Spono und Zug «pushen sich gegenseitig»

REGIO-SPORT ⋅ Der LK Zug dominierte letzte Saison den Nachwuchsbereich. Doch Nottwil holt auf, wie der direkte Vergleich in fünf Stichworten zeigt.

06. Dezember 2021, 18:23

Stephan Santschi

Am Samstag kam es zum grossen Zentralschweizer Derbytag im Juniorinnen-Handball. Sämtliche drei Elite-Teams der Spono Eagles und des LK Zug trafen in der Nottwiler Kirchmatte-Halle aufeinander. Eine gute Gelegenheit, die Nachwuchsabteilungen zu vergleichen.

Direktduelle

Während Zug am Wochenende das Duell auf der ältesten Nachwuchsstufe (U18) mit 25:23 gewann, entschieden die Luzernerinnen die Partien der U16- (29:22) und U14-Auswahl (29:27) für sich. «In der Vorrunde war es genau umgekehrt, womit wir nun bei 3:3-Siegen stehen. Das zeigt, wie hart umkämpft und ausgeglichen diese Spiele sind», sagt Sascha Portmann, Sponos U18-Trainer und Hauptverantwortlicher im Elitebereich.

Sein Gegenüber Christoph Sahli freut sich über diese Situation. «Es ist im Vorhinein nie klar, wer gewinnt, das macht diese Spiele aus», sagt Zugs Nachwuchs-Sportchef und SPL1-Trainer. «Es ist megalässig, so nahe einen so guten Konkurrenten zu haben. Schon die Juniorinnen spüren diese positive Anspannung vor den Derbys. Spono und wir pushen uns gegenseitig.»

Platzierung

In der Tabelle stehen sie ebenfalls nahe beieinander. Spono belegt die Plätze drei (U18, U16) und vier (U14), Zug die Ränge zwei (U18, U14) und vier (U16). Die klare Nummer eins ist aktuell der LC Brühl, der alle Spitzenligen der Juniorinnen anführt. Die Klassierung hat zwar nicht erste Priorität, im Nachwuchs steht die Ausbildung über allem. Trotzdem sei ein Blick auf das Palmarès erlaubt: Nottwil gewann sieben Titel, letztmals 2017 auf U18-Stufe. Zug reüssierte neunmal, wobei es letzte Saison in allen drei Alterskategorien abräumte.

Spielstil

Schon in jungen Jahren ist die Identität der Vereine erkennbar. Das jüngste Duell auf U18-Stufe vermochte dies gut zu illustrieren: Während der LKZ auf Kraft und Tempo setzte, suchte Nottwil den Erfolg vermehrt mit spielerischen Mitteln. «Wir müssen die gegnerische Verteidigung mit schnellem Lauf- und Passspiel in Bewegung setzen, um in die Lücken zu stossen. Zug wirft dank grösserer Spielerinnen häufiger aus der Distanz», sagt Portmann, und Sahli hält fest: «Spono verfügt eher über flinke Spielerinnen, derweil unsere robuster sind. Davon profitieren die U-Nationalteams, welche die verschiedenen Spielertypen zusammenführen können.»

Aushängeschilder

Aktuell zählt der LK Zug vierzehn und die Spono Eagles neun Internationale in den beiden ältesten Juniorinnen-Nationalteams (U20, U18), die mindestens zwei Jahre im Klub ausgebildet worden sind. In den A-Nationalteams inspirieren Xenia Hodel und Mia Emmenegger den Nachwuchs in Nottwil, in Zug «wollen alle so werden wie Charlotte Kähr oder Leah Stutz», merkt Sahli schmunzelnd an. Derzeit kommen beim LKZ zehn Spielerinnen mit mindestens zwei Jahren in der eigenen Nachwuchsabteilung regelmässig im SPL1-Team zum Einsatz, in Nottwil sind es sieben.

Zukunft

Wie die Zahl der Spielerinnen in den Juniorinnen-Nationalteams und der SPL1 andeutet, ist Zug den Eagles in der Ausbildung des Leistungsnachwuchses etwas voraus. Der LK Zug verfügt seit 2018 über das Rookies-Label des Schweizerischen Handball-Verbands, an das zusätzliche Fördergelder geknüpft sind, Spono zog letzten Sommer nach. Das Athletik- und Techniktraining wird nun auch in Nottwil in ein Konzept gebettet, das für alle Altersstufen gilt. «Am 18. Dezember machen wir eine Infoveranstaltung und ein Schnuppertraining für Talente aus der Region», sagt Portmann – im Wissen, dass in der Vergangenheit der ein oder andere Diamant zum gut vernetzten LKZ wechselte.

Zug bietet derweil für jede Juniorin einen eigenen Trainingsplan mit austauschbaren Modulen an. «So kann das Wochenprogramm einer Spielerin ganz anders aussehen als jenes einer Teamkollegin», erklärt Sahli. Der Fokus liegt zunächst auf dem individuellen Technik- und Athletiktraining, später kommt das Mannschaftstaktische hinzu. Die Talentiertesten werden in Zusammenarbeit mit dem OYM in Cham und der im Sommer gegründeten Talent Impact AG ganzheitlich gefördert.


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