Vor allem Hochqualifizierte wandern zu

ZUWANDERUNG ⋅ Seit Anfang des 21. Jahrhunderts hat sich die Zusammensetzung der Migrationsströme in die Schweiz stark verändert. Gemäss einer neuen Studie nahm die Zuwanderung hochqualifizierter Arbeitskräfte zwischen 1991 und 2014 in der Schweiz um mehr als das Doppelte zu.

25. Oktober 2018, 10:35

Demnach ist die Anzahl der neu Einwandernden mit Tertiärausbildung von 30'000 im Jahr 1991 auf 40'000 nach 2000 und auf über 60'000 nach 2007 angestiegen. Heute machen die hochqualifizierten Migrantinnen und Migranten die Hälfte aller jährlichen Zuwanderungen aus.

Die Unterschiede sind je nach Herkunft der Zugewanderten gross. Gemäss der Studie sind vier von fünf Einwandernden aus Frankreich und Grossbritannien hochqualifiziert. Bei den Personen aus Deutschland und Österreich beträgt dieser Anteil zwei Drittel, während es bei den Portugiesinnen und Portugiesen nur knapp ein Viertel ist.

Die grösste Veränderung gab es bei Migrantinnen und Migranten aus Spanien und Italien. Heute sind über die Hälfte der zugewanderten Personen aus diesen beiden Ländern hochqualifiziert. Vor einem Vierteljahrhundert war dieser Anteil noch viel kleiner.

Die Wissenschaftler erklären sich den Wandel hauptsächlich durch die Nachfrage auf dem schweizerischen Arbeitsmarkt. Die neuen Datensätze zeigen, dass mehr als die Hälfte der hochqualifizierten europäischen Migrantinnen und Migranten schon vor ihrer Einreise in die Schweiz einen Arbeitsvertrag hatten.

Trotzdem habe die internationale Migration nur eine untergeordnete Rolle in der Antwort auf die Bedürfnisse des Arbeitsmarkts gespielt, schreiben die Forscher. Von 2010 bis 2013 konnte sie weniger als 30 Prozent der Nachfrage nach hochqualifizierten Arbeiterinnen und Arbeitern decken. Neue Generationen von jungen Einheimischen, die besser qualifiziert sind als ihre Grosseltern, haben die grössere Rolle gespielt.

Die Untersuchung für die Reihe "Social Change in Switzerland" der beiden Wissenschaftler Philippe Wanner und Ilka Steiner basiert auf mehreren neuen Datensätzen. Beteiligt gewesen waren die Universitäten Lausanne und Genf, das Institut Fors und das Schweizerische Kompetenzzentrum für Forschung. (sda)


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