Der FC Stans unterliegt Sursee kurz vor Schluss

REGIO-SPORT ⋅ Die Reserven des FC Sursee packen den letzten Strohhalm. Ihnen gelingt ein später 1:0-Sieg gegen einen enttäuschenden FC Stans. Dank diesem Sieg wird der drohende Abstieg vertagt aus der 2. Liga regional.

03. Juni 2019, 18:45

Ruedi Vollenwyder

War es bei beiden Teams die Hitze? Beim FC Sursee der Druck, unbedingt gewinnen zu müssen? Oder beim FC Stans die Gewissheit, dass in Sachen Abstiegsangst nach dem Effort des FC Ägeri nichts mehr passieren konnte? Der Match zwischen den beiden Teams war alles andere als hochklassig. Im Gegenteil: Die Zuschauer bekamen beidseits ein veritables Fehlpass-Festival zu sehen. Die fussballerische Klasse blieb total auf der Strecke. Aber auch einen FC Sursee, der sich bei der fast aussichtslosen Tabellensituation nochmals «auf die Hinterbeine stellte» und den letzten Strohhalm packte. In der 88. Minute schoss Jan Schumacher das von Luigi Nikaj trainierte Team mit dem 1:0-Siegtreffer ins Glück.

Diese Niederlage war gar nicht nach dem Gusto von Stans-Captain Luca Eigensatz. «Was wir boten, war ein unentschuldbarer Larifari-Auftritt. Keiner von uns konnte nur einigermassen das Leistungspotenzial abrufen, die im Match gezeigte Körpersprache spricht Bände. Ich bin total enttäuscht», polterte der 29-jährige Mittelfeldspieler nach dem verlorenen Match. Und analysiert weiter: «Sursee hat dieses Spiel verdient gewonnen, denn die Spieler legten, im Gegensatz zu uns, den Siegeswillen an den Tag, den es braucht, um erfolgreich zu sein.»

Auf Hilfe der ersten Mannschaft verzichtet

Nach einer ersten Halbzeit ohne Höhepunkte hatte der FC Stans in der 54. Minute die Möglichkeit, um das Spiel in die für die Nidwaldner richtige Richtung zu lenken. Von Goalie Manuel Odermatt mit einem weiten Auskick optimal lanciert, konnte Marc Kuster allein auf Sursee-Goalie Shaban Krasniqi zulaufen. Doch der Stanser vergab diese einmalige Torchance. Erst gegen Ende der unspektakulären Partie kam dann noch so etwas wie Spannung in diesem an torchancenarmen Spiel auf. Mit dem schon erwähnten Siegestor für die Surseer.

Klar, dass sich die Sursee-Spieler über diesen Sieg freuten. Auch deren Trainer Luigi Nikaj schloss sich dieser Freude an. «Der Druck, gewinnen zu müssen, war schon spürbar und erklärt auch das nervöse und fehlerhafte Spiel von uns. Dass wir das Spielfeld mit den anvisierten drei Punkten verlassen konnten, spricht für die tadellose Einstellung meiner Spieler.» Luigi Nikaj hat die Surseer Reserven vor dreieinhalb Jahren in der 4. Liga übernommen. Mit der Vorgabe, ein Team aus einheimischen Spielern zu formen. Mit dem Aufstieg in die 3. Liga und dem erstmaligen Aufstieg in die 2. Liga Ende letzter Saison ist dies dem sachlich argumentierenden Luigi Nikaj gelungen. Der Trainer lässt seine junge Mannschaft einen technisch guten Fussball spielen. Und verzichtete, trotz der misslichen Tabellenlage, bewusst auf personelle Hilfe vom 2.-Liga-inter-Team. Sein Credo: «Aus meinem 25-Mann-Kader spielt, wer im Training Leistung zeigt. Das war schon vor dem Aufstieg so.»

Auch bei einem Abstieg viel dazu gelernt

Doch weshalb kam sein Team denn nie von den hinteren Regionen weg? «Der jungen Mannschaft fehlt es an Erfahrung. Und auch etwas an Wettkampfglück. Deshalb mussten wir den einen oder anderen Punkt, der uns jetzt im Abstiegskampf fehlt, dem Gegner überlassen, obwohl die Mannschaft meist gut gespielt hat», sieht Luigi Nikaj das Hauptproblem. Und bemerkt schmunzelnd: «Immerhin gegen Stans mussten wir keine Punkte liegen lassen.»

Für den Trainer ist klar: Der direkte Abstieg ist nah. «Wir nehmen nun die beiden letzten Partien gegen Sins und Schattdorf seriös und konzentriert in Angriff. Dann wird abgerechnet. Vielleicht reicht es, vielleicht auch nicht. Ein Abstieg wäre zwar schade, denn meine jungen Spieler konnten in dieser Saison viel für die Zukunft lernen.»


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