Man staunt und freut sich verblüfft: Vor grossen Gefühlen hat diese Literatur keine Angst. In Meral Kureyshis «Elefanten im Garten» legt sich die Erzählerin weinend auf das Grab des Vaters, damit die Tränen durch die Erde auf dessen Gesicht landen. In Feridun Zaimoglus «Sohn ohne Vater» zerreisst der Erzähler die Briefe des verstorbenen Vaters, weil er den Schmerz nicht ertragen würde, wenn er später versehentlich auf diese stossen würde. In vielen neueren Migrantenromanen trifft man sie an, diese fragilen jungen Erwachsenen mit übergrossem, offenem Herzen – und einem Bedürfnis, ihrem Vater einen Liebesbrief ins Grab zu schreiben.
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