Roger Scherer, Handballer des BSV Stans, ist auf dem Weg zu alter Stärke

REGIO-SPORT ⋅ Der BSV Stans ist zurück in der Spur: Nach fünf sieglosen NLB-Partien fegen die Nidwaldner den Tabellendritten Möhlin mit 41:28 aus der Halle. Ein Spieler mit besonderer Leidensgeschichte sticht heraus.

03. Februar 2019, 22:25

Stephan Santschi

Wer das 40. Tor seiner Mannschaft schiesst, spendiert anschliessend in der Kabine einen Kasten Bier – so verlangt es der Ehrenkodex im Handball. Viereinhalb Minuten hatten die Stanser im Spiel gegen Möhlin noch Zeit für dieses Jubiläumstor, doch es schien, als wollte kein Akteur sein Portemonnaie übermässig strapazieren. Dann nahm sich David Riederer ein Herz und wuchtete den Ball 54 Sekunden vor Schluss über die Linie – zur Freude seiner Teamkollegen und der 450 Zuschauer.

Am Ende siegte der BSV Stans mit 41:28 und die kleine Anekdote um den 40. Treffer zeigt: Echte Probleme kannte die Mannschaft an diesem Abend nicht. «Die Spieler sollen sich richtig über diesen Sieg freuen, das habe ich ihnen gerade gesagt», hielt Trainer Andy Gubler nach Spielschluss fest.

Jeder Stanser Feldspieler schiesst ein Tor

Zu erwarten war sie ja eigentlich nicht, diese Gala. Zum einen, weil Möhlin der Tabellendritte war und trotz des Ausfalls seines Topskorers Patrik Vizes noch immer ein Schwergewicht in der NLB. Zum anderen, weil die Nidwaldner seit fünf Spielen nicht mehr gewonnen hatten – nur zwei Punkte resultierten seit dem letzten Vollerfolg am 17. November 2018 gegen Altdorf.

Gegen die Aargauer starteten sie furios in die Partie, Tor um Tor gelang dem Angriff, doch weil die Abwehr unbeweglich und passiv agierte, blieb das Geschehen rund eine Viertelstunde lang offen. Dann aber wurde die Defensive lebendiger, Goalie David Wenger hielt stark und weil die Offensivmaschinerie zuverlässig weiter arbeite, gelang dem Gastgeber mit einem 7:0-Lauf bis zur 20. Minute (13:7) bereits die Vorentscheidung. «Wir trugen Sorge zum Ball und haben die Tore schön herausgespielt», konstatierte Gubler. Die Nidwaldner zeigten eine homogene Mannschaftsleistung, jeder Feldspieler erzielte mindestens ein Tor und bis zum Schlusspfiff war kein Nachlassen erkennbar.

Ein hässliches Verletzungsbulletin

Wenn ein Akteur in der aktuellen Phase besondere Erwähnung verdient, dann ist es der 25-jährige Roger Scherer. Sein Verletzungsbulletin mit zwei Sehnenabrissen in der Schulter und einem Kreuzbandriss im Knie enthält hässliche Notizen, nun aber ist der Baarer in seiner zweiten Saison beim BSV Stans fast wieder in alter Stärke. «Es geht mir gut», bemerkt er am Samstag mit einem Lächeln. Vor allem die Schulter hemmte ihn in der ersten Saisonhälfte noch immer, weshalb Gubler den Rückraumspieler oft als zentralen Verteidiger und weniger als Angreifer einsetzte. «Ich war der Trainer von Roger bei diesen Verletzungen», berichtet Gubler und bezieht sich damit auf die gemeinsame Zeit bei der SG Pilatus. «Ich wollte ihm die nötige Zeit geben, damit nicht nochmals so etwas passiert.» Über Scherers Entwicklung freue er sich deshalb gewaltig. «Roger fehlt in keinem Training, meckert nie, wenn er im Angriff nicht spielt.» Zuletzt, in Solothurn und gegen Möhlin, erhielt Scherer auch vorne wieder reichlich Einsatzzeit – prompt avancierte er mit insgesamt 13 Toren zum internen Topskorer.

Stans freut sich auf Heimspiel gegen Leader

Gegen Solothurn erhielt Scherer aufgrund einer unglücklichen Abwehraktion indes die rot-blaue Karte (Platzverweis mit Rapport) gezeigt. Das führt nun eine Spielsperre nach sich, welche er am kommenden Wochenende beim Auswärtsspiel in Baden absitzen wird. Somit wird er am 16. Februar rechtzeitig zum Highlight in der Eichlihalle gegen den verlustpunktlosen Tabellenführer Endingen zurückkehren. «Nun wollen wir in die Top 3», sagt Scherer und gibt sich verbal so angriffig, wie sich die aktuell fünftklassierte Mannschaft gegen Möhlin auf dem Platz präsentierte.

Stans – Möhlin 41:28 (22:13)

Eichli. – 450 Zuschauer. – SR Meier/Hennig. – Strafen: 4-mal 2 Minuten gegen Stans, 5-mal 2 Minuten gegen Möhlin. – Stans: Wenger/Maric (ab 38.); Gautschi (2), Achermann (6), Skrebsky Dutra (4), Obad (4), Imfeld (2), Riederer (4), Scherer (7), Kuster (7); Lussi (4/2), Niederberger (1). – Möhlin: Jelovcan/Bamert (ab 27.); Lang (2), Kaiser (5), Florian Wirthlin (6), Csebits (6/4), Mischa Wirthlin, Meier (4), Halmagyi (1); Ulmer (2), Christen, Caminada (2). – Bemerkungen: Skrebsky Dutra wirft Penalty an die Latte (5./3:2), Jelovcan pariert Penalty von Obad (15./8:7).


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