Während in der mächtigsten Demokratie der Welt ein amtlich verurteilter US-Präsident vor den Augen der Welt halbkriminellen und zwielichtigen Gestalten Ämter zuschachert, könnte man sich zu Recht fragen: Ist Nikolai Gogols «Revisor», diese zum Brüllen komische Gesellschaftskomödie aus dem 19. Jahrhundert, in der sich korrupte Beamten in der russischen Provinz aus Angst vor den juristischen Konsequenzen ihres Tuns bei einem jungen Mann namens Chlestakow anbiedern, weil sie ihn für einen Revisor halten, nicht überholt? Wozu dieses Theater, wenn es doch en vogue geworden ist, sich auch in Amtsträgerwürden als Verbrecher öffentlich zu positionieren, wenn die Scham selbst den Schamlosesten kein innerer Kompass mehr ist?
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