Kameramann Pio Corradi ist tot

TODESFALL ⋅ Pio Corradi ist tot. Der Schweizer Kameramann arbeitete mit zahlreichen Schweizer Regisseuren zusammen und drehte mehr als 100 Spiel- und Dokumentarfilme. Corradi starb am Neujahrstag im Alter von 78 Jahren.

03. Januar 2019, 09:13

Das bestätigte Seraina Rohrer, Direktorin der Solothurner Filmtage, am Donnerstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Zuerst hatten die Tamedia-Zeitungen über den Tod des Filmers berichtet.

Corradi war an den Filmtagen ein gern gesehener Gast, zuletzt 2018 mit seiner Kameraarbeit für den Dokumentarfilm "Köhlernächte" von Regisseur Robert Müller. Dafür erhielt der Kameramann vom Bundesamt für Kultur den Schweizer Filmpreis für die beste Kamera. Zuvor war Corradi mit Qualitätsprämien des Bundes, Filmpreisen der Stadt Zürich und mit dem Kunstpreis des Kantons Baselland ausgezeichnet worden.

Seit 1978 war Corradi bei über 100 Dokumentar- und Spielfilmen beteiligt, darunter bei herausragenden Werken von Fredi M. Murer wie "Höhenfeuer" (1985) oder "Vitus" (2006). Erstmals führte er die Kamera bei den Dokumentarfilmen "Kleine Freiheit" (1978) und "Guber - Arbeit im Stein" (1980) von Hans-Ulrich Schlumpf.

Mit dabei war er bei zahlreichen Filmen über Künstler, Schriftsteller und Musiker: Erwähnt seien Ludwig Hohl, Meret Oppenheim, Gerhard Meier, Mani Matter, Mich Gerber, Dieter Roth, Peter Bichsel, Urs Fischer, Varlin, Thomas Hirschhorn und Giovanni Segantini.

Eng mit Corradi verbunden sind viele andere Dokumentarfilme wie "Reisen ins Landesinnere" (Matthias von Gunten), "Ur-Musig" (Cyrill Schläpfer), "Grüningers Fall" (Richard Dindo) oder "Heimatklänge" (Stefan Schwietert). (sda)


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