SC Bern als Favorit in die Playoffs

NATIONAL LEAGUE ⋅ Verlaufen die Playoffs genau so ausgeglichen wie die Qualifikation, können sich die Fans auf viel Spektakel freuen. Als Topfavorit steigt der Qualifikationssieger SC Bern in die entscheidende Phase.

09. März 2019, 06:00

Es war eine verrückte Qualifikation. Drei Runden vor dem Ende kämpften noch acht Mannschaften um sechs Plätze in den Top 8. Zu den Verlierern gehörte der als Topfavorit in die Saison gestartete Schweizer Meister ZSC Lions, der erstmals seit 2006 die Playoffs verpasste. Rekordmeister Davos war schon früh abgeschlagen. Dafür überraschten Ambri-Piotta und die SCL Tigers. Das ist ein Beleg für die Ausgeglichenheit der Liga, die immer wieder betont wird.

Dennoch gab es in den vergangenen drei Jahren nur ein Playoff-Duell in der höchsten Schweizer Liga, das ins siebente und entscheidende Spiel ging - der Final 2018 zwischen den ZSC Lions und Lugano. Fünf der 24 Serien endeten mit 4:0 Siegen, acht mit 4:1.

Ausserdem holten nach 2006 (Lugano) mit Davos, dem ZSC und Bern nur noch drei Teams den Titel - Bern einmal vom 8. Platz aus (2016), die Lions zweimal vom 7. (2012 und 2018) und einmal vom 6. Rang (2008). Das Wissen, wie man Schweizer Meister wird, scheint also ein nicht zu unterschätzender Faktor zu sein.

Zum dritten Mal aus der Pole-Position

"Es fängt wie eine neue Saison an", sagte der Berner Captain Simon Moser stellvertretend für alle Spieler. Insofern wäre Bern, das den dritten Titel in den letzten vier Jahren anstrebt, der logische Champion. Der SCB beendete auch in der dritten Saison unter Trainer Kari Jalonen die Regular Season als Nummer 1 und holte erneut mehr als 100 Punkte (101).

Die Berner präsentierten sich sehr konstant, verloren in der Meisterschaft nie mehr als zwei Partien hintereinander. Im Schnitt kassierten sie nicht einmal zwei Gegentore pro Spiel (1,98), und gemäss einem viel bemühten Sprichwort gewinnt ja Defensive Meisterschaften. Der Viertelfinal gegen Genève-Servette ist im Normalfall nur eine Formsache, auch wenn die Berner zuletzt mit vier Niederlagen in sechs Partien nachliessen.

Klar befinden sich die Genfer nach drei Siegen in Folge und der in extremis geschafften Playoff-Qualifikation gegen die Lions emotional im Hoch, in einer Best-of-7-Serie setzt sich aber in der Regel jene Mannschaft mit der höheren Qualität durch, und da hat Bern klare Vorteile. Der SCB kann sich eigentlich nur selber schlagen.

Findet Zug zurück in die Spur?

Auch der EV Zug überzeugte in der Regular Season und vermochte als einziges Team mit dem SCB mitzuhalten. Allerdings waren die Zentralschweizer schon vor einem Jahr Zweiter geworden, worauf sie im Viertelfinal klar an den Lions (1:4) scheiterten. Auch diesmal bekommt es der EVZ in der 1. Runde mit einem Hochkaräter zu tun - dem HC Lugano.

Die Bianconeri blieben lange Zeit unter ihren Möglichkeiten, scheinen aber nach sechs Siegen in den letzten acht Partien für die entscheidende Meisterschaftsphase gerüstet zu sein. Es wäre jedenfalls keine Überraschung, wenn Lugano weiterkommen würde.

Bei den Zugern dagegen hielt zuletzt der Schlendrian Einzug - von den vergangenen sieben Partien verloren sie deren fünf. Sportchef Reto Kläy sprach von einem "Spiel mit dem Feuer". Die Qualität im Team ist unbestritten, doch kann die Mannschaft von Trainer Dan Tangnes den Schalter rechtzeitig wieder umlegen?

Das ist die entscheidende Frage. Schliesslich soll der Cupsieg nicht der einzige Titel in dieser Saison bleiben. So oder so verspricht die Affiche Spektakel, spielen doch die beiden treffsichersten Equipen der Qualifikation gegeneinander.

Zwei Premieren

Die Viertelfinals zwischen Lausanne und den SCL Tigers sowie Biel und Ambri-Piotta sind Premieren in den Playoffs. In beiden Serien ist das Heimteam zu favorisieren. Sowohl für Lausanne, das in den letzten beiden Jahren viel Geld investiert hat, als auch für Langnau wäre es der erste Halbfinal-Einzug in der höchsten Liga. (sda)


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