Nello Santi 88-jährig gestorben

TODESFALL ⋅ Der Dirigent und frühere Musikdirektor des Zürcher Opernhauses, Nello Santi, ist am Mittwoch im Alter von 88 Jahren verstorben. Das Opernhaus Zürich verliere mit ihm einen der grössten Meister seines Faches.

06. Februar 2020, 20:54

Seit über 60 Jahren sei Nello Santi mit dem Opernhaus Zürich verbunden gewesen, so lange wie kein anderer Künstler in der Geschichte des Hauses, teilte das Opernhaus am Donnerstagabend mit.

Santi war am 22. September 1931 im italienischen Adria (Venetien) geboren worden. Gerade mal mit 20 Jahren debütierte er 1951 mit Verdis "Rigoletto" am Teatro Verdi in Padua und legte damit den Grundstein für eine aussergewöhnliche Karriere, die ihn an die grössten Opernhäuser der Welt brachte.

Am Opernhaus Zürich debütierte er 1958 mit Verdis "Die Macht des Schicksals". Bis 1969 war er Musikdirektor des Hauses. 94 Premieren hat er in über 60 Jahren in Zürich geleitet, unter vielen anderen drei Inszenierungen von "Manon Lescaut", drei "Liebestrank"-Produktionen, fünf Premieren von "Rigoletto" und drei Inszenierungen von Donizettis "Lucia di Lammermoor".

Noch im letzten Jahr habe er abermals eine Wiederaufnahme von "Lucia di Lammermoor" vor ausverkauftem Haus und einem jubelnden Publikum dirigiert, schreibt das Opernhaus. Für die kommende Saison 2020/21 seien weitere Dirigate geplant gewesen. Die Intendanz von Andres Homoki sei die Achte, die er am Zürcher Opernhaus erlebt habe.

Die Interpretationen der grossen italienischen Opern seien seit Jahrzehnten weltweit legendär gewesen und gehörten auch in Zürich zu den ganz besonderen künstlerischen Höhepunkten. Das Opernhaus Zürich verliere mit ihm einen der grössten Meiste seines Faches. "Seine zahlreichen Freunde und künstlerischen Wegbegleiter trauern mit seiner Familie um den herausragenden und charismatischen Menschen und Künstler", wird Andreas Homoki, Intendant des Zürcher Opernhauses, in der Mitteilung zitiert.

Für seine Verdienste im Schweizer Musikleben war Santi unter anderem mit der Hans-Georg-Nägeli-Medaille und dem STAB-Preis der Zürcher Stiftung für Abendländische Besinnung, ausgezeichnet worden: Der Staat Italien ehrte den Wahlschweizer mit dem Titel "Cavaliere". (sda)


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