Perfekter Start-Ziel-Sieg an den Schweizer Geräteturnmeisterschaften

REGIO-SPORT ⋅ An den nationalen Titelkämpfen in Winterthur präsentiert sich der Verband Luzern, Ob- und Nidwalden von seiner besten Seite. Er wird gleich zwei Mal Schweizer Meister.

29. Oktober 2018, 17:45

Stefanie Meier

Stefanie Meier

Zweimal Gold, einmal Silber und ein sechster Rang ist die erfolgreiche Bilanz des Turnverbandes Luzern, Ob- und Nidwalden an den Schweizer Mannschaftsmeisterschaften im Geräteturnen der Frauen. Dabei mutierte das Team der Kategorie 7 zum Wiederholungstäter. Im positiven Sinne, wohl verstanden, denn nach 2016 und 2017 stand diese Mannschaft auch heuer wieder zuoberst auf dem Podest. Für Betreuer Beni Boos (BTV Luzern) war es der sechste Titel, hinzu kommt ein Vizemeistertitel. Und das besondere daran? «Auch wenn sich die Mannschaften jedes Jahr wieder neu zusammensetzen, war bei all diesen Erfolgen eine Turnerin immer mit dabei: Nicole Strässle vom BTV Luzern. Nur schon, dass sie sich über all die Jahre hinweg immer wieder für die nationalen Titelkämpfe qualifiziert, ist eine besondere Leistung», lobt Boos.

Dass es ein guter Tag werden könnte, predigte Boos schon früh am Sonntagmorgen. Sein Ziel: die Titelverteidigung in der Königsklasse, der K7. «Ein Spaziergang wird es aber auf keinen Fall. Zuerst wird geturnt und dann abgerechnet», so Boos, der sein Team – namentlich Sandra Garibay, Nicole Strässle und Florence von Ziegler (alle BTV Luzern) sowie Paciane Bo Studer (Nidwalden) und Flavia Imfeld (Obwalden) – gut auf diese nationalen Titelkämpfe vorbereitet hatte.

Wider Erwarten sorgte das K7-Team am Startgerät, dem Reck, für einen ersten Schreckmoment. Die sonst so souverän turnende Sandra Garibay musste vom Gerät. Beim Ausgang entglitten ihr die Füsse von der Reckstange – Sturz. Kurz zuvor zeigte Nicole Strässle eine Bomben-Übung, aber mit viel Rücklage in der Landung und einem folglich doch sehr grossen Ausfallschritt nach hinten. Ein kleiner Dämpfer für die Titelverteidiger. Erfolgs-Trainer Beni Boos war gefordert. «Dass uns gleich zu Beginn solche Fehler einschleichen, hätte ich nicht gedacht. Darauf war ich nicht vorbereitet. Es hat dann einige aufmunternde Worte meinerseits gebraucht», so Beni Boos zu diesem kleinen Zwischenfall. Nichtsdestotrotz lagen sie nach dem ersten Gerät auf Zwischenrang eins – auch dank den fehlerfreien Übungen der anderen drei Athletinnen.

Das Essen muss hinten anstehen

Die anschliessenden starken Leistungen am Boden waren wegweisend für den weiteren Verlauf des Wettkampfes. «Die Ladies haben ihr Selbstvertrauen wiedergefunden, waren fokussiert und zielstrebig», erklärt Beni Boos. Strässle und Co. bewiesen auch am Sprung ihre Stärke. Imfeld legte vor (9,40), Von Ziegler (9,10), Studer (9,15) und Strässle (9,30) zogen nach und die amtierende Schweizer Meisterin und Sprungwunder Sandra Garibay sie legte mit 9,60 Zählern noch einen oben drauf. Der Patzer am Reck war längst ausgebügelt und vergessen. Das Team von Beni Boos war auf Siegeskurs und beendete den Wettkampf mit dem Total von 150,15 Punkten. Dieses lag jedoch deutlich unter dem Vorjahreswert. Jetzt war Geduld gefragt.

Es folgte noch die dritte und letzte Abteilung. Gespannt sassen die Zentralschweizerinnen auf den Zuschauerrängen, beobachteten das Geschehen auf dem Wettkampfplatz und analysierten die Noten ihrer Mitstreiterinnen. Boos, dem schon lange der Magen knurrte, konnte seine Augen keine Sekunde vom Wettkampf abwenden und verschob das Essen auf später – viel später, wie sich herausstellte. «Ich habe gerechnet wie wild», gestand er schmunzelnd. Es blieb bis zur Rangverkündigung spannend. Denn auf den Anzeige-Bildschirmen erschienen immer wieder sehr hohe Noten und allen voran das einheimische Zürcher Team wurde lautstark bejubelt.

Doch letztlich standen die Turnerinnen von Luzern, Ob- und Nidwalden ganz zuoberst. Ein perfekter Start-Ziel-Sieg. Und das Gute daran ist, dass alle Turnerinnen gleichermassen ihren Beitrag zu diesem Teamergebnis leisteten. Hinter ihnen komplettierten Zürich (149,10) sowie Aargau und St. Gallen (beide 147,65) das Podest.


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