Transparency International: Schweiz hat bei der Korruptionsbekämpfung noch Lücken

SCHWEIZ [NEWS SERVICE] ⋅ Die Schweiz steht bei der Umsetzung der Anti-Korruptionskonvention gut da, es gibt aber laut Transparency International noch grosse Baustellen. So müsse etwa der Schutz von Whistleblowern verbessert werden.

13. Oktober 2020, 11:11

(agl) Die Schweiz gehört zu den wenigen Ländern, die die OECD Anti-Korruptionskonvention aktiv umsetzen. Das zeigt der «Exporting Corruption Report 2020», den die Nichtregierungsorganisation Transparency International (TI) am Dienstag veröffentlichte. «Weiterhin hat aber auch die Schweiz gewichtige Hausaufgaben zu machen, um die Konvention korrekt umzusetzen», heisst es in einer Mitteilung vom Dienstag.

Solange die Schweiz nur über ungenügende Mechanismen verfüge, um Korruption aufzudecken und Geldwäscherei nicht konsequent unterbinde und ahnde, werde «sie auch in Zukunft regelmässig in die grossen Korruptions- und Geldwäschereiskandale verwickelt sein», wird Martin Hilti, Geschäftsführer von Transparency International Schweiz, in der Mitteilung zitiert.

TI Schweiz fordert deshalb, dass die Schweiz unter anderem den Schutz von Whistleblowern verbessert, den Geltungsbereich des Geldwäschereigesetzes «auf gewisse Tätigkeiten von Anwälten» ausweitet und mehr Transparenz bei Verurteilungen wegen Korruption schafft. Weiter soll ein öffentliches Register geschaffen werden, das die wirtschaftlich Berechtigten an Gesellschaften und Trusts offenlegt.


Login