Und wenn du denkst, es geht nicht mehr...

SUPER LEAGUE ⋅ In der Super League gibt es ein natürliches Gefälle. Aber der 2:1-Sieg des darbenden FC Luzern gegen den hohen Favoriten Basel zeigt, wie viel in der Schweizer Liga möglich ist.

Aktualisiert: 
15.12.2019, 21:03
15. Dezember 2019, 21:07

Wenn du denkst, es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Lichtlein her. Thomas Häberli muss nicht fromm sein, um zu spüren, dass ihm solches widerfahren ist. Am Sonntagnachmittag in einem profanen Fussballspiel.

Es schien, als würden alle Luzerner auf dem Platz für ihren angeschlagenen Trainer rennen und kämpfen, grätschen und schiessen. Kampf, Wille und Schürpf ermöglichten einen Sieg, den man ohne Übertreibung als Sensation bezeichnen darf. Was hatte vor dem Match nicht alles gegen den FCL gesprochen. Die niederschlagende Serie von sechs Niederlagen. Das Ende der noch längeren Siegesserie in den Spielen gegen die St. Gallen, die am letzten Wochenende mit dem 1:4 in Luzern endete. Die Verletztenliste, die mehr als doppelt so lang ist wie die des FC Basel. Der FC Basel selbst, der sich in der Meisterschaft nicht viele Patzer erlaubt und als Gruppensieger in der Europa League nach Luzern gekommen ist. Die bekannte Abneigung von Sportchef Remo Meyer, der seinen Trainer in der Öffentlichkeit kritisiert hat. Und hätten sich nicht auch die Querelen unter Verwaltungsräten und Sponsoren des FCL auf die Leistung der Mannschaft auswirken können?

Thomas Häberli konnte seine Freude und seine Erleichterung nach geschlagener Schlacht nicht verbergen. Vor den Medien sagte er: Es ist schön, wieder einmal als Sieger dazusitzen." Die vielen Absenzen hatten ihn gezwungen, besonders in der Defensive am Team zu basteln und die Jungen und Jüngsten zu forcieren. Diesen unerfahrenen Spielern machte Häberli das grösste Kompliment.

Trainerwechsel sind in Luzern zu einer vorfasnächtlichen Tradition geworden. Vor zwei Jahren trat Markus Babbel ab, und Gerardo Seoane übernahm. Letzten Februar kam Thomas Häberli für René Weiler. Weder unter Babbel noch unter Weiler setzte die Mannschaft zuletzt ein derart kräftiges Lebenszeichen, wie sie es jetzt für Häberli mit dem Triumph über Basel getan hat. Ob der Sieg ihm den Kopf rettet, dürfte man schon bald nach den Festtagen sehen. Der letzte Eindruck ist viel wert, und dieser Eindruck war ein sehr guter. (sda)


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