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Leserreise

Pinguine, Wale und das ewige Eis:
Die grosse Antarktis-Reise von Background Tours und CH Media

Ein Reiseblog von Manuel Nagel, Redaktor der «Thurgauer Zeitung».

Pinguine auf den Falklandinseln. Im Hintergrund ist die «Hanseatic nature» zu sehen.
Bild: Bild: Manuel Nagel

Ab Freitag, dem 25. November, werden hier möglichst regelmässig, jedoch anhängig von der Internet-Verfügbarkeit, Beiträge über die Reise in die Antarktis, organisiert von Background Tours und CH Media, publiziert.

10:52 Uhr

MITTWOCH, 30. NOVEMBER 2022

Schreiben ist Silber, Zeigen ist Gold

Mehr Text wird es später geben über unsere erste Anlandung mit den Zodiac Booten in einer Bucht auf den Falklandinseln. Ich lasse lieber einige Bilder sprechen, was wir heute ganz früh am Morgen erleben durften. Alle sind wohlbehalten aber teilweise klatschnass zurück auf das Schiff gekommen, und alle haben Bilder mitgenommen – im Kopf und in der Kamera –, die für die Ewigkeit bleiben.

00:38 Uhr

Mittwoch, 30. NOVEMBER 2022

Umkämpfte Inseln und Frühaufsteher

Morgen Mittwoch sind wir auf den Falklandinseln. Passend dazu hat Experte Wolfgang Weitlaner um 21.30 Uhr noch seinen Vortrag gehalten, der eigentlich schon gestern Montagnachmittag vorgesehen war, aber da befanden sich ja die meisten Passagiere auf dem Landgang in Ushuaia. Wolfgang ist ein Journalistenkollege, der – wie ich jetzt – vor einigen Jahren auf eine Pressereise in die Antarktis mit durfte und dabei an diese Gegend sein Herz verlor. Damit er hierher zurückkehren konnte, arbeitet er nun als Lektor und hält Vorträge wie eben über die Geschichte der Falklandinseln. Und diese Geschichte ist ja auch wirklich sehr spannend und nicht unkompliziert, bei all den wechselnden Besitzverhältnissen und Konflikten, von denen der Falklandkrieg 1982 den meisten Teilnehmern dieser Reise noch in Erinnerung sein dürfte.

Argentinien unter seiner Militärdiktatur besetzte am 2. April die Islas Malvinas. Malvinas ist der spanische Name für die Inseln, deren Bewohner jedoch britischer sind als die Einwohner im Mutterland. Das Empire unter der Eisernen Lady Margaret Thatcher schlug jedoch sogleich zurück, und der Krieg endete bereits am 14. Juni mit dem Sieg der Briten, was dann in der Folge auch zum Sturz der Militärjunta führte und im Dezember 1983 die Demokratie zurück nach Argentinien brachte. Leider liessen über 900 Menschen ihr Leben in diesem Krieg.

Ein äusserst kurzer Abriss der Ereignisse vor 40 Jahren, doch Wolfgang Weitlaner hat in seinem Vortrag auch die Zeit davor und danach beleuchtet und er hat für die kurzweilige Präsentation von seinem Publikum zurecht Applaus erhalten. Zumindest von den etwa 40 Personen, die im HanseAtrium dabei waren. Viele dürften den Vortrag jedoch aus ihrem Bett mitverfolgt haben. Auf einem der Fernsehkanäle kann man auch aus seinem Zimmer mitverfolgen, was die Experten jeweils zu erzählen haben. Und weil wir morgen in aller Früh aus den Federn müssen, haben wohl nicht wenige auf diese Möglichkeit zurückgegriffen.

In aller Früh bedeutet also etwa keineswegs erst um halb acht. Nicht dass die Daheimgebliebenen denken, wir lägen hier auf der faulen Haut auf unserer Reise. Bereits um 5.30 Uhr erfolgt die Ausbootung mit den Zodiac Booten in einer Bucht unweit der Hauptstadt Stanley. Anscheinend sollen wir da die ersten Pinguine auf unserer Reise sehen – wenn wir mal von all den Plüschpinguinen in den Souvenirläden von Ushuaia absehen. Meinem Göttimeitli (der Schweizer Ausdruck für Patentochter) habe ich übrigens versprochen, einen Pinguin mitzubringen. Aber hier muss ich wohl doch wieder auf die Plüschvariante zurückgreifen.

Sonst verlief unser Tag auf See eher geruhsam nach der Aufregung der Walsichtung. Unser Conferencier Nik Hartmann hat am späten Nachmittag in seinem ersten Pre Cap der Reise mit Kapitän Dolf Jenckel geplaudert und ihn nochmals zu den Gründen der Verzögerung befragt. Das nicht funktionierende Steuerungselement der Antriebsmaschine sei so noch nie vorgekommen, hat dieser gesagt. Anschliessend lud Dolf Jenckel vor dem Abendessen noch zum «Kapitäns-Willkommens-Cocktail» auf dem Pooldeck, auf dem den ganzen Tag über etliche Passagiere sich von der Sonne bräunen liessen. Wehe dem aber, der den Sonnenschutz vergessen hat. Hier unten hat man nach kürzester Zeit einen Sonnenbrand, wenn man sich nicht eincremt. Erst recht, wenn man einen so herrlichen und wolkenfreien Tag wie heute erlebt.

Danke!

Ich beende den heutigen Blogeintrag, indem ich «Danke!» sage. Zuerst einmal den aufmerksamen Leserinnen und Lesern meines Blogs. Und mit aufmerksam meine ich selbstverständlich auch all jene, die mich auf den etwas peinlichen Typo aufmerksam gemacht haben, nachdem ich geschrieben habe, ich hätte versucht, «in kurzen Hosen und Flipflops den kalten Wind zu ignorieren». Zu meiner Verteidigung muss ich sagen, dass die Buchstaben s und d auf der Tastatur gleich nebeneinanderliegen und die Rechtschreibkorrektur beide Worte als richtig einstuft – nicht nur die Hosen. Jedenfalls haben sich daraus einige lustige Gespräche mit vielen Passagieren an Bord ergeben, und wenn ich einigen ein Lächeln aufs Gesicht zaubern konnte, dann freut mich das. Sollte jemand eine Anregung oder einen Wunsch haben, über was ich mal berichten sollte an Bord, so kann man mich per E-mail unter manuel.nagel@chmedia.ch erreichen.

Danke an die Experten, die einem jederzeit für Fragen zu Verfügung stehen und nicht in ihrem Elfenbeinturm sitzen, an all die fleissigen Hände, die uns den Aufenthalt auf dem Schiff zu etwas Besonderem machen. In der sechsten Etage ist dies zum Beispiel Maria und ihr Housekeeping-Team, die uns die Kabine so herrichten, dass wir uns wohlfühlen, oder die Bedienung im Restaurant, die uns trotz Maske jeweils sichtbar ein Lächeln schenkt, unsere Wünsche erfüllt und uns wie Könige fühlen lässt. Und natürlich ein Dankeschön an die Küche, die uns nicht nur kulinarisch, sondern auch optisch verwöhnt.

Danke auch meinen Mitpassagieren, von denen viele nach nur wenigen gemeinsamen Tagen einem schon sehr vertraut vorkommen, auch wenn man sich nicht an jeden Namen erinnern kann. Die Aussage der Crew am ersten Abend auf dem Schiff, dass man zusammen mit den 160 Passagieren sich im Laufe der Reise wie eine grosse Familie fühle, die ist nicht einfach so dahergeredet. Vielleicht ist dieses Gefühl bei einer solch speziellen Reise noch etwas ausgeprägter, als wenn man eine andere Destination als die Antarktis ansteuert. Für mich als Alleinreisenden ist dies mit der «grossen Familie» nicht unwesentlich, da ich am (mittlerweile) heutigen 30. November meinen Geburtstag ohne meine Liebsten feiern muss. Es wird aber dennoch ein unvergesslicher Tag für mich auf den Falklandinseln werden, davon bin ich überzeugt.

12:38 Uhr

DIENSTAG, 29. NOVEMBER 2022

«Wale auf Steuerbord!»

Gerade als ich dabei bin, den vorherigen Blogbeitrag zum Vortrag von Benno Lüthi zu schreiben, ertönt aus den Bordlautsprechern wieder die Stimme des Kapitäns. Auf Steuerbord seien Wale gesichtet worden. Schnell das grosse Teleobjektiv montiert und raus aus der Kabine aufs obere Deck gestürmt. Auf dem Weg dorthin fragt ein Passagier, welche Seite denn Steuerbord sei. «Im Zweifelsfall dort, wo alle Leute mit ihren Fotoapparaten und Ferngläsern stehen», sage ich lachend – und so ist es dann auch, als wir oben ankommen.

Einer unserer Experten für die Tierwelt in der Antarktis teilt den Passagieren mit, dass gleich mehrere Arten von Walen um unser Schiff herumschwimmen: Grindwale, Finnwale und noch eine Art, deren Name mir in der Aufregung entfallen ist. Aber den Stundenglasdelfin konnte ich mir merken. Und unser Experte wird später sagen, dass er diese Tiere auch zum ersten Mal sieht. Welch ein Schauspiel, das sich uns bietet! Überall kommen immer wieder Tiere an die Wasseroberfläche, irgendwo zischt eine Wasserfontäne hoch darüber kreisen Sturmvögel.

Einige - ich inklusive - haben keine Zeit mehr gehabt, eine Jacke oder Handschuhe anzuziehen. Ich versuche, in kurzen Hosen und Flipflops den kalten Wind zu ignorieren. «Da muss man nun durch», sagt der Experte schmunzelnd. Das geht die ersten 20 Minuten so einigermassen, dann aber siegt die Vernunft doch noch und ich hole zumindest eine warme Jacke und Handschuhe.

Zur gleichen Zeit hätte im HanseAtrium der nächste Vortrag über Vögel stattfinden sollen. Undankbar für die Expertin. Da hätte sich wohl niemand zu ihr verirrt. Der Vortrag wurde nun auf 15 Uhr verschoben. So flexibel muss man auf hoher See sein.

10:55 Uhr

DIENSTAG, 29. NOVEMBER 2022

Besuch auf Hummock Island nur virtuell

Nach dem Frühstück hat Benno Lüthi um zehn Uhr zu einem Vortrag im HanseAtrium eingeladen, dem wohl etwas mehr als hundert Leute gefolgt sein dürften. Thema: «Hummock Island – Ein Naturschutzprojekt des Antarctic Research Trust (ART)».

1997 war Benno Lüthi Mitbegründer der Stiftung «Antarctic Research Trust», die er ausserdem präsidiert und in dessen Funktion er sich seitdem für den Schutz der antarktischen Tierwelt engagiert.

Antarctic Research Trust

Das Ziel der Stiftung Antarctic Research Trust (ART) ist wissenschaftliche Forschungsprojekte an antarktischen und subantarktischen Tieren durchzuführen bzw. zu unterstützen, um diese Tiere und ihren Lebensraum besser schützen zu können. Den Schwerpunkt der Forschung bildet die Ernährungsökologie von Pinguinen im Südwest-Atlantik.
Die durch die Forschung des ART gewonnenen Erkenntnisse werden nicht nur in der wissenschaftlichen Fachliteratur und diversen Medien publiziert, sondern auch den verantwortlichen Regierungsstellen und Umweltschutz-Organisationen zur Verfügung gestellt.
www.antarctic-research.org

Seit 2004 ist Benno Lüthi bei Feldarbeiten bei verschiedenen Forschungsprojekten auf den Falklandinseln, aber auch in Argentinien und Chile tätig. Er ist Co-Autor von etwa 20 wissenschaftlichen Publikationen und Buchkapiteln. Seit 1997 bereist Benno Lüthi regelmässig die Antarktis, zuerst als Passagier, dann auf verschiedenen Schiffen im Expeditionsteam.

Vor einigen Jahren konnte die Stiftung ART die Insel dem damaligen Besitzer, einem Farmer, abkaufen. Dieser hatte Schafe und Pferde auf der Insel, die etwa vier Kilometer lang und an den meisten Stellen rund 500 Meter breit ist. In den letzten Jahren waren Forscherinnen und Forscher im Auftrag von ART damit beschäftigt, die abgeweidete und erodierte Insel wieder in ihren ursprünglichen Zustand zu versetzen. Dazu pflanzten sie mehr las 100'000 Büschel Tussockgras an, das für die dort heimische Tierwelt so wichtig ist.

Leider können wir aufgrund der Verzögerung Hummock Island nicht besuchen. Heute Dienstag wäre die Anlandung geplant gewesen. Doch zumindest virtuell hat uns Benno Lüthi mit auf die Insel genommen und eindrücklich von deren Entwicklung in den letzten Jahren erzählt.

01:07 Uhr

DiensTAG, 29. NOVEMBER 2022

Endlich geht es los!

Die Borddurchsage von Kapitän Dolf Jenckel kommt um halb zehn Uhr abends unerwartet früh, denn bis 22 Uhr hatten die Passagiere ja noch Landgang. Doch nun seien auch noch die letzten Crewmitglieder eingetroffen, man werde in Kürze ablegen. Die Passagiere seien herzlich eingeladen auf einen «Sail-away-Drink» auf Deck 8 und 9. Eine Stunde zuvor sah man noch einen wunderschönen Regenbogen in der Bucht von Ushuaia.

Um Viertel vor zehn war es dann endlich so weit – mit fast 24 Stunden Verspätung. Die meisten Gäste wollen sich diesen Augenblick nicht entgehen lassen, wie wir losfahren und den Hafen von Ushuaia immer weiter hinter uns lassen. Viele haben einen «Port Tonic» vom Servicepersonal in die Hand gedrückt erhalten. Das sei der klassische Drink, wenn ein Schiff ausläuft. Portwein mit Tonic Water. Es gibt aber auch Gin Tonic vom Barmann.

«Vielleicht hat es diese Verzögerung auch gebraucht», sinniert Jeanette aus der Ostschweiz, damit man erkenne, dass eben nicht alles so selbstverständlich sei, wie man es immer gerne hätte. Nun würden sich alle noch mehr freuen, dass es endlich losgehe. Diese Freude sieht man auch Tina und Uli an. Ursprünglich aus Deutschland, sind sie nun in Österreich zu Hause und haben die Reise über Ruefa, das Partnerreiseunternehmen von Background Tours gebucht. Das Paar macht ein Selfie mit Ushuaia im Rücken.

Das belebte Zentrum der Hauptstadt von Feuerland war am Tag von vielen Passagieren besucht worden. Es hat dort viele Läden und Einkaufsmöglichkeiten an der wichtigsten Strasse, der Avenida San Martin. Aber schön ist sie nicht wirklich, auch wenn es einige pittoreske Stellen hat. Noch viel mehr hat es in dieser Strasse jedoch Souvenirläden und Sportgeschäfte, die Adventure-Kleidung anbieten, denn die Gegend ist ein Paradies für Mountainbiking, Trekking, Wandern und so weiter.

Als Ushuaia schon eine halbe Stunde hinter uns liegt, kommt uns Steuerbord die «Hanseatic inspiration» entgegen, das Schwesterschiff der «Hanseatic nature». Mit einem lautem «Tuut» begrüsst man sich. Ich plaudere dann noch ein wenig mit Christoph und Daniela aus dem Rheintal. Christoph und ich trafen uns zufällig am letzten Silvester in Davos via einen gemeinsamen Bekannten, mit dem ich mich auf einen spontanen Glühwein verabredet habe. Und nun treffen wir uns wieder am «Ende der Welt», mehr als 13'000 Kilometer von der Heimat entfernt. Die grosse weite Welt ist manchmal klein.

Den Abend lassen dann ein gutes Dutzend Gäste in der Observation Lounge ausklingen und Barfrau Svitlana sorgt dafür, dass niemand auf dem Trockenen sitzt, während unsere Schiffspianistin Magdalena Majerova sanfte Töne spielt. Kurz nach Mitternacht wünsche ich mir von ihr das Stück «Die Moldau» von Bedřich Smetana, bevor ich auch in die Kabine zurückkehre. Zufrieden und dankbar, dass das Abenteuer nun endlich losgegangen ist.

15:42 Uhr

MONTAG, 28. NOVEMBER 2022

Hopp Schwiiz!

Wir sind immer noch in Ushuaia. Ein Teil muss ausgebaut und ausgetauscht, sowie die Software neu installiert werden. Das dauert aber bestimmt bis zum Abend. Deshalb hat sich der Kapitän entschieden, den Passagieren Landgang bis um 22 Uhr zu gewähren. Statt das Meer sehen wir also heute Ushuaia. Viele nutzen die Gelegenheit, um in die Stadt zu gehen. Aber rund ein Viertel der 160 Passagiere schauen sich um 13 Uhr noch das WM-Spiel der Schweizer gegen Brasilien an. Da zuvor Serbien und Kamerun unentschieden gespielt haben, ändert sich die Ausgangslage für die Schweiz nicht gross – egal ob wir nun unentschieden spielen oder verlieren. Lediglich ein Sieg gegen den grossen WM-Favoriten hätte uns wirklich etwas gebracht. So hält sich die Enttäuschung trotz des späten 1:0-Siegtreffers der Brasilianer in Grenzen. So richtig mitfiebern tun wir aktuell sowieso nicht mit irgendwelchen Fussballern, sondern mit den Technikern der «Hanseatic nature», dass diese den Defekt möglichst bald beheben können.

Am Vormittag haben wir zuerst noch unsere warme Expeditionsjacke und die Gummistiefel gefasst. Gleich anschliessend gab es eine Instruktion, wie man sich auf den Zodiacs, den Schlauchbooten vom Schiff zum Festland, zu verhalten hat. Wir hoffen alle, dass wir diese Theorie schon bald in die Praxis umsetzen können.

08:24 Uhr

MONTAG, 28. NOVEMBER 2022

Technisches Problem hält uns noch zurück in Ushuaia

Acht Uhr morgens hier in Ushuaia. Leider hat sich die «Hanseatic nature» noch nicht bewegt. Vor einer halben Stunde kam die Durchsage des Kapitäns, dass zwar gestern am späten Abend die Bewilligung endlich eingetroffen war und man losfahren wollte, doch dann offenbarte sich ein technisches Problem. Bereits die ganze Nacht sind Techniker daran, das Problem zu lokalisieren und zu lösen, und Kapitän Dolf Jenckel ist guter Dinge, dass wir im Laufe des Vormittags auslaufen können.

Im Restaurant Lido ist schon allerhand los, das prächtige Buffet mit vielerlei Fisch gut besucht. Auch bei der ersten Mahlzeit am Tag werden wir kulinarisch verwöhnt. Wer allerdings noch früher als sieben Uhr aufgestanden ist, der konnte sich in der Observation Lounge schon mal einen Kaffee und etwas Gebäck nehmen. Für die kommenden Tage weiss ich nun, dass man für eine heisse Schokolade eine grosse Tasse nehmen muss. Mit der mittleren Tasse lief es mir über, aber der nette Kellner beseitigte diese Spuren mit einem Lachen.

Nicht das einzige Malheur, das mir heute in der Früh passiert ist. Da ich nach meinem letzten Blog-Eintrag heute um halb fünf Uhr nicht mehr schlafen gehen wollte, zog ich irgendwann die Badehose und den Bademantel an, um mich in den Whirlpool auf Deck 8 zu setzen. Dummerweise blieb die Zugangskarte für die Kabine in ebendieser, und statt mit dem Lift hoch auf Deck 8 fuhr ich somit runter zur Reception auf Deck 4. Auch dort wieder kam mir ein Lachen entgegen, verbunden mit den Worten: «Ach, das passiert häufig.»

Von neun Uhr an können die Passagiere Gummistiefel und eine Expeditionsjacke anprobieren und fassen, um Viertel nach zehn gibt es dann noch eine Einführung für die Zodiac-Boote, mit denen wir jeweils anlanden werden. Später am Nachmittag – um nur einen der vielen Programmpunkte zu erwähnen – gibt es ausserdem noch einen Vortrag über die «Falklandinseln als Spiegel der Weltgeschichte». Ach ja, und um 12.45 Uhr trifft man sich auch noch für ein Fussballspiel. Die Schweiz spielt gegen Brasilien. Langweilig wird es einem bestimmt nicht.

03:56 Uhr

MoNTAG, 28. NOVEMBER 2022

Ankunft am «Ende der Welt»

Nach einem intensiven Tag bin ich irgendwann so gegen 23 Uhr eingeschlafen – und kurz nach drei Uhr wieder erwacht. Die «Hanseatic nature» steht noch immer im Hafen von Ushuaia, obwohl Kapitän Dolf Jenckel eigentlich um 22.30 Uhr auslaufen wollte. Aber bevor ich eingenickt bin, habe ich noch seine Borddurchsage gehört, dass man auf die Freigabe warte und die argentinischen Behörden mitunter etwas seltsam seien in diesen Dingen. Offenbar sind sie gerade etwas sehr seltsam. Aber der Blick auf die südlichste Stadt der Welt in der Nacht ist wunderschön, während in der Schweiz und Österreich bereits wieder der Tag angebrochen ist.

Bevor wir aber mit dem ersten Tag auf Schiff starten, ein kurzer Blick zurück auf den Sonntag. Um 11.30 Uhr der Transfer zum Flughafen, nach 40 Minuten Fahrtzeit dort, alles wie geplant. Die Wartezeit beim Security Check erschien einem zwar etwas lange, die Schlange aus unseren 160 Teilnehmerinnen und Teilnehmern noch länger, aber letztlich ging auch dies flott vonstatten. Und so konnte unsere Chartermaschine bereits um 14.22 Uhr abheben, acht Minuten vor dem Zeitplan.

Kurz vor halb sechs die Landung in Ushuaia, und eine Stunde später waren die ersten Passagiere bereits auf dem Schiff und getestet. Wer das Glück hatte, seinen Koffer schon früh vom Gepäckband nehmen zu können und im ersten Bus zu sitzen, der konnte von seinem Balkon aus beobachten, wie die restlichen fünf Busse ankamen und die Insassen grüppchenweise an Bord geführt wurden.

Insassen ist ein gutes Stichwort, denn Ushuaia war einst eine Strafkolonie am Ende der Welt. Damit kokettiert die Stadt auch, nennt sich selbst «Das Ende der Welt». Mittlerweile würden hier rund 80'000 Menschen leben, meint unsere Touristenführerin, die im Bus mitfährt. Sie hat auch einige überraschende Infos über ihre Heimatstadt parat. Etwa die Aussprache. Offensichtlich spricht man die Stadt hier «Ussuaja» und nicht «Uschuaja» aus. Und man habe hier nur 36 Sonnentage im Jahr. Dieser 27. November, der erste Advent, war einer davon. Alle Bewohner der Stadt würden deshalb dreimal im Jahr zusätzliches Vitamin D erhalten. Auf die Frage aus dem Bus, weshalb es denn trotzdem so viele Menschen hierher zieht und die Stadt in den letzten 15 Jahre um mehr als 20'000 Menschen gewachsen sei, antwortet unsere Führerin, dass die Regierung viel dafür mache, dass «Das Ende der Welt» attraktiv sei. So könne man etwa nach 25 Arbeitsjahren hier unten bereits in Pension, man sei zollbefreit und es hätten sich namhafte Firmen hier angesiedelt, für die man etwa Tablets oder Kühlschränke produziere.

So kalt wie im Kühlschrank ist es noch nicht, aber von den 28 Grad in Buenos Aires kann man hier unten gleich mal die Hälfte abziehen. Dennoch lassen es sich einige Passagiere nicht nehmen, ihr Abendessen draussen an Deck einzunehmen. Es schon kurz nach dem Bezug der Kabine ein feines Buffet. Da sind solch leckere Dinge zu finden wie kleine Büsumer Krabben oder ein Kalbstatar zur Vorspeise, ein zarter Rehrücken mit vielerlei Beilagen und einer Pilzsauce oder kleinen Wiener Schnitzeln mit Preiselbeersauce. Selbst das Mousse au Chocolat als eines von mehreren Desserts ist ein kleines Kunstwerk.

Dabei wurden wir schon kurz nach dem Bezug der Kabine mit einem Glas Sekt und drei kleinen Häppchen willkommen geheissen von der jeweiligen Cabin Stewardess. In meinem Fall heisst sie Maria, und die hat mir auch gleich erklärt, wie das mit dem Licht in der Kabine funktioniere.

Und falls dann das Glas Sekt leer sein sollte, steht da noch eine kleine Flasche im Kühler.Ich hebe mir die aber für irgendwann später auf, denn um 22 Uhr findet noch für alle Passagiere obligatorisch die Übung mit der Rettungsweste statt. Da sollte man ja nicht gleich beschwipst sein.

Das ganze Atrium ist voll von Menschen, die etwas orangefarbenes um den Kopf tragen. Nach etwa einer halben Stunde können wir wieder auf unser Zimmer, um die Abfahrt mitzuverfolgen.

Mittlerweile ist es kurz vor vier Uhr morgens, noch immer stehen wir in Ushuaia und auch hier bricht bereits der Tag an.

10:29 Uhr

SONNTAG, 27. NOVEMBER 2022

Nur Bares ist Wahres

Adrian, unser argentinischer Tourguide mit deutschen Wurzeln, der uns vom Flughafen abgeholt hat, hatte es im Bus zum Hotel erwähnt: Wer auf der Strasse in sogenannten «Höhlen» Geld wechselt, fährt viel besser, als wenn man mit Kreditkarte bezahlt. Ein Beispiel: Der alkoholfreie Cocktail gestern Abend in der Crystal Bar hat 2400 argentinische Pesos gekostet. Das Hotel rechnet mit dem offiziellen Wechselkurs von 1:172, was rund 14 US Dollar entspricht. Wechsle ich aber in einer dieser «Höhlen» – das sind jedoch ganz legale und offizielle Wechselstuben – dann erhalte ich für diese 14 US Dollar 4170 argentinische Pesos (Wechselkurs 1:298), also rund 75 Prozent mehr. Dieser Kurs wird «blu» genannt, also blauer Kurs.

Dumm nur, wenn man sich als Tourist gedacht hat, dass man hier doch das Meiste mit Kreditkarte bezahlt oder halt Geld aus dem Automaten bezieht. Auch dort gilt der offizielle Kurs. Nur Bares ist deshalb Wahres. Aber Adrian hat auch hier eine Lösung parat für den unvorbereiteten Touristen. Man solle sich doch über Western Union Geld schicken lassen. Das geht ganz einfach über die Kreditkarte und wenige Minuten nach dem Auftrag kann man an einer der WU-Stellen sein Geld abholen. Und der Kurs ist da sogar noch besser. Für einen Franken erhält man 342.5 argentinische Pesos.

Aber die nächsten zweieinhalb Wochen brauchen wir keine Pesos mehr. Die Währung auf unserem Schiff ist Euro. Um 11.30 Uhr erfolgt der Transfer zum Flughafen, also um 15.30 Uhr mitteleuropäische Zeit. Das Charterflugzeug hebt dann um 14.30 Uhr ab in Richtung Ushuaia. So haben wir noch genug Zeit gehabt, um ausführlich zu frühstücken. Das Frühstück im Hotel Alvear Icon nimmt man übrigens im 31. Stock zu sich, eine Etage unterhalb der Crystal Bar. Auch am Tag ist die Aussicht dort spektakulär.

00:36 Uhr

SonnTAG, 27. NOVEMBER 2022

Kurzer Abstecher in den Sommer

Fussball oder Stadtrundfahrt? Keine einfache Entscheidung, ich spekuliere mal auf beides und beginne um 14 Uhr die Fahrt in einem der vier Busse – mit der Option, etwas früher auszusteigen. Oder verbunden mit der Hoffnung, dass der Fahrer selber das Spiel sehen will und etwas aufs Gaspedal drückt. Unser Fahrer heisst Walter, die Fremdenführerin Karin. Von den Namen her könnten sie also locker als Schweizer durchgehen.

Erster Stopp ist die «Plaza de Mayo». Der Platz ist selbstverständlich nicht nach der Mayonaise benannt, sondern nach dem Monat Mai. Etwa 20 Minuten haben wir Zeit, um die Catedral Metropolitana anzusehen, wo einst Papst Franziskus wirkte, bevor er als Stellvertreter Gottes nach Rom befördert worden ist. Ausserdem steht inmitten des Platzes noch die Pirámide de Mayo. An den Gittern rund um diese Pyramide seien zur Zeit sehr viele Zettel angebracht, weil vor kurzer Zeit eine der «Madres de Plaza de Mayo» gestorben sei. Diese Mütter des Platzes der Mairevolution standen am Anfang einer Bewegung, die heute eine der wichtigsten Menschenrechtsorganisationen Argentiniens sind. Sie protestierten zur Zeit der Militärdiktatur gegen das Verschwinden ihrer Kinder. Mehr Infos gibt es unter dem Link oben.

Zweiter Stopp ist das Viertel La Boca. Gelb und Blau sind dort die vorherrschenden Farben, denn sie stehen auch für den Club Atlético Boca Juniors. Das ist jener Fussballklub, bei dem Diego Armando Maradona gross wurde. Also dessen Grösse, die blieb irgendwann bei 1.65 Meter stehen, aber für die Menschen im Viertel La Boca zählt diese messbare Grösse natürlich nicht. Unsere Stadtführerin Karin verrät, dass sie da mit Walter in Konkurrenz stehe. Er fane für die Boca Juniors, sie hingegen sei eine Anhängerin von River Plate, dem grossen Rivalen von Boca, ebenfalls aus Buenos Aires. Wir fahren am Stadion von Boca vorbei, das den Namen «La Bombonera» trägt – die Pralinenschachtel. Und an jeder Ecke kann man in irgendeinem Shop Trikots von Boca oder Argentinien kaufen. Es ist nicht das Prachtsviertel von Buenos Aires, und am Abend sei es nicht ratsam, hierher zu kommen. Aber tagsüber hat es viele Touristen, die sich die vielen bunten Häuser anschauen.

Dritter und letzter Stopp ist dann die Mauer des «Cementerio de la Recoleta», ein Promifriedhof mit Mausoleen. Zwar liegt nicht Maradona hier begraben, aber immerhin Eva Perón, die bei uns durch das Musical «Evita» und das Lied «Don’t Cry For Me Argentina» von Madonna bekannt wurde. Dass die an Krebs sehr früh gestorbene Präsidentengattin ausgerechnet auf diesem Friedhof der Reichen und der Oberklasse beerdigt sei, passe jedoch nicht, meint Karin, weil sie sich eigentlich immer für die Unterschicht eingesetzt habe.

Neben dem Friedhof sind einige Strassencafés, in denen die Menschen schon gebannt auf den Bildschirm starren. Es steht immer noch 0:0 zwischen Argentinien und Mexiko. Bislang haben wir und auch Walter noch nicht wirklich etwas verpasst. Und das Timing stimmt, der Bus fährt zurück ins Hotel, die zweite Halbzeit können wir noch mitverfolgen. Ich suche eine Bar direkt am Kanal der Speicherstadt auf, gleich bei der Frauenbrücke. In der 64. Minute grenzenloser Jubel, als Argentinien das 1:0 in dem Spiel, das es unbedingt gewinnen muss, schiesst. Torschütze? Na klar, Superstar Lionel Messi. Kurz vor Schluss macht dann Enzo Fernandez mit dem 2:0 alles klar. Die Argentinier müssen also nicht vorzeitig heimfliegen aus Katar. Sie können immer noch Weltmeister werden.

Den ganzen Tag über ist es ziemlich warm gewesen. Wer mit der Daunenjacke der «Expedition Antarktis» angereist ist, der hat sie im Hotel gelassen, denn die Temperaturen haben heute in der argentinischen Hauptstadt fast 30 Grad betragen. Bevor es morgen Sonntag in den kühlen Süden geht, ist der heutige Tag so etwas wie ein kurzer Abstecher für einen Tag in den Sommer gewesen – wobei ja hier auf der Südhalbkugel auch tatsächlich Sommer ist.

Den Abend verbringt das Team von CH Media, Background Tours und Ruefa Reisen noch in einem Steak-Restaurant, das ebenfalls an diesem Kanal in der Speicherstadt liegt, und den Schlummertrunk gibt es in der Crystal Bar im 32. Stock unseres Hotels, von wo man eine tolle Aussicht auf Buenos Aires bei Nacht hat. Auch einige unserer Expeditionsteilnehmer treffen wir dort an. Zum Glück klingelt nicht schon um drei Uhr der Wecker. Das Schlafenlegen würde sich kaum lohnen.

10:12 Uhr

SamsTAG, 26. NOVEMBER 2022

Buenos dias, Buenos Aires!

Die Sonne weckt uns irgendwo über Brasilien in der Nähe von São Paulo, es dauert aber noch rund zwei Stunden bis zur Landung. Exakt um 7.36 Uhr lokale Zeit (Argentinien ist vier Stunden gegenüber der Schweiz züruck) setzen wir auf südamerikanischem Boden auf. Auf die Minute genau 13 Stunden hat der Flug von Frankfurt in die argentinische Hauptstadt also in Anspruch genommen.

Auch weit weg von der Heimat ist alles perfekt organisiert von Background Tours und Ruefa Reisen, dem österreichischen Partner des Schweizer Reisenbieters. Gleich nach der Passkontrolle und der Gepäckannahme warten unsere Tourguides am Ausgang und sammeln die Reiseteilnehmer ein, die in drei Bussen zum Hotel ins Zentrum gefahren werden. Wir übernachten heute im Hotel Alvear Icon «in der Speicherstadt», wie unser Tourguide Adrian auf der Fahrt in perfektem Deutsch erzählt. Seine Eltern wanderten in den 70er Jahren nach Südamerika aus.

Im Hotel sind wir bereits kurz vor zehn Uhr und erfahren, dass es Veränderungen im Zeitplan gibt. Gute Veränderungen, denn wir müssen morgen nicht in aller Herrgottsfrüh aufstehen und werden um drei Uhr geweckt. Statt um 7.40 Uhr fliegen wir am Sonntag erst um 14.30 Uhr los in Richtung Süden. Der Grund ist, dass unser Schiff, die «Hanseatic nature», etwas später in Ushuaia ankommen wird und unser Charterflugzeug somit auch etwas später losfliegen kann. Wir können also ausschlafen in unseren schönen Zimmern.

Um 14 Uhr ist noch eine Stadtrundfahrt geplant, die etwa dreieinhalb Stunden dauert. Doch Fussballliebhaber dürften ein Alternativprogramm ins Auge fassen, denn um 16 Uhr spielt Argentinien sein zweites WM-Spiel gegen Mexiko. Für die Gauchos geht es bereits um alles oder nichts, denn nach der überraschenden 1:2-Startniederlage gegen Saudi Arabien würde Argentinien mit einer Niderlage ziemlich sicher schon in der Vorrunde ausscheiden. «Ab 16 Uhr wird die Stadt leer sein und nur uns gehören», sagt unser Guide Adrian lachend. Allerdings sei er auch nicht sicher, ob dann unser Busfahrer überhaupt noch weiterfährt.

16:20 Uhr

FreiTAG, 25. NOVEMBER 2022

Endlich geht's los!

Mit fast zehn Monaten Verspätung geht's nun endlich los. Zuerst war ja geplant, dass die Reise in die Antarktis vom 1. bis zum 22. Februar 2022 stattfindet. Doch aus uns allen bekannten Gründen entschieden sich die Verantwortlichen Mitte Januar die Reissleine zu ziehen und die Vorfreude noch etwas zu verlängern.

Sowohl Check-In (unsere Gruppe hat zwei eigene Schalter) wie auch die Sicherheitskontrolle gehen an diesem Freitagabend schnell vonstatten, der Flug von Zürich nach Frankfurt startet leicht verspätet um 19.18 Uhr, hat aber nur gerade 40 Minuten statt der geplanten 65 Minuten. Auf dem Landeanflug in der hessischen Metropole leuchtet das Fussballstadion von Eintracht Frankfurt spektakulär.

Keine Probleme auch beim Umsteigen in Frankfurt. Flug LH 510 startet um 22.36 Uhr, rund 20 Minuten später als es der Flugplan vorsieht. Kurz nach Mitternacht gibt es dann Abendessen. In der Economy können wir wählen zwischen einem Rindergulasch mit Kartoffelstock und Gemüse oder Pasta mit Pilzen. Da sind wir bereits irgendwo über Spanien.

16:00 Uhr

Donnerstag, 17. November 2022

Reiseroute: Buenos Aires - Ushuaia - Falkland - Südgeorgien - Antarktis

1. Tag / Fr, 25. November 2022:
Anreise

Linienflug von Zürich nach Buenos Aires.

2. Tag/ Sa, 26. November 2022:
Buenos Aires, Argentinien

Vormittags Ankunft in Buenos Aires. Transfer zum Hotel. Nachmittags orientierende Stadtrundfahrt. Übernachtung mit Frühstück.

3. Tag/ So, 27. November 2022:
Buenos Aires – Ushuaia

Morgens Transfer zum Flughafen und Flug nach Ushuaia. Transfer und Einschiffung auf die «Hanseatic nature». Abfahrt am Abend.

4. Tag/ Mo, 28. November 2022:
Auf See

Genuss der Annehmlichkeiten des Schiffes und Besuch interessanter Vorträge.

5. – 6. Tag/ Di-Mi, 29.-30. November 2022:
Falkland-Inseln

Das britische Überseegebiet imponiert mit seiner Vogelwelt, die wir entdecken, sobald wir hier mit dem Zodiac anlanden. Mit mehr als 60 verschiedenen Arten wie Felsen- und Magellan-Pinguinen sowie Albatrossen sind die Falkland-Inseln ein Eldorado für Ornithologen.

7. – 8. Tag/ Do-Fr, 1.-2. Dezember 2022:
Auf See

Die Tage auf See werden für die optimale Vorbereitung auf die bevorstehenden Landgänge genutzt. Ausserdem halten die Experten sowie die Lektoren von Hapag-Lloyd Cruises immer wieder spannende Vorträge. Die Passagiere erfahren mehr über die Tiere Südgeorgiens oder die Entdeckungsgeschichte der Antarktis.

9. – 11. Tag/ Sa-Mo, 3.-5. Dezember 2022:
Südgeorgien

Auf dem Weg zur Antarktischen Halbinsel darf der Besuch von Südgeorgien nicht fehlen. Auf dieser Insel erreicht die Faszination der Tierwelt ihren Höhepunkt: Während es an den Stränden von Königspinguinen wimmelt, leben im Schutz des mehrere Meter hohen Tussockgrases Seebären und See-Elefanten. Auch Vogelfreunde kommen auf Südgeorgien mit den grossen Brutkolonien von Riesensturmvögeln auf ihre Kosten.

12. Tag/ Di, 6. Dezember 2022:
Auf See

Ein Tag auf See mit weiteren informativen Vorträgen.

13. – 18. Tag/ Mi-Mo, 7.-12. Dezember 2022:
Süd-Orkney-Inseln, Süd-Shetland-Inseln & Antarktische Halbinsel

Die «Hanseatic nature» erreicht die Süd-Orkney-Inseln, die Süd-Shetland-Inseln sowie später die Antarktische Halbinsel. Zwischen Eisschollen und Eisbergen, in blauviolettem Licht, beobachten Sie zahlreiche Tiere inmitten einer atemberaubend schönen Natur. Auf dem Eis können wir Pinguine sichten und mit etwas Glück sehen wir unterwegs sogar Wale. Je nach Wetter- und Eislage sind mehrere Anlandungen geplant. Zum Beispiel auf Deception Island, ein aktiver Vulkan, dessen Lavastrände durch heisse Quellen in der kalten Luft dampfen. Bei der Fahrt durch den Lemaire Kanal, der von bis zu 1’000 Meter hohen Bergen umgeben ist, wird die ganze Schönheit der Antarktis sichtbar.

19. – 20. Tag/ Di-Mi, 13.-14. Dezember 2022:
Auf See

In der Drake Passage, die den vereisten Kontinent von Südamerika trennt, nehmen wir Abschied von der Antarktis.

21. Tag/ Do, 15. Dezember 2022:
Ushuaia – Buenos Aires

Ausschiffung in Ushuaia. Transfer zum Flughafen und Flug nach Buenos Aires. Transfer zum Hotel und Zeit zur freien Verfügung. Übernachtung mit Frühstück.

22. Tag/ Fr, 16. Dezember 2022:
Buenos Aires – Schweiz

Transfer zum Flughafen und Rückflug.

23. Tag / Sa, 17. Dezember 2022:
Rückreise

Ankunft in der Schweiz.

15:00 Uhr

Donnerstag, 17. November 2022

Experte Benno Lüthi

Mit an Bord ist Benno Lüthi , 1945 in Zürich geboren.

Nach einer chemisch technischen Lehre an der Eidgenössichen Technischen Hochschule Zürich arbeitete er weitere fünf Jahre als Assistent an der ETH. Anschliessend folgte eine Ausbildung in medizinischer Chemie am Kinderspital Zürich. Von 1969 bis 1994 war er Leiter und Miteigentümer des medizinischen Laboratorium Diagnostica in Zürich. Nebst Untersuchungen in der Humanmedizin führte der Betrieb auch eine Abteilung für Veterinärmedizin, speziell auch im Bereich Parasitologie bei Wildtieren. 1990 wurde er in den Stiftungsrat der Stiftung zum Schutze der Fledermäuse in der Schweiz aufgenommen.

1997 war er Mitbegründer der Stiftung Antarctic Research Trust (ART). Benno Lüthi ist Präsident dieser Stiftung und engagiert sich seitdem für den Schutz der Antarktischen Tierwelt.

Antarctic Research Trust

Das Ziel der Stiftung Antarctic Research Trust (ART) ist wissenschaftliche Forschungsprojekte an antarktischen und subantarktischen Tieren durchzuführen bzw. zu unterstützen, um diese Tiere und ihren Lebensraum besser schützen zu können. Den Schwerpunkt der Forschung bildet die Ernährungsökologie von Pinguinen im Südwest-Atlantik.
Die durch die Forschung des ART gewonnenen Erkenntnisse werden nicht nur in der wissenschaftlichen Fachliteratur und diversen Medien publiziert, sondern auch den verantwortlichen Regierungsstellen und Umweltschutz-Organisationen zur Verfügung gestellt.
Der ART ist zudem engagierter Partner im «Forum for the conservation of the Patagonian Sea andareas of influence».
www.antarctic-research.org

Seit 2004 ist er bei Feldarbeiten bei verschiedenen Forschungsprojekten auf den Falklandinseln, in Argentinien und Chile tätig. Er ist Co-Autor von etwa 20 wissenschaftlichen Publikationen und Buchkapiteln. Seit 2017 arbeitet er auch in der Tierpflege am ZOO Zürich. Seit 1997 bereist Benno Lüthi regelmässig die Antarktis, zuerst als Passagier, dann auf verschiedenen Schiffen im Expeditionsteam. Bei diversen Vollcharter-Reisen von Background Tours auf MS Hanseatic und MS Bremen hatte er die Funktion als Lektor und/oder Expeditionsleiter.

14:00 Uhr

Donnerstag, 17. November 2022

Experte Rudolf Hug

Mit an Bord ist Rudolf Hug , geboren 1950.

Er ist in Romanshorn auf-gewachsen und lebt heute in Oberrohrdorf, Kanton Aargau. Schon in seiner Jugendzeit hat er fotografiert und seine Bilder in der Dunkelkammer entwickelt.

Während seiner intensiven unternehmerischen und politischen Tätigkeit trat dieses Hobby in den Hintergrund. Im dritten Lebensabschnitt hat er seine Leidenschaft für das Fotografieren neu entdeckt und ist heute engagierter Reise-und Naturfotograf.

Auf über vierzig Reisen hat er unzählige Eindrücke festgehalten und mit den Bildern verschiedene, nationale und internationale Preise gewonnen. Er hat mehrere Bücher publiziert und berichtet von seinen Erlebnissen in Multimedia-Vorträgen. Er ist zudem Autor der Fotokolumne «Rudolf Hug fotografiert» in den Zeitungen von CH Media.

www.rudolf-hug.ch

13:00Uhr

Donnerstag, 17. November 2022

Experte Nik Hartmann

Mit an Bord ist Nik Hartmann , geboren 1972.

Er ist einer der bekanntesten TV-und Radiopersönlichkeiten der Deutschschweiz. Mit seinen Wanderdokumentationen erzielte er während vieler Jahre Traumquoten im Schweizer Fernsehen. Mit seiner unverkrampften, authentischen Art bringt er seinem Publikum Land und Leute näher.

Nach 20 Jahren SRF zog er im Sommer 2020 weiter zum Medienkonzern CH Media, wo er unter anderem als Co-Leiter verantwortlich für die Eigenproduktionen der nationalen TV-Sender und die Streaming Plattform OnePlus ist. Nach einem abgebrochenen Jus Studium an der Universität Bern zog es ihn Mitte der Neunzigerjahre nach Zürich zu Radio24 und später zu DRS3 (heute SRF3).

Überdies engagiert sich Nik Hartmann für das Schweizer NGO SolidarMed und bereiste in seiner Funktion als dessen Botschafter Simbabwe, Sambia, Moçambique, Tansania und Lesotho. Auch hier sind es die persönlichen Kontakte und Gespräche mit den Menschen, die ihm am Herzen liegen.

«Ein Moderator ist auch ein Reiseleiter und muss ein guter Gastgeber sein –ich führe gerne Menschen durch eine Geschichte oder eine Landschaft.»

Nik ist verheiratet, Vater von drei Söhnen und lebt in der Zentralschweiz.

12:00Uhr

Donnerstag, 17. November 2022

Experte Reinhold Messner

Mit an Bord ist Reinhold Messner , 1944 in Südtirol geboren.

Er bestieg bereits als Fünfjähriger in Begleitung seines Vaters den ersten Dreitausender. Nach seinem Technik-Studium arbeitete er kurze Zeit als Mittelschullehrer, ehe er sich ganz dem Bergsteigen verschrieb. Ein Leben als Grenzgänger folgte. Seit 1969 unternahm er mehr als hundert Reisen in die Gebirge und Wüsten dieser Erde. Er schrieb vier Dutzend Bücher. Ihm gelangen viele Erstbegehungen, die Besteigung aller 14 Achttausender sowie der «seven summits», die Durchquerung der Antarktis, der Wüsten Gobi und Takla Makan sowie die Längsdurchquerung Grönlands.

Im Gegensatz zu modernen Abenteurern geht es Reinhold Messner weniger um Rekorde als vielmehr um das Ausgesetzt sein in möglichst unberührten Naturlandschaften und das Unterwegssein mit einem Minimum an Ausrüstung. Er folgte dem von Albert Frederick Mummery proklamierten «By fair means» am Nanga Parbat,Fridtjof Nansens «Ruf des Nordens» ins Packeis der Arktis und durchquerte die Antarktis über den Südpol nach einer Idee von Ernest Henry Shackleton. Den Möglichkeiten des Kommunikationszeitalters setzt er sein Unterwegssein als Fussgänger gegenüber und verzichtet auf Bohrhaken, Sauerstoffmasken und Satellitentelefon –ein Anachronismus zwar, der aber der Wildnis ein unerschöpfliches Erfahrungspotential bewahrt.

Als Kommentator im Fernsehen sowie als Vortragsredner ist er von Alpinisten, Touristikern und Wirtschaftsführern weltweit begehrt. Mehr als 20 Jahre lang befasste sich Reinhold Messner mit der Gestaltung der Messner Mountain Museen (MMM) sowie seiner Stiftung (MMF), die Bergvölker weltweit unterstützt. Nun widmet er sich dem Bergfilm: als Autor, Regisseur und Produzent. Messner erhielt zahlreiche Preise und Ehrungen, u.a. die «Patron‘s Medal» der «Royal Geographic Society» für seinen Beitrag zum Bergsteigen und für die Berggebiete. Diese Auszeichnung ist eine der höchsten, die das britische Königshaus vergibt.