Drohender Absturz an der Urne: Die CVP will auf Bezug zu christlichen Werten verzichten

SCHWEIZ [NEWS SERVICE] ⋅ Die CVP befürchtet, bei Wahlen unter die 10-Prozent-Marke zu fallen. Um dem entgegenzuwirken, will sie ihren Namen ändern. Eine «Öffnungsstrategie mit Namenswechsel» soll bis im Herbst vorliegen.

28. Juni 2020, 07:47

Die Bezeichnung «christlich» sei ein Handicap, wird Parteipräsident Gerhard Pfister in der Sonntagszeitung zitiert. Dem Blatt liegt eine parteiinterne Studie vor. Diese kommt zum Schluss, dass 79 Prozent der Wähler «einen Namen, der Bezug auf christliche Werte nimmt», nicht attraktiv finden. Auch in der Basis will man vom religiösen Stallgeruch der einstigen «Konservativ-Christlichsozialen Volkspartei» wegkommen. 53 Prozent der CVP-Mitglieder sehen den jetzigen Namen gemäss der von der Sonntagszeitung zitierten Studie als «schlechteste Variante.»

Gemäss Lukas Golder vom Forschungsinstitut GFS, das die Studie durchgeführt hat, droht der CVP der Fall unter die 10-Prozent-Marke. Gerhard Pfister sagt: «Ein Aufbruch wäre für uns unter dem Begriff Mitte denkbar.» Laut Studie würden allerdings nur 42 Prozent der Stimmberechtigten die CVP eher wählen, wenn sie «Mitte» heissen würde. Bis zum Herbst will Gerhard Pfister der Basis nun eine «Öffnungsstrategie mit einem Namenswechsel» vorlegen.


Login