Ausserschwyzerin gewinnt WM-Bronze

SNOWBOARD ⋅ Ladina Jenny aus Altendorf rettet an den Weltmeisterschaften in Park City im Parallel-Riesenslalom die Schweizer Ehre. Die 25-Jährige sichert sich bei schwierigen Bedingungen im kleinen Final Bronze.

Aktualisiert: 
04.02.2019, 23:57
04. Februar 2019, 19:30

Als Dritte sorgte Ladina Jenny für einen versöhnlichen Abschluss eines Tages, der für die Schweizer Alpin-Snowboarder lange Zeit unbefriedigend verlaufen war. Auf dem Weg zu ihrem grössten Erfolg in ihrer Karriere, bezwang die Ostschweizerin die Russin Milena Bykowa. Jenny nahm damit Revanche für Teamkollegin Patrizia Kummer, die nach der zweitschnellsten Zeit in der Qualifikation im Achtelfinal an der russischen Junioren-Weltmeisterin von 2017 hängen geblieben war. "Ich bin einfach überglücklich. Viel besser hätte es heute nicht laufen können", sagte Jenny im Ziel.

Etwas mehr wäre im Idealfall aber noch drin gelegen. Ohne einen Fehler im Halbfinal gegen die Deutsche Selina Jörg hätte Jennys Medaille sogar auch eine andere Farbe haben können. Jörg liess im Final die Russin Natalia Sobolewa aus Russland hinter sich und wurde Weltmeisterin. "Der Fehler war sehr ärgerlich. Aber ich habe ihn schon nicht mehr so präsent. Eigentlich ist er schon wieder vergessen", so Jenny.

"Brauchte etwas Anlauf"

Dass Jenny mit den schwierigen Bedingungen gut zurecht kam, hatte sie in der Qualifikation schon gezeigt. Ihre beiden Läufen absolvierte sie dort als Viertschnellste. "Ich brauchte schon etwas Anlauf, um mich auf der Piste mit Neuschnee richtig wohl zu fühlen. Es wurde aber von Lauf zu Lauf besser", sagte Jenny. Eine Medaille hatte von ihr dennoch nicht erwartet werden können. Vor der Medaillenfahrt in Park City hatte es Jenny im Weltcup in 67 Einsätzen fünf Mal aufs Podest geschafft. In dieser Saison war sie zweimal Siebte geworden, in die Top 5 hatte es aber nie gereicht.

Bei den Männern wurde Dario Caviezel als bester aus den Reihen von Swiss-Ski Achter. Nach einem knappen Sieg im Achtelfinal blieb der Bündner im Viertelfinal hängen. Als 14. der Qualifikation hatte Caviezel im Final jeweils die Piste nicht wählen können. Dies ging in der ersten Runde noch auf, gegen den Deutschen Stefan Baumeister konnte er das Handicap des langsameren Kurses allerdings nicht mehr kompensieren. Baumeister gewann später Bronze, der Sieg ging an den Russen Dimitri Loginow. Der Qualifikationsschnellste war auch im Final vom Slowenen Tim Mastnak nicht zu bezwingen.

Schweizer Olympiasieger glücklos

Wie für Patrizia Kummer endete der erste Auftritt des zweiten Schweizer Olympiasiegers, Nevin Galmarini, an den Weltmeisterschaften früh. Der Engadiner, an den Olympischen Spielen in Pyeongchang sowohl in der Qualifikation wie danach auch in den K.o.-Runden unantastbar, musste seine Ambitionen sogar schon vor dem Final begraben. Nach Problemen im ersten Qualifikationslauf unterlief ihm im zweiten Durchgang ein noch folgenschwererer Fehler, der das Aus bedeutete. "Die Enttäuschung ist natürlich riesig. Ich wollte heute Gas geben. Dies war aber heute aufgrund der weichen Piste schwer", erklärte Galmarini. (sda)


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