Die Unihockeyaner von Ad Astra Sarnen erleben am Geburtstag sportlich raue Zeiten

REGIO-SPORT ⋅ Zur Jubiläumsfeier der Sarner NLA-Unihockeyaner gastiert mit Alligator Malans ein Topteam.

06. Dezember 2019, 05:09

Am 7. Dezember 1989 wurde Ad Astra Sarnen gegründet. Vier Klassenkameraden der Kantonsschule Obwalden riefen den Verein, der heute stolze 252 Aktivmitglieder zählt, ins Leben. Im Turnunterricht die Leidenschaft für den Sport mit dem gelochten Plastikball entdeckt, besuchten die damals 16-jährigen Freunde in ihrer Freizeit einige Plauschturniere. Weil sie jeweils ziemlich erfolgreich abschnitten und mit dem UHC Buochs einmal gar ein NLB-Team besiegten, wurden die Obwaldner Burschen von den Gegnern aus dem Nachbarkanton gefragt, warum sie nicht selbst einen Verein ins Leben rufen würden.

«Das war die Initialzündung für die Gründung von Ad Astra Sarnen», erinnert sich Emmanuel Hofer, einer der Gründerväter zurück. Wenige Tage später traf er sich mit drei Kollegen, mit einem Zivilgesetzbuch bewaffnet, in einem Restaurant in Sachseln, um Nägel mit Köpfen zu machen: «Wir prüften, was für die Gründung eines Vereins benötigt wird, denn wir hatten nicht wirklich eine Ahnung davon.» Neben Statuten und einem Vorstand benötigt ein Verein auch einen Namen. Dieses Thema sei erst zum Schluss dieses geschichtsträchtigen Abends besprochen worden, so Hofer: «Einer von uns trug ein T-Shirt mit einem Aufdruck ‹per aspera ad astra›. Wir haben dann befunden, das klingt gut. Ohne zu wissen, was der Spruch genau bedeutet, schliesslich war keiner von uns Latein-Schüler.»

Weil der ganze Spruch für einen Vereinsnamen zu lange war, einigte man sich auf die Kurzform Ad Astra Sarnen. «Wir erkundeten in der Folge, was der Spruch genau heisst. Auch die Bedeutung von ‹per aspera ad astra› (durch das Raue zu den Sternen) dürfte mittlerweile nicht mehr nur den Lateinern im Umfeld des Vereins ein Begriff sein. Name und Motto waren definitiv eine gute Wahl – wenn auch eher dem Zufall zu verdanken», lacht Hofer.

Der Niveau-Unterschied macht sich bemerkbar

Im letzten Frühjahr griff Ad Astra mit dem erstmaligen Aufstieg in die NLA definitiv nach den Sternen. Eine Liga höher hat sich das Blatt jedoch wieder gewendet, die Zeiten sind rauer geworden. Statt Sieg an Sieg wie noch eine Liga tiefer, reihen sich in diesen Wochen vielmehr Niederlage an Niederlage. «Natürlich haben wir uns dies anders vorgestellt», gibt Verteidiger Roger Berchtold zu. «Aber letztlich müssen wir festhalten, dass der Niveau-Unterschied zwischen der NLB und der NLA gross ist.» Nach acht Niederlagen in Serie zum Saisonauftakt konnten die Sarner in den letzten vier Spielen die ersten drei Punkte einfahren. Trotzdem liegen die Obwaldner nach wie vor am Tabellenende. «Die Tabelle schaue ich im Moment gar nicht an, das bringt nichts. In unserer Situation müssen wir einfach Spiel für Spiel nehmen. Der Punktgewinn am letzten Wochenende gegen Uster tat definitiv gut, auch wenn mehr drin gelegen wäre. Darauf lässt sich aufbauen», meint Berchtold.

Malans ist das Team der Stunde

Ein weiterer Punktgewinn im Heimspiel gegen Malans wäre ein Ausrufezeichen von Ad Astra. Die Bündner sind aktuell das Team der Stunde: Im Cup warfen sie kürzlich mit Wiler-Ersigen den Schweizer Meister aus dem Rennen, in der Meisterschaft besiegten sie eine Woche später mit den Grasshoppers den damaligen Leader der NLA. Berchtold: «Malans ist eine Knacknuss. Wir wissen jedoch, worauf wir uns einstellen müssen. An einem guten Tag sind auch gegen ein Topteam Punkte möglich.» Man hört es dem Ad-Astra-Urgestein an: Das Selbstvertrauen der Sarner ist gestärkter als auch schon. Ein bisschen träumen ist erlaubt, schliesslich taten dasselbe vor 30 Jahren schon die Gründer des Vereins. Ein Heimsieg gegen Malans käme einem Griff nach den Sternen gleich – und das würde perfekt zum runden Geburtstag von Ad Astra Sarnen passen… (jh)

Männer, NLA. Samstag. 20.00: Ad Astra Sarnen – Alligator ­Malans (Dreifachhalle). Livestream auf luzernerzeitung.ch – Sonntag. 18.00: Zug United – Chur (Stadthalle Herti).


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