Der Obwaldner Langläufer Jörg Kathriner feiert kleines Jubiläum

REGIO-SPORT ⋅ Am Sonntag fällt der Startschuss zum 51. Engadin-Skimarathon. Der Obwaldner Jörg Kathriner ist zur Vorbereitung fast täglich auf der Loipe Langis oberhalb Sarnen unterwegs – mit einem guten Grund.

08. März 2019, 05:10

Roland Bösch

Wenn am Sonntagmorgen in Maloja der Startschuss zum 51. Engadin-Skimarathon fällt, steht Jörg Kathriner zum 10. Mal an der Startlinie. Dieses Jubiläum ist grundsätzlich nichts Aussergewöhnliches. Rund 3200 der 14200 Startenden weisen zehn oder mehr Teilnahmen im Engadin auf. Kathriner gehört hingegen zu jenen, die sehr viel Zeit in Vorbereitung investierten. Über 3000 km und mehr als 300 Stunden dürften es in diesem Winter bisher gewesen sein. «So genau führe ich nicht Buch», erklärt der 34-jährige Obwaldner.

Jörg Kathriner absolviert die 3000 km auch nicht alle auf den schmalen Latten. Der Obwaldner ist seit sechs Jahren zuständig für die Präparation des 50 km langen Loipennetzes im Langlaufeldorado Langis-Glaubenberg. Mit dem Langlaufsport kam er aber schon viel früher in Kontakt. «Als Jugendlicher bestritt ich für den Skiclubs Schwendi-Langis Langlaufrennen», blickt er zurück.

Kathriner macht die Loipenpräparation im Nebenamt. Im normalen Leben ist er selbstständiger Unternehmer und bietet landwirtschaftliche Dienstleistungen sowie Transporte an. Abends, vielfach bis tief in die Nacht hinein, ist der in Stalden oberhalb von Sarnen wohnhafte Läufer mit seinem Spurgerät unterwegs, um die Loipen für den nächsten Tag vorzubereiten. «Es ist ein Vorteil, dass ich den Langlaufsport betreibe. So weiss ich beispielsweise, welchen Radius eine Kurve, die im klassischen Stil absolviert wird, aufweisen muss.» Kathriner präpariert nicht nur Loipen, er engagiert sich auch im Vorstand der Loipen Langis und im Skiclub Schwendi-Langis.

Sie reisen als Gruppe ins Engadin

Rund drei Stunden ist Kathriner Nacht für Nacht unterwegs. Noch vor einem Jahr dauerte eine solche Schicht fast doppelt so lange. «Wir verfügen neu über zwei Spurgeräte, und so teilen wir uns diese Arbeit in der Regel auf», erklärt der Loipenchef. Mit wir meint Kathriner seine beiden Kollegen André Britschgi und Toni Durrer. Die Loipe auf Langis ist jährlich zwischen 130 und 150 Tage in Betrieb, und Kathriner ist nur an wenigen Tagen nicht als Fahrer anzutreffen. Eine Ausnahme bildet jeweils das zweite Wochenende im März. Glücklicherweise startet dieses Jahr Toni Durrer nicht im Engadin und schaut während dieser Zeit auf dem Langis zum Rechten. So können Jörg Kathriner und André Britschgi zusammen mit einem Dutzend Gleichgesinnter am Samstag die Reise ins Engadin ohne Gewissensbisse antreten. «Es ist Tradition, dass wir jedes Jahr eine Person mitnehmen, die den Marathon im Engadin erstmals absolviert.» Auch Kathriner liess sich so vor zehn Jahren ebenfalls auf diese Weise zu einer Teilnahme animieren.

Verbessern der Bestzeit ist kaum möglich

Der Spass steht für Jörg Kathriner auch in diesem Jahr im Vordergrund. Obwohl er täglich auf der Loipe unterwegs ist, kam das Training heuer etwas kurz. «Zwischen Weihnachten und Neujahr habe ich bei einem Sprung vom Spurgerät die Bänder überdehnt und musste mich deswegen etwas schonen.» Unter diesen Umständen ist das Unterbieten seiner Bestzeit von 2:21 Stunden aus dem Jahr 2013 wohl kein Thema.

Geht es denn nach dem Engadin-Skimarathon auf der Loipe Langis etwas ruhiger zu und her? Diese Frage hätte Kathriner noch vor drei, vier Jahren mit einem Ja beantwortet. Mittlerweile stellt er fest: «Wenn die Temperaturen so wie im letzten Jahr relativ tief bleiben, sind bis Mitte April noch sehr viele Läufer unterwegs.» Jörg Kathriner stellt an sich und sein Team vom ersten bis zum letzten Betriebstag hohe Anforderungen. Aus diesem Grund wird seit diesem Winter das ganze Loipennetz jeden Tag neu präpariert. «Sind die Läuferinnen und Läufer zufrieden, bin ich glücklich», bringt Kathriner seine Passion auf den Punkt.


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