Buemi ist diesmal nur Aussenseiter

AUTOMOBIL ⋅ Am Samstag beginnt in Saudi-Arabien in Diriyya die fünfte Formel-E-Meisterschaft. Für einmal gehört der Schweizer Sébastien Buemi nicht zu den Top-Favoriten auf den Titel.

14. Dezember 2018, 09:00

Der 30-jährige Westschweizer mit 55 Formel-1-Rennen für Toro Rosso ist einer der wenigen Fahrer, die seit Beginn dieser Elektro-Meisterschaft von Beginn an dabei waren. Mit zwölf Triumphen in 45 Rennen hat er am meisten Siege auf seinem Konto. In der ersten Saison verpasste Buemi den Titel nur um einen Punkt; Meister wurde der Brasilianer Nelson Piquet. Eine Saison später krönte sich Buemi zum Champion mit zwei Punkten Vorsprung vor Piquets Landsmann Lucas di Grassi. Danach gab es für den Romand in der Gesamtwertung die Plätze 2 (24 Punkte hinter Di Grassi) und 4 (73 Punkte hinter Champion Jean-Eric Vergne).

Da Renault aus der Formel E ausgestiegen ist und sich auf die Formel 1 konzentriert, fährt Buemi diese Saison im Nachfolgeteam Nissan. Teamkollege ist der 21-jährige britische Neuling Oliver Rowland, der den Thailänder Alexander Albon ersetzt, der in die Formel 1 zu Toro Rosso wechselt.

Als stärkstes Team wird einmal mehr die deutsche Equipe Audi Abt Schaeffler eingestuft, die seit Beginn mit dem Fahrerduo Daniel Abt/Lucas di Grassi antritt. Zu den ersten Herausforderern gehört der Rennstall Techeetah mit Titelverteidiger Jean-Eric Vergne und Andre Lotterer.

Von den grossen Automobil-Herstellern steigt BMW im Rennstall Andretti in die Elektroserie ein. Bei den Vorsaison-Testfahrten in Valencia lehrten die Fahrer Antonio Felix da Costa und Neuling Alexander Sims mit den Rängen 1 und 3 die Konkurrenz schon einmal das Fürchten. In der nächsten Saison stellen auch Mercedes und Porsche, bei dem der Schweizer Neel Jani einer der Anwärter auf ein Cockpit ist, ein Werkteam. Mit HWA Racelab mit den Formel-E-Neulingen Gary Paffett, dem DTM-Champion, und Stoffel Vandoorne, der bisher Fahrer des Formel-1-Teams McLaren war, ist schon diese Saison eine Mercedes nahestehende Equipe am Start.

Der in Genf geborene schweizerisch-italienische Doppelbürger Edoardo Mortara fährt auch diese Formel-E-Saison unter Schweizer Flagge, während er in der Deutschen Tourenwagen Meisterschaft DTM als Italiener seine Runden dreht. Der 31-Jährige erhält im Team Venturi mit dem Brasilianer Felipe Massa einen prominenten Teamkollegen. Im Formel-E-Feld hat nicht nur der Brasilianer eine Vergangenheit im Schweizer Formel-1-Rennstall Sauber, sondern auch Simona De Silvestro (Ersatzfahrerin bei Venturi), Pascal Wehrlein (Mahindra-Stammfahrer) und Nick Heidfeld (Ersatzfahrer Mahindra).

Auf die neue Saison hin gab es auch Reglement Neuerungen. Erstmals müssen die Fahrer die Autos bei Rennhälfte nicht mehr wechseln, da die neuen Fahrzeuge mit einer 52-kWh-Batterie ausgestattet sind (bisher 28 kWh). Die Motoren sind leistungsstärker geworden (250 statt 200 kW). Die Rennen dauern nicht mehr eine gewisse Anzahl Runden, sondern 45 Minuten plus eine Runde. Und neu kommen fünf statt drei Fahrer in den Genuss des Fan-Boost. Per Internet können die Fans abstimmen, welcher Fahrer während eines Rennens einmal den entsprechenden Knopf drücken darf, der während fünf Sekunden mehr Leistung bringt.

Am 22. Juni 2019 steht in Bern wieder ein Rennen in der Schweiz im Programm. Im vergangenen Juni fand in Zürich erstmals seit 1954 (Bremgarten) und der Le-Mans-Katastrophe 1955 mit 86 Todesopfern ein Rundstreckenrennen statt und lockte rund 150'000 Zuschauer an. Die Saison endet mit einer Doppelveranstaltung am 13./14. Juli in New York.

Neben dem Schweizer Privatsender MySports überträgt auch Eurosport alle 13 Rennen, während das ZDF in Rom (13. April) und die ARD in Monte Carlo (11. Mai) und Berlin (25. Mai) live dabei sind. (sda)


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