Mehrheit der Kantone für Verbot von Grossveranstaltungen bis Ende Jahr

SCHWEIZ [NEWS SERVICE] ⋅ Geht es nach den Kantonen soll der Bundesrat das Verbot für Grossveranstaltungen vorerst verlängern. Diese könnten massgeblich zu einer weiteren Verbreitung des Coronavirus beitragen, warnen sie. Damit dürften die Chancen für eine Lockerung sinken.

30. Juli 2020, 15:47

(rwa) Aus Sicht der Kantone ist weiterhin Vorsicht geboten. Die Gefahr einer zweiten Welle werde noch einige Zeit nicht gebannt sein und die Lage bleibe labil, betonte die Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektoren (GDK) in einer Mitteilung vom Donnerstag. Für den baselstädtischen Regierungsrat Lukas Engelberger, der die GDK präsidiert, ist klar: «Wir brauchen alle den Schnauf von Langstreckenläuferinnen und -läufern.»

Zwar zieht die GDK nach den ersten sechs Wochen in der «besonderen Lage» eine vorwiegend positive Bilanz. Wo nötig, hätten die Kantone Massnahmen zum Schutz vor dem Coronavirus getroffen. Etabliert sei auch die Nachverfolgung von Infektionsketten. Sorgen bereiten der GDK hingegen die Ferienrückkehrer aus dem Ausland und der bevorstehende Schulbeginn.

Entscheid über Lockerung im November

Angesichts steigender Fallzahlen lehnen die Kantone mehrheitlich eine rasche Lockerung des Veranstaltungsverbots mit über 1000 Personen ab. Das Verbot müsse vorerst bis Ende Jahr verlängert werden, fordert die GDK. Auf der Grundlage der epidemiologischen Entwicklung sei der Entscheid im November zu überdenken. Nach Ansicht der Kantone sollen die Herbstmonate dazu genutzt werden, um Erfahrungen mit grösseren Veranstaltungen mit mehreren Hundert Besuchern zu sammeln.

Skeptisch steht die GDK einer Bewilligungspflicht für Grossveranstaltungen auf kantonaler Ebene gegenüber. Die Einführung würde vielschichtige Vollzugsprobleme nach sich ziehen. Sollte sich der Bundesrat für diese Option entscheiden, brauche es einheitliche Kriterien.


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