WEF soll Klimaverantwortung übernehmen

WEF 2020 ⋅ Das WEF in Davos soll sich der Klimaverantwortung stellen: Mit dieser zentralen Forderung begann am Sonntag in Landquart die dreitägige Klimawanderung von Klimaaktivisten nach Davos.

Aktualisiert: 
19.01.2020, 14:31
19. Januar 2020, 13:42

Über 500 Menschen versammelten sich ab 12.00 Uhr auf dem Bahnhofplatz in Landquart um den Klimamarsch ins 40 Kilometer entfernte Davos unter die Füsse zu nehmen. Alphornklänge, irische Volksmusik, Ansprachen und vegane Verpflegung prägten den Auftakt zur Klimawanderung. Nicht anwesend war die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg. Sie wird aber am WEF erwartet.

In mehreren Reden wurden Organisatoren und Teilnehmer des WEF aufgefordert, Verantwortung für das Klima zu übernehmen und von einer einseitigen Wachstumsideologie zulasten der Umwelt und des Klimas Abstand zu nehmen. Seit dem Besuch Thunbergs am WEF im letzten Jahr sei nichts passiert.

Letzte Etappe nicht bewilligt

Gegen 13.30 brachen die Klimaaktivisten zum Marsch nach Davos auf. Das Bündnis von Klimaaktivisten unter dem Namen Strike-WEF will die dreitägige Wanderung von Landquart bis zum WEF-Austragungsort absolvieren. Etappenorte sind Schiers und Klosters im Prättigau. Mit dem Marsch wollen die Klimaaktivisten die 3000 Teilnehmer des Weltwirtschaftsforums auf deren Verantwortung im Klimaschutz hinweisen.

Die Bündner Behörden bewilligten den Marsch allerdings nur bis Klosters. Den letzten Abschnitt nach Davos dürfen die Winterwanderer und WEF-Kritiker nicht mehr unter die Füsse nehmen. Die Behörden begründen das Verbot damit, dass die Kantonsstrasse auf diesem Streckenabschnitt auch als Rettungsachse dient.

Das Klimabündnis will aber die ganze geplante Wanderung bis nach Davos durchmarschieren. Es beabsichtigt, am Dienstag, am WEF-Eröffnungstag, die Wanderung von Klosters aus fortsetzen, und zwar auf Wegen, die keiner Bewilligungspflicht bedürfen wie etwa Wanderwege, wie sie mitteilten.

In Davos wollen die Winterwanderer gemeinsam mit den Jungsozialisten (Juso) auf dem Rathausplatz eine Demonstration abhalten. Die Behörden wiederum bewilligten zwei separate, zeitlich gestaffelte Kundgebungen, bei denen die Teilnehmerzahl jeweils auf 300 begrenzt sein soll.

Der "Landquarter Kessel"

Landquart war letztmals im Jahre 2004 Schauplatz einer grossen Anti-WEF-Demonstrationen. Polizei und Armee stoppten damals mit einem Grossaufgebot die Kundgebung und kesselten die Manifestanten auf dem Bahnhofplatz ein.

Über 1000 Personen waren im so genannten "Landquarter Kessel" festgehalten und von der Polizei bei grimmiger Kälte bis in die frühen Morgenstunden kontrolliert worden. (sda)


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