Interview

«Ich hätte zur Strafe in den USA leben müssen»

Charles Lewinsky ist der vielseitigste Geschichtenerfinder der Schweizer Gegenwartsliteratur. Nun wird er 80. Warum es keine Feier gibt, sondern einen neuen Roman.
Der Schriftsteller Charles Lewinsky wird 80 und veröffentlicht seinen neusten Roman "Eine andere Geschichte". Fotografiert am 17. März 2026 in Zürich.
Foto: Sandra Ardizzone

Man kann eigentlich nur staunen über sein nie versiegendes Geschichtenerfinden. Ob Liedtext, Sitcom, Kolumnen, Musical oder Roman: Charles Lewinsky ist ein erfolgreicher Hansdampf in allen literarischen Gattungen. Kurz vor seinem 80. Geburtstag treffen wir ihn im Diogenes Verlag in Zürich, wo striktes Fotoverbot gilt, aber ein Büro quasi für ihn und die Interviewtermine reserviert ist. Im jüdisch-orthodoxen Milieu aufgewachsen, lebt er schon lange als fröhlicher Freigeist. Nachdem er sich mit seinem Auto durch das verstopfte Zürich gequält hat, müsse er sich vor dem Interview zuerst freiblödeln, sagt er. Er lacht und fragt wie ein jungenhafter Schelm, ob er beim Aussteigen mit der Autotüre dem Auto des Verlagschefs eine Beule verpassen soll. Aber nein, er weiss, bei Diogenes tragen sie ihn auf Händen. Im Gespräch wirft er seine Pointen mit zielsicherer Lockerheit.

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