Oper

Todesurteil per Publikumsvoting: Die Luzerner Carmen ist unbequem

Zur Premiere überlebte Carmen, bei der nächsten Vorstellung vielleicht nicht mehr. George Bizets Oper wird am Luzerner Theater zum Sympathietest. Und unterwandert Erwartungen an den Stoff.
Wenn Carmen wütet, ist niemand sicher.
Foto: zvg/Ingo Hoehn

Das Volk hat entschieden: Carmen überlebt. In der Luzerner Inszenierung von Georges Bizets Carmen nach einer Adaption von Jean-Claude Carrière, Marius Constant und Peter Brook werden nicht nur die Handlungsstränge aufs Minimalste – und bisweilen darüber hinaus – komprimiert. Man entscheidet als Teil der Publikumsjury noch vor dem ersten Ton mittels eines Holzklötzchens, ob die Protagonistin gemäss der Vorlage von ihrem eifersüchtigen Geliebten erstochen werden soll oder nicht. Weiss für die tragische Geschichte, Rot für Gnade. Man will nicht mitverantwortlich sein für einen Femizid, darum wird es bei mir ein rotes Klötzchen.

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