Am Ende ist er zurück, der Tastenlöwe. Als letzte Zugabe spielt Evgeny Kissin das, wofür ihn die Hörer seit fast einem Leben lieben. Virtuos und emotional rauscht er durch das Scherzo Nr. 2 von Frédéric Chopin. Üppig und extrovertiert. Doch «Scherzo» ist hier ironisch gemeint. Lustig und leicht ist da gar nichts. Eher könnte man von Galgenhumor sprechen. Die knallenden Säulen des Einstiegs, das antwortende, filigrane Blattgesäusel – mit seiner ganzen romantischen Expressivität lockt Kissin die Farben aus dem grossartigen Werk. Es ist an diesem Donnerstagabend im KKL eine Art Ausrufezeichen. «Hört her, dies kann ich auch noch.»
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