Dimitra Hess ist heiss auf den Meistertitel

REGIO-SPORT ⋅ Dimitra Hess ist erst 18-jährig, gehört aber schon zu den Besten ihres Alters und hat eine grosse Karriere vor sich. Beim LK Zug (SPL1) und im A-Nationalteam hat sie ihre Qualitäten bereits unter Beweis gestellt.

14. Mai 2019, 05:09

Michael Wyss

«Dass ich eines Tages Handball spielen werde, war klar. Eigentlich logisch», lacht die sympathische Dimitra Hess. «Bereits mein Grossvater und Vater spielten Handball. Es liegt also in den Genen. Auch meine Geschwister entdeckten die Freude an diesem Sport», so die 18-Jährige. Seit der Saison 2017/18 spielt die Habsburgerin (wohnhaft und aufgewachsen in der gleichnamigen Gemeinde im Bezirk Brugg) beim LK Zug in der SPL1. «Es gefällt mir sehr gut. Hier kann ich mich gezielt weiterentwickeln und viel Erfahrung sammeln. Der LKZ gehört zu den Topadressen im Frauenhandball in der Schweiz.»

Hess wird auch in Zukunft am Zugersee als linke Flügelspielerin auf Torjagd gehen. Sie wird dem LKZ mindestens noch zwei Saisons zur Verfügung stehen. «Ein Wechsel stand nie zur Diskussion. Der Verein ist sehr professionell aufgestellt und wird familiär geführt. Und ich will mit dem LKZ auch Erfolge feiern. Wenn du bei einem Topclub spielst, gibt es nur Titelgewinne zu verfolgen», gesteht Hess, die sich als ehrgeizig, emotional und willensstark bezeichnet.

Das Reizvolle am Teamsport

Welchen Stellenwert geniesst der Handball im Leben der 18-Jährigen? «Der ist Teil meines Lebens und begleitet mich beinahe schon das ganze Leben. Tagtäglich ist dieser Sport ein Thema bei mir und in der Familie. Ja es ist einfach faszinierend, Handball zu spielen. Der Sport ist schnell, vielfältig und es kann immer alles passieren, was doch viel Spannung garantiert für uns Spielerinnen und das Publikum.»

Und was ist das Reizvolle, einen Teamsport auszuüben? «Der Teamgedanke, der im Mittelpunkt steht. In einer Mannschaft, mit den verschiedenen Charakteren ein gemeinsames Ziel zu verfolgen und sich zur Einheit zu formen, ist eine schöne Herausforderung. Mein Hobby ist für mich auch Lebensschule. Ich kann beim LKZ viel für mein späteres Leben profitieren.» Und, bleibt noch Zeit für andere Sachen im Leben der Aargauerin? «Nein, momentan ist mein Alltag und die Wochen durchgeplant. Wenn ich aber einmal Zeit finde, dann treffe ich mich mit Freunden und in der handballfreien Zeit gehe ich gerne reisen, um neue Länder zu entdecken.»

Die Freude zum Handballsport entdeckte die 165 cm grosse und 62 kg schwere Spielerin im Alter von vier Jahren bei Brugg, wo sie zuerst im Käferhandball (für Drei- bis Sechsjährige) und anschliessend bei den U9, U11 und U13 das Handball-Abc erlernte. Später wechselte die Schülerin der Sportkantonsschule Aarau zur HSG Wasserschloss (U15/U17). Bei der HV Herzogenbuchsee konnte sie sich nebst Einsätzen bei den Elite U15 und Elite U17 auch erstmals im Aktivhandball in der SPL2 beweisen. «Die Einsätze in der zweithöchsten Liga waren eine gute Erfahrung für mich. Juniorinnen- und Aktivhandball sind natürlich verschiedene Welten und nicht miteinander zu vergleichen. Es wird härter gespielt, die Physis ist eine ganz andere», hat Hess festgestellt. Dass sie mit erst 18 Jahren in der SPL1 regelmässig zum Einsatz kommt und auch immer wieder ihre Skorerqualitäten unter Beweis stellt, blieb dem Trainerstaff der A-Nationalmannschaft nicht unbemerkt. Die frühere U16- und U18-Nationalmannschaftsspielerin und aktuelle Spielerin der U20 wurde im März dieses Jahres erstmals in das A-Nationalteam aufgeboten. Und beim stark besetzten Vierländerturnier in Spanien zeigte Hess, dass ihre Nomination gerechtfertigt war: Sie erzielte fünf Tore in den Partien gegen Spanien (2), Brasilien (1) und Serbien (2). «Das war schon speziell und ein Erlebnis, welches ich nie mehr vergessen werde.» Und im Sommer nimmt Hess mit der Schweizer U20 an der B-Europameisterschaft in Litauen teil. «Auf diesen Anlass freue ich mich sehr.»

Apropos schönste Momente – was ist in Erinnerung geblieben? «Ich wurde mit der Elite U15 in Herzogenbuchsee Schweizer Meister und das Aufgebot für die A-Nationalmannschaft sind Augenblicke, die bleiben. Auch die ersten Partien auf internationaler Bühne werde ich nicht mehr vergessen.» Und welche Enttäuschungen musste Hess in ihrer noch jungen Karriere wegstecken? «Jede Niederlage schmerzt. Doch ich versuche, die nötigen Lehren daraus zu ziehen. Aus diesen wird man stärker und sie bringen dich im Leben weiter. Nach Niederlagen wieder aufzustehen, ist die Kunst.»

Viel Lob von ihrem Trainer

LKZ-Trainer Trainer Christoph Sahli (34) hat viel Lob für Hess übrig: «Sie ist ehrgeizig, lernwillig und überzeugt auf dem Spielfeld mit technisch hoher Variabilität, Schnelligkeit und Sprungkraft. Sie hat eine grosse Arbeitsmoral, arbeitet an sich und bringt viel Fleiss mit. Ich traue ihr eine grosse Karriere zu und auf dem Weg zur Profi-Handballerin sehe ich kein Hindernis. Sie muss aber noch an der nötigen Lockerheit arbeiten bei schwierigen Situationen. Sie wird, wenn sie ihren Weg weiterhin konsequent verfolgt, die beste Schweizer Handballerin auf ihrer Position werden.»

«Ich will mich nun in der SPL1 bestätigen und gute Leistungen bringen. Natürlich strebe ich mit den Zugerinnen Titel an. Der Cup und die Meisterschaft sind schon Träume, die ich gerne verwirklichen möchte.» Und ein Engagement im Ausland, würde das die Habsburgerin auch reizen? «Ja klar. In einem Land zu spielen, wo der Handball populär ist, das wäre cool. Das Ausland würde mich reizen. Doch zuerst fokussiere ich mich auf die Arbeit beim LKZ.»

Der LK Zug steht gegen Brühl im Playoff-Final (Best of 3) und streitet sich um den Meistertitel. Warum wird der LKZ den Pokal diese Saison in die Höhe stemmen? «Wir sind ein verrücktes Team, das über Monate hart gearbeitet hat. Unser Kollektiv und Teamgeist sind super. Wir sind eine verschworene Truppe und heiss auf die Finalserie gegen die St. Gallerinnen», gibt sich Dimitra Hess kampfbereit.

Playoff-Final (Best-of-3-Serie). Spiel 1. Samstag, 18. Mai 2019: Brühl St. Gallen – LK Zug (17.30, Kreuzbleiche, St. Gallen).

Spiel 2, Mittwoch, 22. Mai 2019: LK Zug – Brühl St. Gallen (19.30, Sporthalle Herti).

Spiel 3 (eventuell), Samstag, 25. Mai 2019: Brühl St. Gallen – LK Zug (17.30, Kreuzbleiche, St. Gallen).


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