Ehemaliger Schalke-Manager Assauer gestorben

DEUTSCHLAND ⋅ Der frühere Bundesliga-Manager Rudi Assauer ist im Alter von 74 Jahren gestorben. Jahrelang prägte er Schalke 04. In den letzten Jahren litt er an Alzheimer.

Aktualisiert: 
06.02.2019, 20:04
06. Februar 2019, 19:40

"Wir sind tief betroffen und traurig. Wir wussten alle um seinen Gesundheitszustand. Rudi ist der Architekt des modernen Schalke. Er hat unendlich viel für Schalke getan und wir werden sein Andenken immer in Ehren halten", sagte Schalkes Aufsichtsratsvorsitzender Clemens Tönnies.

Assauer starb am Mittwochnachmittag in seiner Wohnung in Herten, in Nordrhein-Westfalen. Sowohl seine Tochter Bettina Michel als auch seine Zwillingsschwester Karin waren bei ihm. 2012 war seine Erkrankung öffentlich geworden.

Als kompromissloser Verteidiger bestritt Assauer für Dortmund und Bremen über 300 Bundesligaspiele und war 1966 Teil der Dortmunder Mannschaft, die als erstes deutsches Team den Europacup gewann. Doch legendär wurde er als Manager mit Macho-Image. Nach Lehrjahren in Bremen und einer ersten Amtszeit bei Schalke kehrte er 1993 nach Gelsenkirchen zurück und blieb bis 2006.

1997 gewann Schalke unter dem niederländischen Trainer Huub Stevens den UEFA-Cup im Final gegen Inter Mailand. 2001 und 2002 gewann das Team den Cup. Der Traum von der Meisterschaft blieb aber unerfüllt. 2001 verpasste Schalke den Titel ganz knapp. Erst in der Nachspielzeit der letzten Runde schnappte Bayern München mit dem 1:1 in Hamburg den Schalkern die Meisterschale noch weg. "Ich glaube nicht mehr an den Fussball-Gott", sagte Assauer anschliessend.

Assauer war ein Lebemann, der nie um einen Spruch verlegen war und sich auch in der Welt der Unterhaltung gut zurecht fand. Von 2000 bis 2009 war er mit der Schauspielerin Simone Thomalla liiert. "Vom Fussball hat sie keine Ahnung, aber sonst ist die Alte schwer in Ordnung", sagte der stets Zigarren oder Zigarillos rauchende Manager - was ihm den Spitznamen "Stumpen-Rudi" einbrachte - in seiner typisch rauen, aber liebenswerten und ehrlichen Art. Für einen Bier-Werbespot ("Nicht gucken, nur anfassen") wurden er und die spätere "Tatort"-Kommissarin 2006 mit der Goldenen Kamera ausgezeichnet. (sda)


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