Roman Bürki kehrt der Nati den Rücken

NATIONALMANNSCHAFT ⋅ Roman Bürki zieht sich ab sofort und vorübergehend aus dem Schweizer Nationalteam zurück. Der Stammkeeper von Borussia Dortmund will sich im neuen Jahr vollumfänglich auf seinen Klub konzentrieren.

06. Januar 2019, 10:02

Unmittelbar vor der letzten WM in Russland verabschiedete sich Bürkis Klubkollege Marwin Hitz aus dem SFV-Kreis, nun tritt auch die Nummer 2 der Schweiz freiwillig kürzer. Die Message des 28-Jährigen, im aktuellen Vorrunden-Ranking des Fachmagazins "Kicker" topklassiert, kommt rund sechs Monate vor dem Vierer-Turnier der besten Nations-League-Teams in Portugal; über sein Vorhaben orientierte er den SFV-Trainerstab bereits vor mehreren Wochen.

Hinter Yann Sommer rücken nun jüngere Akteure nach. Unter Umständen kommt der Leipziger Ersatztorhüter Yvon Mvogo zum Handkuss - wahrscheinlich an der Seite von U21-Gregor Kobel, der in Hoffenheim auf einen Leih-Deal zum Bundesliga-15. Augsburg drängte, weil ihm die Verantwortlichen zu wenig Spielpraxis zugestanden hatten.

Auf der Homepage der Borussia legt Bürki seinen Entscheid im Detail dar: "Es ist keine Entscheidung gegen das Nationalteam, sondern eine für einen verstärkten Fokus auf den BVB und meine Gesundheit." Es sei ihm auch ein Anliegen, jüngeren Torhüterkollegen die Chance zu geben, auf SFV-Stufe Erfahrungen zu sammeln. Ein Türchen bleibt offen: Sollte Vladimir Petkovic im Falle eines Engpasses auf Bürki zurückgreifen wollen, würde der Dortmunder eine allfällige Nominierung annehmen.

Petkovic hatte Bürki schon lange vor der Reise ins BVB-Trainingscamp in Marbella informiert. Während der bereits über vierjährigen Amtszeit des Tessiner Selektionärs änderte sich am SFV-Status Bürkis nichts - seit dem Sommer 2014 gelangte der Dortmunder Goalie neben sieben Tests in nur zwei Qualifikationsspielen gegen Andorra (2:1) und San Marino (7:0) zum Einsatz.

Seine persönliche Entwicklung stand nicht im Einklang mit den Perspektiven in der Schweizer Equipe. Mönchengladbachs Goalie Yann Sommer ist seit dem Abgang von Diego Benaglio gesetzt, geschätzt und momentan absolut unumstritten. Mit dieser Konstellation hat der ehrgeizige Perfektionist Bürki vorerst zu leben. (sda)


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