Letzten Herbst war ich in London. Im Doppeldeckerbus sitzt vor mir eine Frau um die dreissig. Kopfhörer im Ohr, Blick aufs Display geheftet, rast sie durch Influencer‑Clips: Yoga, Kochen, ein Gesicht in Nahaufnahme. Dazwischen Nachrichten, Instagram, WhatsApp, TikTok. Sämtliche Filmchen laufen bei ihr in doppelter Geschwindigkeit, ein Flimmern aus Licht, Bewegungen und Fragmenten. Fast gemütlich wirkt das Vibrieren der Grossstadt – die für die junge Frau nicht einmal mehr Kulisse ist.
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