Sprache

Dreissig Jahre Rechtschreibreform: Der Krieg um Ketschup, Gämsen und Kommas

Um die Rechtschreibreform tobte in den 1990er Jahren ein zorniger Kulturkampf. Internetnutzer von heute können das kaum noch nachvollziehen. Diese Regeln beschäftigen uns heute noch.
Kein Schiffbruch: Die Idee, die Schifffahrt mit drei f zu schreiben, hat sich überall durchgesetzt.
Foto: Jockel Finck / AP

Sie wollten die deutsche Sprache einfacher machen, aber es wurde kompliziert: Heute vor genau dreissig Jahren unterschrieben die deutschsprachigen Länder eine Absichtserklärung zur Neuregelung der deutschen Rechtschreibung. Der Kulturkampf, der sich an der Frage entzündete, was denn nun korrektes Deutsch sei, war beispiellos: Literaturpapst Marcel Reich-Ranicki sprach von einer «Katastrophe». Hunderte Intellektuelle, darunter Elfriede Jelinek, Günther Grass oder Loriot, wandten sich in der sogenannten «Frankfurter Erklärung» in einem geschalteten Inserat in der «FAZ» an die Öffentlichkeit, um gegen Geldverschwendung und den Imageschaden für das Ansehen der deutschen Sprache und ihrer Literatur zu kämpfen.

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