Die Stanser Handballerinnen verschenken Punkte

REGIO-SPORT ⋅ Die SPL-2-Frauen des BSV Stans verlieren gegen Leimental mit 28:30. Trotz Rumpfkader ist es eine unnötige Niederlage.

25. November 2019, 16:59

Stephan Santschi

«Es geschah aus einer Notsituation heraus.» So erklärt Barbara Schiffmann, weshalb sie in dieser Saison ins SPL-2-Team des BSV Stans zurückgekehrt ist. Eigentlich war die mittlerweile 32-jährige Linkshänderin zurückgetreten, vor über zwei Jahren hatte sie sich einen Kapselriss in der Schulter zugezogen. Im letzten Sommer wurde Schiffmann an der Generalversammlung des Vereins schliesslich zur Sportchefin der Frauenabteilung gewählt.

Vor der ersten Partie der laufenden Spielzeit zeigte sich aber, dass aufgrund mehrerer Absenzen nur ein Rumpfkader zur Verfügung stehen wird. «Ich schaute mich nach Lösungen mit anderen Teams um», erzählt Schiffmann. Als sie keine fand, reaktivierte sie sich selber als Back-up. «Am Freitag vor dem ersten Spiel machte ich mein erstes Training. Ich fühlte mich körperlich wohl und es machte Spass. Darum ist es seither wieder mehr geworden.»

Fehlerorgie im Angriff führt zur Niederlage

Die frühere Stanser Torjägerin in der SPL 1 soll nur unterstützend wirken, «sie möchte nicht Liga-Topskorerin werden, sondern uns mit Ruhe und Erfahrung helfen», erklärte Spielertrainerin Gréta Grandjean kürzlich. Trotzdem ist Schiffmann mit 37 Treffern bereits wieder die zweitbeste Schützin im internen Klassement. Am letzten Samstag fand aber auch sie nicht zu ihrem Rendement, die Stanserinnen verloren zu Hause gegen Leimental mit 28:30. Schiffmann spielte zunächst am rechten Flügel, später im Rückraum, ihr Auftritt war aber wie jener des gesamten Teams glücklos. «Das passiert einfach im Sport, dass man Schlüsselmomente nicht für sich entscheiden kann. Da fehlte uns die Abgeklärtheit», resümiert sie.

Angesprochen ist die Phase ab der 40. Minute. In einem bis dato ausgeglichenen Spiel (17:17) kassierten die Nidwaldnerinnen innert Kürze zwei ungerechtfertigte Zweiminutenstrafen, wurden dank grossem Kampfgeist aber resultatmässig nicht zurückgebunden. Anstatt gestärkt aus dieser schwierigen Situation herauszukommen, ging im Angriff vorübergehend fast gar nichts mehr. Zwei verschossene Penalties, technische Fehler, zwei kläglich geschenkte Gegenstösse – bis zur 48. Minute missriet derart viel, dass sich Stans einen 20:24-Rückstand einhandelte, von dem es sich nicht mehr erholen sollte.

Zweitletzter mit Chance auf Aufstiegsrunde …

Wie schon im ersten Spiel der Saison traten die Nidwaldnerinnen auch diesmal mit einem reduzierten Kader an. Sina Kuster hat sich erneut das Kreuzband gerissen, andere Absenzen waren auf die gleichzeitig stattfindenden Partien der U18-Juniorinnen und des Partnerteams in der 1. Liga, dem HC Kriens, zurückzuführen. «Zwei-, dreimal kommt das in dieser Saison vor», erklärt Schiffmann. Wechselmöglichkeiten boten sich kaum, wobei vor allem im Angriff zu viel Verantwortung auf den Schultern von Nadja Fellmann lastete. Am Ende war die Rückraumspielerin mit ihren 12 Treffern für rund 43 Prozent der Torausbeute besorgt.

Am Ende kassierte Stans eine Niederlage der unnötigen Sorte gegen einen Gegner, der ebenfalls sehr fehlerhaft agierte. Mit lediglich fünf Punkten aus neun Spielen bleiben sie auf dem zweitletzten Tabellenplatz sitzen. Dank dem sonderbaren Modus können sie sich aber weiterhin Chancen auf einen Aufstiegsrundenplatz ausmachen (Top 2). Die drei Bestklassierten sind aktuell nämlich alles zweite Equipen (Zug, Nottwil, Brühl) und diese sind an der Aufstiegsrunde nicht teilnahmeberechtigt. Gewinnen die Stanserinnen die letzte Partie des Jahres am kommenden Samstag gegen Goldach-Rorschach, beträgt der Rückstand auf den Trennstrich vier Spieltage vor Schluss der Qualifikationsrunde nur drei Punkte.

Handball, SPL2-Frauen

10. Runde: Stans – Leimental 28:30 (14:15). Olten – Spono Eagles 30:36 (15:15). Brühl St. Gallen – Olten 40:36 (21:21). Goldach-Rorschach – Spono Eagles 25:22 (11:12). – Rangliste: 1. LK Zug II 10/15. 2. Spono Eagles II 10/13. 3. Brühl SG II 10/12. 4. Olten 10/10. 5. Leimental 10/10. 6. Goldach-Rorschach 9/10. 7. Stans 9/5. 8. Arbon 10/3.

Stans - Leimental 28:30 (14:15)
Eichli. – 212 Zuschauer. – SR Meienberg/Eng. – Strafen: 6-mal 2 Minuten gegen Stans; 4-mal 2 Minuten gegen Leimental. – Stans: Schoch/Hofstetter; Schiffmann (2), Kuster (1), Kretz (3), Seerup Olesen (2), Rossi (1), Lussi (4); Fellmann (12/2), Grandjean (3), McCarthy. – Bemerkungen: Ammann pariert Penalty von Fellmann (42./19:19). Schiffmann wirft Penalty über das Tor (46./20:22).


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