde verletzt.

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