Arbeiten an Sagrada Familia legalisiert

ARCHITEKTUR ⋅ Nach 137 Jahren dürfen Architekten, Ingenieure und Bauarbeiter an der bis heute unvollendeten Basilika Sagrada Familia in Barcelona endlich werkeln, ohne das Gesetz zu brechen.

09. Juni 2019, 12:49

Das Lebenswerk des legendären Architekten Antonio Gaudí (1852-1926) hat erstmals eine offizielle Baugenehmigung erhalten, wie spanische Medien am Wochenende unter Berufung auf die Verwaltung der katalanischen Metropole berichteten. Die Baugesellschaft werde dafür gut 4,6 Millionen Euro zahlen.

Schluss mit Privilegien für Kirche

Die linke Stadtverwaltung von Bürgermeisterin Ada Colau hatte kurz nach ihrem Amtsantritt im Jahr 2015 herausgefunden, dass die berühmteste Baustelle Spaniens keine offizielle Bauerlaubnis besass.

Die Kirche werde nun "wie alle zahlen" und geniesse "keinerlei Privilegien mehr", wurde die zuständige Stadtplanerin Janet Sanz am Samstag in der Zeitung "La Vanguardia" zitiert. "Bisher wurde illegal gebaut. Endlich wird eine historische Anomalie unserer Stadt gelöst."

Die Genehmigung ist bis 2026 gültig. Bis dahin soll das Bauwerk fertiggestellt sein. Zudem wurde vereinbart, dass die Baugesellschaft 36 Millionen Euro zahlen muss, um die negativen Auswirkungen der Bauarbeiten auf die Nachbarschaft zu mildern.

Mit Spenden und Eintritten finanziert

Der 1882 begonnene Bau soll 2026 nach 144 Jahren vollendet werden. Bis dahin werde weitere Ausgaben in geschätzter Höhe von insgesamt 374 Millionen Euro nötig sein. Das Geld stammt ausschliesslich aus Spenden und Eintrittsgeldern.

Der höchste der Türme soll 2022 fertig werden und eine Höhe von 172,5 Metern haben. Damit wird die Sagrada Familia die höchste Kirche der Welt. Man trägt beim Bau aber dem Wunsch Gaudís Rechnung, wonach sie auf keinen Fall höher sein soll als Barcelonas Hausberg Montjuïc (180 Meter).

Das nördlich der Altstadt gelegene Gotteshaus, 2010 von Papst Benedikt XVI. zur Basilika geweiht, ist ein Wahrzeichen Barcelonas und eine der meistbesuchten Touristenattraktionen Spaniens. Der Sakralbau vereint die Stile der Neugotik und der Moderne. Seit 2005 ist die Kirche auch Unesco-Weltkulturerbe. (sda/dpa)


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