Auch nach dem Abstieg folgen unruhige Zeiten beim FC Sarnen

REGIO-SPORT ⋅ Beim FC Sarnen (2. Liga regional) ist man nach der Vorrunde nicht zufrieden. Malik Sidler nennt die Gründe.

12. November 2021, 17:23

Ruedi Vollenwyder

Nach den beiden recht frustierenden Saisons in der 2.-Liga-inter wollte man beim Absteiger Sarnen in der neuen Umgebung endlich wieder einmal «das Feeling eines Siegers spüren, ein Winner-Gefühl erleben». Mit dem 3:1-Sieg im Startspiel gegen Emmen wurde dieser Wunsch auch umgesetzt. Doch dann musste die Mannschaft um Trainer Roger Mathis lange sieben Spieltage warten, bis die völlig verunsicherten Spieler nach dem 2:0-Sieg über Littau ein zweites Mal jubeln konnten.

«Ja, diese Negativserie war eine unbefriedigende, nervenaufreibende Phase. Für die Mannschaft und auch die Teamverantwortlichen», blickt Malik Sidler, das Vorstand-Bindeglied zwischen Sportkoordinator Randy Würsch und der Vereinsspitze, auf diese punktearme Zeit zurück. Es rumorte denn auch im Umfeld des Fanionteams. So mussten vor diesem gewonnenen Spiel die Teamverantwortlichen vor den unzufriedenen Supportern antraben und sich sehr kritischen Fragen stellen. «Es war ein für beide Seiten befriedigender Austausch. Bei der anschliessenden teaminternen ‹Kropfleerete›, von Trainer Roger Mathis angestossen, wurden alle sportlichen Aspekte kritisch analysiert und hinterfragt», umschreibt Randy Würsch diese im Nachhinein bitter nötige Aussprache, um auf die Erfolgsstrasse zurückzufinden.

Nur bei den Strafpunkten einsame Spitze

Dieser zweite Sieg gegen Littau löste endlich den mentalen Knoten, weckte den sportlichen Ehrgeiz und stärkte das Selbstvertrauen der zuvor verunsicherten Spieler. Dem emotionalen 3:0-Sieg im Derby gegen Stans folgte ein 1:0-Erfolg über Aufsteiger Sins. Die Wende war geschafft. «Und die beiden Auswärts-Unentschieden gegen Ägeri und Willisau bestätigten den Aufwärtstrend», resümierte Malik Sidler, der ehemalige Topstürmer und das jetzige Vorstandsmitglied der Sarner. Am Ende der Vorrunde liegt der FC Sarnen auf dem 10. Rang und eroberte 15 Punkte. Vier Siegen stehen sechs Niederlagen und drei Unentschieden gegenüber. 18-mal trafen die Sarner ins gegnerische Netz, 21-mal mussten die Sarner Torhüter den Ball aus dem eigenen Tor hervorholen. Betrüblich sieht es aus, wenn man einen Blick auf die Fairnessrangliste wirft: Da ist Sarnen mit 56 Strafpunkten einsame Spitze.

Malik Sidler, sind Sie zufrieden mit dem Erreichten nach dem Abschluss der Vorrunde?Malik Sidler: Nein, eigentlich nicht! Wir haben uns schon ein paar Punkte mehr erhofft. Es fehlte an der Effizienz im Abschluss. Auch der IFV-Cup-Dämpfer mit der 1:5-Niederlage gegen Emmen, welches wir im Startspiel noch besiegt haben, ist ärgerlich.Hat man nach dem Abstieg die Qualität der 2.-Liga-regional-Teams etwas unterschätzt?Nicht unbedingt. Wir spielten in der Vorbereitung schon gegen 2.-Liga-Team und wussten um deren fussballerischen Qualitäten. Es ist nach einem Abstieg leichter gesagt als getan, in der neuen Umgebung gleich Fuss zu fassen. Siehe als Beispiel Goldau, das nach dem Abstieg in die 2. Liga inter praktisch durchgereicht wurde.Welches sind die Gründe, weshalb keine bessere Platzierung erreicht wurde?Nach dem Abstieg mussten sich die jungen Spieler mit den Routiniers erst zusammenfinden. Das brauchte Zeit. Und der ausbleibende Erfolg nagte schon am Selbstvertrauen der Spieler. Dazu kam auch noch fehlendes Schlachtenglück. Wo steht der FC Sarnen Ende der Saison?Ich erwarte den FC Sarnen am Ende der Saison im vorderen Mittelfeld. Denn in diesem Team steckt trotz dem unbefriedigenden Abschneiden in der Vorrunde viel fussballerische Qualität.

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