Dalai Lama verlässt Spital

RELIGION ⋅ Der Dalai Lama ist am Freitag aus dem Spital entlassen worden. Wegen einer leichten Lungenentzündung war das religiöse Oberhaupt der Tibeter seit Dienstag in einer Privatklinik in Neu Delhi in Behandlung gewesen.

12. April 2019, 09:59

"Seine Heiligkeit hat heute Morgen das Spital verlassen", sagte sein Sekretär Tseten Chhoekyapa. Der 83-Jährige fühle sich "sehr gut" und sei "vollständig geheilt", sagte Chhoekyapa weiter. Der Dalai Lama werde ein paar Tage in der indischen Hauptstadt bleiben, ehe er in seinen Exilsitz im nordindischen Dharamsala zurückkehrt.

Seit seiner Flucht vor der chinesischen Herrschaft über Tibet vor 60 Jahren lebt der 14. Dalai Lama im Exil in Indien. Im Jahr 1989 wurde Tenzin Gyatso - so sein Mönchsname - für seinen gewaltlosen Kampf sowie auch seine Kompromissbereitschaft der Friedensnobelpreis verliehen.

Seine politische Rolle hat der Dalai Lama inzwischen offiziell aufgegeben. Er strebt nicht die Unabhängigkeit Tibets, jedoch eine grössere Autonomie an. Peking unterstellt dem Dalai Lama aber, Tibet von China abspalten zu wollen.

Die Frage seiner Wiedergeburt, an die seine Anhänger glauben, wird mit seinem zunehmendem Alter immer mehr zum Thema. China besteht darauf, dass nur Peking über die nächste Inkarnation des spirituellen Oberhaupts der Tibeter bestimmen könne.

Der Dalai Lama selbst hat mehrmals ins Gespräch gebracht, dass die Institution mit ihm enden könnte. Das müssten aber die Tibeter entscheiden, sagte er in Interviews. (sda/dpa/afp)


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