Nidwaldner Derby: Schwaches Spiel, gerechtes Remis

REGIO-SPORT ⋅ Beim Unterwaldner 2.-Liga-inter-Spiel zwischen Hergiswil und Sarnen war viel Stimmung und Pfeffer angesagt. Beim 1:1 brannte die «Derby-Lunte» auf der Grossmatt nur auf Sparflamme.

13. Mai 2019, 17:24

Ruedi Vollenwyder

Es sagt viel über die Qualität des Unterwaldner Derbys aus, wenn sich die Fans mehrheitlich über die Kartenflut des Schiedsrichters (neun gelbe und eine rote Karton für Flavio Weber auf der Spielerbank) über den Gehalt der Partie ärgerten. Mit Recht, denn der spielerische Unterhaltungswert in diesem hart, aber fair geführten Derby riss die Zuschauer nicht von den Sitzen. Die 200 Fans erlebten eine erste Halbzeit mit einem einzigen Höhepunkt. In der 38. Minute landete ein Weitschuss von Sarnens Randy Würsch an der Latte. Den Abpraller setzte Nando Omlin mit dem Kopf ins Netz. Doch der Treffer zählte nicht: Offside – ein krasser Fehlentscheid.

Im zweiten Umgang kam mehr Power ins Match. Mit der 1:0-Führung (58.) für den FC Hergiswil. Sivan Sager profitierte nach einem Foul von der Vorteilregel und überlistete den vielfach unterbeschäftigten Sarner Goalie Norbert Sigrist mit einem Lobball. Nach diesem Rückstand setzte Sarnen-Trainer Ricardo Pereira, der nach Saisonende den Verein verlassen wird, mit dem Doppelwechsel (Dominic Ineichen für Luca Vogel, Yves Jarczyk für Livio Wirz) alles auf eine Karte.

Neuer Trainer soll bis Ende Monat bekannt sein

Nur drei Minuten später wurde Pereira für den Mut belohnt. Yves Jarczyk profitierte von einem Fehler von Yves Erni und erzielte souverän den 1:1-Ausgleich. Bei diesem gerechten Unentschieden blieb es denn auch. Obwohl der Gast aus Obwalden in der Endphase der Partie die besseren Möglichkeiten hatte, das Spiel noch zu gewinnen. So traf Anto Brnic in der 83. Minute nur den Pfosten.

Sarnen-Trainer Ricardo Pereira konnte den Ärger über das aberkannte Tor nicht verbergen: «Ein nicht nachvollziehbarer Entscheid.» Der sehr gut spielende 21-jährige Aussenverteidiger Alex Tschopp meinte leicht verschnupft: «Dieser eine Punkt bringt uns nicht weiter.» Zumindest ein Sarner Spieler zeigte nach der samstäglichen Partie sein Sonntagsgesicht: Yves Jarczyk, der 30 Jahre alte Lehrer. «Es freut mich für das Team, dass ich nach meiner Einwechslung mit dem 1:1 zum Punktgewinn beitragen konnte.»

Und Sarnens Sportchef Björn Burch, der bis Ende Monat seiner Mannschaft den neuen Trainer präsentieren will, haderte: «Mit dem 1:1 bin ich zufrieden. Wir hatten die besseren Chancen, doch die Kaltblütigkeit und das Glück fehlten, um mehr als dieses Remis zu holen.»

Gar nicht glücklich war Hergiswils Sturmspitze Norman Blättler (26) über dieses Derby. «Mir fehlten in diesem Derby, in dem wir unsere Leistung nicht wie gewünscht abrufen konnten, die Emotionen. Mehr möchte ich nicht sagen.» Auch Hergiswil-Torschütze Silvan Sager, mit Randy Würsch (Ex-Hergiswil) in einer Diskussion versunken, erlebte ein «spielerisch schwaches, nahezu emotionsloses Unterwaldner Derby mit einem gerechten Unentschieden».

Dieses Unentschieden nützt dem FC Hergiswil um Trainer Marc Odermatt (19 Spiele/25 Punkte) mehr als dem FC Sarnen, der mit 22 Punkten aus 21 Partien weiter tief im Abstiegsstrudel steckt. Trotz dieser misslichen Tabellenlage versprüht Trainer Ricardo Pereira viel Optimismus für die restlichen fünf Partien: «Keine Angst, es kommt, was den Ligaerhalt angeht, schon gut.»


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